Speichersysteme: Virtuelle Tape-Library mit eigenartigem Fehler:
Aus dem Network-Computing-Testlabor: Falconstor VTL packt zwei Tapes in einen Slot
Einen spektakulären Fehler in der VTL-Software von Falconstor haben die Real-World Labs Poing von Network Computing entdeckt: Die Virtual-Tape-Library steckt zwei Bänder in denselben Slot.
Im Rahmen der derzeit laufenden Tests importiert das Laborteam eine ganze Serie physischer VS80-Bänder in die VTL. Dies geschieht über zwei alte VS80-Einzellaufwerke von Quantum und Benchmark.
Der Import-Wizard der VTL-Software von Falconstor [1] fragt den Verwalter jeweils, in welche virtuelle Library und welchen Slot er das zu importierende Band legen möchte. Der Haken: Erst wenn das Band komplett eingelesen wurde, belegt die Software den zuvor ausgewählten Slot. Bis dahin behält dieser den Status »leer« im Inventory.
Es klemmt: Falconstor VTL rückt das zweite virtuelle Tape nicht mehr heraus.
Im Tests-Szenario empfiehlt die Software den Slot 11, als ersten freien Platz in der gewählten VTL. Während nun das erste Laufwerk ein Band einliest, startet Network Computing einen zweiten Import-Vorgang vom anderen VS80-Laufwerk.
Der Import-Wizard offeriert wiederum den Slot 11 - als ersten freien Slot. Schließlich wird der erst dann belegt, wenn Laufwerk 1 den Einlese-Vorgang abgeschlossen hat. Das Test-Team bestätigt den Vorgang und ist gespannt, wie die VTL-Software den drohenden Konflikt zu lösen gedenkt.
Nach dem Import stellt sich allerdings heraus, dass die VTL das Problem überhaupt nicht erkennt, geschweige denn irgendwie löst. Am Ende der zwei Import-Läufe lachen das Laborteam zwei virtuelle Tapes aus ein und demselben VTL-Slot an.
Virtuelles Tape klemmt
Eines der Bänder lässt sich aus dem Slot verschieben und ganz regulär verwenden. Das zweite Band jedoch klemmt. Der Verwalter kann es weder in einen anderen Slot verschieben noch in das Vault oder das virtuelle Bandlaufwerk einlegen.
Die Quelle des Fehlers ist zur Stunde unbekannt. Network Computing hat eine genaue Fehlerbeschreibung am Donnerstagabend zu Falconstor gesendet. Bis Freitagmittag hat sich der Support jedoch noch nicht zurückgemeldet und keiner der technischen Ansprechpartner des Herstellers war telefonisch zu erreichen.
Das ist der zweite schwer wiegende Fehler in der Falconstor-VTL-Software, den Network Computing binnen 14 Tagen aufdeckt. Über das erste Problem, bei dem ein korruptes virtuelles Tape die komplette VTL-Software samt Linux-Unterbau zum Absturz bringt, berichtet Network Computing ausführlich in der Rubrik »Lablog« an kommenden Mittwoch.
Peinlicher Fehler in einer Hochpreis-Lösung
Einerseits handelt es sich im vorliegenden Fall um einen der eher amüsanten Fehler einer Software -- vorausgesetzt, Falconstor offeriert eine akzeptable Lösung, um das klemmende Band zu befreien.
Andererseits geht es hier nicht um Shareware, sondern um eine Lösung mit einem Listenpreis von rund 30.000 Euro. Einer solchen Software sollte ein derart kapitaler Fehler eigentlich nicht unterlaufen.
[1] http://www.falconstor.com/
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