Antennenhersteller Kathrein schließt Werk in Nördlingen: Kathrein verlagert Produktion ins Ausland

Kathrein macht seine Fertigung in Nördlingen mit 700 Arbeitsplätzen dicht. Preisverfall und Wettbewerbsdruck zwingen den Antennenhersteller, die Produktion ins Ausland zu verlagern.

Firmengründer Anton Kathrein Senior starb vor drei Jahren (Bild: Kathrein / Topstorybild: Andy Ilmberger - Fotolia)

Der Rosenheimer Antennen-Hersteller Kathrein Mobilcom schließt sein Werk in Nördlingen. Damit gehen 700 Arbeitsplätze in der Stadt verloren. 200 Mitarbeiter sollen bereits zum Jahresende ihren Arbeitsplatz verlieren, die übrigen zum 30. April 2016.

Anton Kathrein, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, begründete den Schritt mit einem erheblichen Preisverfall und einem hohen Wettbewerbsdruck auf den internationalen Märkten. Die Produktion in Nördlingen sei zu teuer geworden. Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, will Kathrein künftig nur noch im Ausland produzieren. Im Gespräch sind Fabriken in Rumänien, China und Mexiko.

Wegen der schlechten Geschäftsentwicklung hat der Hersteller bereits im laufendne Jahr rund 200 Stellen abgebaut indem befristete Arbeitsverträge nicht mehr verlängert und die Anzahl der Zeitarbeiter verringert wurden. Ende 2014 hätte der Standort Nördlingen noch rund 1.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Kathrein will allen Beschäftigten eine Abfindung anbieten. Trotz der guten Arbeitsmarktlage im Landkreis Donau-Ries, dürfte es für die Kathrein-Mitarbeiter nicht einfach werden, eine neue Stelle zu finden. Wie die Zeitung berichtet, handelt es sich größtenteils um ungelernte Beschäftigte. Im Landkreis würden aber vor allem Fachkräfte gesucht.

2001 hatte Kathrein in Nördlingen das Firmengebäude des insolventen japanischen Videorekorder-Herstellers Sanyo übernommen und rund die Hälfte der 400 Beschäftigen weiter beschäftigt.

Die Kathrein-Firmengruppe beschäftigt knapp 8.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Stand Dezember 2014). 2014 lag der abgewickelte Umsatz des Unternehmens bei ca. 1,5 Milliarden Euro.

Kommentare (2) Alle Kommentare

Antwort von andre , 17:00 Uhr

1,5 MRD Umsatz bei Kathrein 2014 und dann über 700 Mitarbeiter an die Luft setzen, Arbeitsplätze in Billiglohnländer verlagern. Mit der dreisten und frechen Ausrede der Wettbewerbsfähigkeit Standorte in deutschland sind zu teuer.

Das ist einfach nur Misswirtschaft oder Unvermögen von Managern und anderen Funktionären. Nichts anderes

Es ist immer einfach ein Werk Platt zu machen als es zu sanieren. ( Aktienkurse Steigen enorm ) Man müsste ja dem Profit geilen Aktionär versuchen zu verkaufen das sich ein Verlust kurzzeitiger Verlust seiner Aktieninvestitoin seiner Anlage Positiv in den nächsten Jahren auswirken könnte.

Der VK für die Antennen wird sich bestimmt nicht nach unten orientieren. Im Gegenteil der wird sicher konstant bleiben. Nur das Geld was in die Tasche der Manager fließt wird Steigen. (Ertrag)

Das ist eine weitere Schande für die deutsche Wirtschaft. Und die Politik duldet so etwas Weil die die Gesetze machen.

Ich wollte bis ich den Artikel gelesen habe eine Satantenne von Kathrein kaufen.

weil das Qualität Made in Germany für mich wichtig ist auch wenn die Antenne fast mit allem 200 Euro teurer ist.

Die Gier der Geldsäcke wächst unerschwinglich in die Höhe. der kleine Mann leidet wird arbeitslos.

Die Gier von denen wenigen die die Kohle(Geld Zahlungsmittel) haben nach mehr Kohle wird der Untergang von vielen und letzten Endes die Zerstörung der kompletten Menschheit mit sich ziehen.

Daher rote Karte für die oberen Etagen von Katherein

Ich werde jetzt zur Konkurrenz wechseln und dort kaufen Schade

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Antwort von Wasat , 10:49 Uhr

was heißt 1,5MRD Umsatz, entscheidend ist der Rohgewinn. Nach meiner ganz überschlägigen Hochrechnung gehen da für Gehälter schon 750Millionen drauf. Dann Materialeinkauf, Gebäude, Strom, und tausend andere Posten an Kosten. Würde mich nicht wundern, wenn dann gar nichts mehr übrig bleibt