Gastkommentar File-Storage und Management:
»Unternehmen stecken hier gerne den Kopf in den Sand«
Eine Reihe neuer Technologien wie Virtualisierung und Cloud Computing stellt die IT-Verantwortlichen dieses Jahr vor völlig neue Herausforderungen, gerade was die Sicherheit angeht. Umso mehr rächt es sich jetzt, dass viele Unternehmen ihren stetig wachsenden Datenberg schon jetzt nicht mehr unter Kontrolle haben.
(Fortsetzung des Artikels von Seite 2)
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Einfach nur mehr Kapazität bereitzustellen löst die Probleme im Storage-Bereich nicht. (Bild: EMC CLARiiON CX4 Model 960)
Zurzeit beherrschen viele Themen die Gemüter der IT-Industrie. Ob die vermeintlich unkontrollierbare Cloud, komplexe Virtualisierungsstrategien oder unsichere Web-Browser – die Sorgen der IT-Entscheider sind vielfältig und bereits breit diskutiert. Michael Kleist, Director End User Computing, Novell Area Central, warnt jedoch vor einem viel grundsätzlicheren Problem, das in einigen Unternehmen vor lauter Cloud- und Virtualisierungsbestrebungen unterzugehen droht: »Eigentlich ist es ja verständlich: Das Thema Dateimanagement ist wenig sexy und wird von vielen Unternehmen deshalb stiefmütterlich behandelt. Die meisten Entscheider – vor allem auf der Business-Seite – sind sich jedoch nicht im Klaren darüber, dass sich auch im eigenen Unternehmen schrittweise etwas zusammenbraut, das über kurz oder lang über sie hereinbrechen wird: eine katastrophale Flut von Dateien!«
Die exponentiell wachsenden Datenbestände fordern nicht nur ein sachgemäßes Handling, sondern auch ein Umdenken bei vielen Verantwortlichen. Zumindest wenn sie Verluste oder rechtliche Schwierigkeiten wegen unstrukturierter Daten sicher vermeiden wollen, wie Kleist ausführt: »Wir müssen uns bewusst machen, wie viele unstrukturierte Daten allein in und zwischen Unternehmen täglich hin- und hergeschoben werden – unabhängig davon, ob in einem Betrieb dreitausend Leute oder nur fünfzehn Leute arbeiten. Das weltweite Datenvolumen schwillt exponentiell an, während die weltweiten Auflagen hinsichtlich langfristig vorzuhaltender Unterlagen für Unternehmen sukzessive zunehmen. Das Ergebnis: Marktforscher prognostizieren bis 2011 einen Anstieg des weltweit elektronisch gespeicherten Datenvolumens auf nahezu 2 Zettabytes – das ist eine 2 mit 21 Nullen!!! Herkömmliche File Management-Lösungen helfen da nicht weiter.«
»Kopf im Sand« ist keine zukunftsträchtige Lösung
Michael Kleist warnt die Unternehmen vor »einem undurchdringlichen Speicherchaos!«
Eines der Hauptprobleme, das diese Nachlässigkeit in der Pflege der eigenen Datenbestände in den vergangenen Jahren enorm befeuert hat, ist der Preisverfall bei Festplatten und anderen Storage-Komponenten. Das verleitete in den vergangenen Jahren leicht dazu, einfach den vorgehaltenen Speicherplatz auszuweiten und die Storage-Lösung somit über reine Kapazitäts-Vergrößerungen auszubauen. Dabei handeln sich die Unternehmen jedoch neue Probleme ein, wie Kleist darlegt: »Das Problem ist, dass viele Unternehmen im Hinblick auf eine langfristig effiziente Dateiverwaltung und Speicherpolitik den Kopf gerne in den Sand stecken und langfristige Speicherung mit noch mehr Storagekapazität zu erschlagen versuchen. Natürlich haben die meisten Betriebe - Storage-Management-Lösungen bereits implementiert. Das ist jedoch nicht der Punkt.«
Um zu verstehen, warum mehr Speicherplatz alleine keine gültige Lösung sein kann, empfiehlt sich ein Blick auf tiefer liegende Ebenen des Storage-Managements. Gerade beim Thema Deduplizierung stoßen viele Lösungen bei wachsenden Dateipools an ihre Grenzen. Sei es, weil sie mit der schieren Masse an Daten nicht zurecht kommen, oder weil sie gnadenlos jede doppelte Information auf Block-Ebene löschen – auch wenn die unter Umständen gar nicht sinnvoll ist. »Spannend wird es, wenn man bedenkt, dass die Mehrzahl dieser Lösungen sämtliche Daten lediglich auf Blockebene und ohne Rücksicht auf Kontext und Relevanz verwalten – und das evtl. sogar in verschiedenen Lösungen pro Storagehersteller. Anders gesagt: Ob die gespeicherten Daten relevant genug sind, um wertvolle Speicherkapazitäten berechtigterweise belegen zu dürfen, bleibt bei diesen Lösungen dem Zufall überlassen. In den betroffenen Unternehmen führt dies nicht nur zu einem sukzessiven „Ausbau“ von kostspieligen Storage-Kapazitäten, sondern vor allem zu einem undurchdringlichen Speicherchaos!«, mahnt Kleist die IT-Verantwortlichen.
Früher oder später müssen sich alle dem Problem stellen
Alleine schon aufgrund der auf sie zukommenden Datenmassen sieht Kleist deshalb keine andere Chance für Unternehmen, als das Problem möglichst bald proaktiv anzugehen. »Unternehmen, die sich der Problematik stellen wollen – und früher oder später müssen das alle - sollten „intelligente“ und Hersteller-unabhängige File Management und Storage-Lösungen in Betracht ziehen. Diese basieren auf unternehmensspezifischen Richtlinien und Identitäten, können eine Datei für den gesamten Lebenszyklus an einen Anwender knüpfen und so ihre Dateispeicherkapazitäten rollen- und kontextspezifisch verwalten.«
So gilt es, ein Storage-Management zu finden, das den Drahtseilakt zwischen »zu wenig« und »zu viel« Speicherung und Löschung für die eigenen Bedürfnisse optimal hinbringt. »Nach dem Konzept des Intelligent Workload Managements können die Lösungen beispielsweise wichtigen Unternehmensdaten die besten Speicher-Ressourcen zuordnen. Das spart nicht nur eine Menge Platz, sondern auch Frust«, empfiehlt etwa Kleist. Er ist sich sicher, dass dieses Thema schon bald zu einem entscheidenden Faktor in der Unternehmens-IT werden wird: »Früher oder später wird sich dann zeigen, wer bei der Datensintflut oben schwimmt oder im Nullkommanix untergeht.«
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