Einsatz als Virtual-Tape-Library:
Lablog: Günstigen Server selbst bauen
Für den Testbetrieb benötigen die Real-World Labs einen Server, der dauerhaft im Labor steht. Anstatt ein teueres System zu kaufen, baut sich das Laborteam aus günstigen Bauteilen ein eigenes System zusammen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob das Konzept aufgeht.
In den Real-World Labs herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Den Platz scheidender Testgeräte übernehmen neue Maschinen teilweise bereits nach wenigen Stunden. Nur wenige Infrastrukturgeräte haben einen dauerhaften Standort im Rack. Viele Softwaretests arbeiten in virtuellen Maschinen auf dem Vmware-Cluster. Doch nicht alle Dienste lassen sich virtualisieren. Die laufenden Tests von Speicher-Virtualisierungs- und Speicher-Verwaltungs-Software fordern eine Maschine mit physischer SCSI- und FC-Anbindung (Fibre-Channel). Ein neuer Server muss dauerhaft her – kosten darf er allerdings nicht zu viel. Das Labor kann schließlich nicht für jeden einzelnen Test Tausende von Euros in neue Geräte investieren. Wie sich zeigt, gibt es einen simplen und durchaus leistungsstarken Rechner für überraschend wenig Geld.
Das Board X7SBE von Supermicro dient als Basis für einen günstigen Server in den Real-World Labs in Poing.
Das Laborteam entscheidet sich für das 200 Euro teures Board X7SBE von Supermicro [1]. Das fasst eine Core-Duo- oder Quad-CPU, bis zu 8 GByte-RAM und enthält die Onboard-Grafikkarte sowie zwei 1-Gigabit-Ethernet-Interfaces. Die Platine offeriert zwei PCI-X-133-, zwei PCI-X-100-, einen PCIe-x8- sowie einen PCIe-x4-Slot. Das sind genug schnelle Interfaces, um die erforderlichen SCSI-, FC- und zusätzliche Netzwerkkarten aufzunehmen.
In das Board steckt Network Computing einen 1,86-GHz schnellen Core-Duo-Prozessor 6320. Beim geplanten Einsatz kommt es nicht auf die maximale Geschwindigkeit der CPU an. Deswegen reicht der rund 100 Euro teure Prozessor völlig aus.
Als RAM baut das Laborteam 2 x 2-GByte-DDR-2-Speicher mit 800 MHz ein. Für ein Testsystem genügen die simplen Speicherriegel für 66 Euro. Beim Servereinsatz sollte eigentlich ECC-Speicher zum Einsatz kommen, der aber deutlich teurer ausfällt. Im Labor gab es jedoch noch nie einen Speicherfehler, welchen ein ECC-Dimm hätte korrigieren und dann vor dem drohenden Komplettausfall warnen können. Alle Defekte von Speicherbausteinen führten in den letzten acht Jahren zum sofortigen Absturz der betreffenden Maschine: Da war es egal, ob die RAMs ECC, Registered-ECC oder keinen der Schutzmechanismen eingesetzt hatten.
Ein einfaches Desktop-Gehäuse ohne Mobbing-Features mit einem ausreichend starken Netzteil gibt es für knapp 50 Euro. Der Produktiveinsatz erfordert allerdings eine Box mit zwei redundanten Netzteilen. Eine Festplatte gibt es nicht: der Rechner wird später direkt vom FC-SAN starten.
Alles in allem schlägt das System mit knapp über 400 Euro zu Buche: Da kostet der eingesetzt FC-Adapter mehr als der ganze Rest. In den kommenden Wochen wird nun die günstige Server-Bastelbox als Virtual-Tape-Library zeigen müssen, ob sie den Ansprüchen tatsächlich gerecht wird. Dabei wird sich auch herausstellen, ob die vom Laborteam zusammengestellte Konfiguration für den Alltagsbetrieb tatsächlich taugt.
Sollte etwas schief gehen, werden Sie es umgehend an dieser Stelle erfahren.
[1] http://www.supermicro.com/
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