Lablog Online: Simpler Fehler nicht behoben:
Aus dem Testlabor: Arkeia bessert nicht nach

von Werner Veith (werner.veith@networkcomputing.de), Andreas Stolzenberber

01.10.2008

Während eines Kurztests trat bei der Backup-Appliance »Edgefort 100« von Arkeia ein simpler Fehler bei der Ermittlung der IP-Adresse auf Windows-Clients auf. Trotzdem schaffte es der Hersteller nicht, den Fehler innerhalb von zwei Monaten zu korrigieren.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)

Vor rund zwei Monaten hat Network Computing an dieser Stelle die Backup-Appliance »Edgefort 100« des französischen Herstellers Arkeia vorgestellt [1]. Den Kurztest verpatzten die Franzosen auf Grund eines Fehlers des Windows-Backup-Clients. Die Ursache war eigentlich schnell gefunden.

Vom Linux-Spezialisten Arkeia: die Backup-Appliance »Edgefort 100«.

Die Edgefort-Appliance kommuniziert über einen TCP-Port mit den zu sichernden Clients. Der Backup-Server verlangt jedoch die FQDNs (Fully-Quallified-Domain-Name) der Clients für die Konfiguration. Das setzt einen funktionierenden, lokalen DNS oder passende Hosts-Dateien voraus. Warum Arkeia es strikt ablehnt, eine Client-Verbindung mit einer rohen IP-Adresse in der Konfiguration aufzubauen, ist dem Laborteam immer noch nicht klar.

Um die Kommunikation zwischen Client und Server zu ermöglichen, muss der Server natürlich die gültige IP-Adresse des Clients wissen. Und hier patzt Arkeia. Anstelle auf dem Server ein »nslookup« durchzuführen, arbeitet auf dem Backup-Client selbst ein handgestricktes Skript. Auf Windows-Maschinen erfragt es die IP-Adresse direkt vom System.

SRV10 kann Edgefort nicht erreichen, da der Windows-Client die falsche IP-Adresse übermittelt.

Hierbei berücksichtigt Arkeia nicht, dass eine Windows-Maschine mehrere Interfaces, und damit auch mehrere IP-Adressen besitzen kann. Der Client nimmt einfach die erstbeste IP-Adresse und versucht über diese zu kommunizieren.

Alle physischen Server im Labor von Network Computing verfügen allerdings über mindestens zwei, wenn nicht sogar mehr IP-Adressen in verschiedenen Segmenten. Das Laborteam trennt so das LAN vom Iscsi-SAN ab und vermeidet Flaschenhälse im Netzwerk.

Im Test ermittelt der Arkeia-Backup-Client auf den Windows-Maschinen die IP-Adresse des Iscsi-Adapters und versucht darüber eine Verbindung zur Edgefort-Appliance aufzubauen. Allerdings kann das nicht funktionieren, da der Backup-Server nur über das LAN-Segment zu erreichen ist. Eine Konfigurationsmöglichkeit fehlt, mit deren Hilfe der Administrator die fehlerhaft ermittelte IP-Adresse manuell ausbessern könnte. Somit lässt sich keine einzige Labormaschine mit Windows-Betriebssystem auf der Edgefort-Appliance sichern.

Keine Reaktion

Network Computing hat Arkeia im direkten Anschluss an den Test vom August 2008 sehr detailliert über diesen Fehler unterrichtet. Die Edgefort-Appliance blieb bis jetzt im Labor, um die Fehlerkorrektur abzuwarten und den Test mit gefixter Software fortzusetzen.

Nach zwei Monaten hat Arkeia die Edgefort-Appliance nun zurück gefordert, da sie für weitere Testinstallationen bei Kunden benötigt wird. Auch auf mehrfache Nachfrage hat das Testteam keine Antwort zum Status des Bugfixes erhalten.

Damit schließt Network Computing den Test der Edgefort-Appliance mit der Testnote 1 von 5 ab. Das Testteam zieht von der im August vergebenen Wertnote 2 von 5 noch einmal einen Punkt ab: Der Hersteller konnte einen simplen und offensichtlichen Fehler in einem akzeptablen Zeitrahmen von zwei Monaten nicht korrigieren.

[1] live-aus-dem-real-world-testlabor-in-poing-edgefort-zickt-bei-windows-clients/

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