4,4 Milliarden Dollar-Deal: Verizon kauft AOL

Der amerikanische Telekommunikationskonzern Verizon will für 4,4 Milliarden Dollar das Internet-Urgestein AOL übernehmen.

(Bild: AOL)

Die Tage des Internet-Pioniers AOL (ehemals America Online) als eigenständiges Unternehmen sind wohl endgültig gezählt. Wie der US-Mobilfunkriese Verizon mitteilt, hat man der AOL-Führungsriege ein Übernahmeangebot über insgesamt 4,4 Milliarden Dollar unterbreitet. Nachdem Verizon den Anteilseignern 50 Dollar pro Aktie und damit fast ein Viertel mehr bietet als der aktuellen Börsenbewertung von AOL entsprechen würde, ist dem AOL-Management die Zustimmung zu dem Deal offenbar nicht sonderlich schwer gefallen. Die Zustimmung der Kartellbehörden vorausgesetzt, soll die Übernahme noch im Sommer abgeschlossen werden. Geführt werden soll AOL vorerst weiterhin vom aktuellen Chef Tim Armstrong, der den Posten nach der Auflösung der erfolglosen Fusion mit Time Warner im Jahr 2009 übernommen hatte.

Verizon gewinnt mit dem Kauf von AOL neben dem verbliebenen Kundenstamm vor allem einige starke Online-Medienmarken wie »Engadget«, »TechCrunch« und eine Beteiligung an der erfolgreichen Internetzeitung Huffington Post. Damit verbunden sind starke Werbeplattformen, die AOL zuletzt einen Umsatzzuwachs von zwölf Prozent beschert hatten. Ob Verizon allerdings alle Teile von AOL behalten oder einzelne Geschäftsfelder abstoßen will, ist bisher nicht bekannt. Zu seinen Hochzeiten Ende der 90er Jahre hatte AOL weltweit über 30 Millionen Online-Kunden und war damit einer der führenden Provider. Nach dem Zusammenschluss mit Time Warner im Jahr 2000 und dem anschließenden Platzen der Dotcom-Blase war vom einstigen Glanz jedoch nicht mehr viel übrig.