Einfach zu bedienen:
Lablog online: Falconstor als Ersatz für physische Libraries
Mit der »Virtual Tape Library« von FalconStor stellt der Administrator vollständige Bibliotheken mit Laufwerken und Bändern bereit. Network Computing hat sich die Version 5 im Labor angeschaut.
Im Rahmen der vielen aktuell laufenden Storage- und Backup-Tests hat Network Computing eine Virtual-Tape-Library (VTL) im Labor installiert. Die VTL [1] von Falconstor [2] setzt in der Version 5 auf einen handelsüblichen x86-64-Server mit Redhat-Enterprise-Linux oder Cent-OS in der Version 4.2 64-Bit auf. Kernel-Patches oder -Updates möchte die VTL-Software allerdings nicht sehen, da die Treiber und Module der Software auf die Systemversion 4.2 abgestimmt sind.
Falconstors VTL generiert komplette Bibliotheken mit Laufwerken und Bändern. Diese stellt sie den angebundenen Server über Fibre-Channel oder Iscsi zur Verfügung. Das System kann dabei verschiedene Medienwechsler und Laufwerkstypen so emulieren, dass die angebundenen Backup-Anwendungen keinen Unterschied zum physischen Original feststellen. Für Applikationen, die einzelne Laufwerke, aber keine Bibliotheken unterstützen, kann Falconstor auch einzelne Drives bereitstellen.
Die VTL beherbergt ein »Vault«. Hier kann der Verwalter virtuelle Bänder ablegen. Diese lassen sich dort archivieren oder in andere virtuelle Laufwerke beziehungsweise Bibliotheken verschieben. So kann ein Server sein Backup auf ein virtuelles Band schreiben. Später kümmert sich dann eine andere Maschine darum, die Daten auf ein echtes Laufwerk auszulagern.
Die virtuellen Streamer können komprimieren. Da sie das besser als physische Geräte machen, muss der Verwalter die Größe der VTL-Bänder kleiner als bei den physischen ansetzen. Damit lassen sich virtuelle Tapes später komplett auf physische auslagern. Optional offeriert Falconstor eine Deduplikations-Option mit der VTL-S-Variante. Virtuelle Tapes belegen nicht sofort den vollen Speicher auf Platte. Sie arbeiten mit Thin-Provisioning.
Die Erfahrungen im Labor
Im Test lässt sich die VTL recht zügig aufsetzen und konfigurieren. Über einen FC-Initiator-Port erhält die VTL Zugriff auf das Disk-Array, das als Backend-Speicher fungiert. Einen FC-Port des 2342-FC-HBA (Host-Bus-Adapter) von Qlogic schaltet die VTL in den Target-Mode und versorgt später darüber die VTL-Clients.
Zudem sollte der Administrator ein leeres Iscsi-Target aktivieren. Hier können sich die Iscsi-Clients zunächst ohne eine konkrete VTL-Verbindung anmelden. Später wählt der Verwalter bei Bedarf einen bereits angemeldeten Iscsi-Initiator aus der Liste aus. Daraus erstellt er dann eine Client-Konfiguration mit einem eigenen Target für die jeweilige VTL.
Das Java-GUI von Falconstor erklärt sich selbst und macht eine Dokumentation überflüssig. Mit wenigen Klicks kann der Verwalter VTLs, Laufwerke und Bänder generieren und seinen Servern per FC und/oder Iscsi zuweisen. Einige Backup-Tools verhalten sich bei der VTL-Konfiguration etwas heikel. Der Administrator sollte keine zu abgefahrenen Kombinationen aus modernem Wechsler mit alten DLT-700-Drives bauen.
Im Test erkennt die Backup-Software Retrospect von EMC bei unüblichen Drive/Library-Kombinationen nicht, das Drive und Wechsler zusammengehören. Bei anderen Wechslern steigt die EMC-Software ganz aus, da es Probleme mit dem Slot 0 gibt. Im Zweifelsfall sollte der Verwalter populäre Geräte wählen. Eine Adic-Scalar mit LTO-Laufwerken akzeptiert eigentlich jedes Backup-Programm.
Fazit
Die Falconstor VTL 5 lässt sich einfacher bedienen und einrichten, als jede physische Library. Rein rechnerisch schafft das System um die 10 GByte pro Stunde mit einem FC-Target- und einem FC-Initiator-Port. Im Test-Setup im Labor Poing bleiben die Werte in der Regel darunter, was vor allem an den Flaschenhälsen bei der verwendeten Backup-Software und den Quell-Disks der zu sichernden Server liegt. Der Preis liegt bei 30.000 Euro in der Basiskonfiguration für 50 Terabyte Speicher mit maximal 16 VTLs, 16 Hosts und 2 x 4-GBit/s-FC-Target-Ports.
[1] http://www.falconstor.com/en/pages/index.cfm?pn=VTL&bhcp=1
[2] http://www.falconstor.com/en/
- 1. Seite: Lablog online: Falconstor als Ersatz für physische Libraries
- 2. Seite: Lablog online: Falconstor als Ersatz für physische Libraries (Fortsetzung)
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