Vom Hype zum echten Trend:
Thema der Woche: Storage-Virtualisierung, Teil 1
Storage-Virtualisierung avanciert neuerdings zur Schlüsseltechnologie für dynamische IT-Infrastruktur- und Datenverwaltungslösungen. Es wird zunehmend als Heilmittel gegen die immer komplexere Storage- und IT-Infrastruktur angesehen, auch bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMUs).
Lesen Sie im ersten Teil die Statements von AMI American Megatrends International, Datacore Software, Dell, Fast Lane, Fujitsu Siemens Computers, Hitachi Data Systems Deutschland, IBM, Network Appliance und Quantum über die Gründe zum Einsatz von Virtualisierung. In einem zweiten Abschnitt geht es dann um einzelne Aspekte. Im dritten Teil gibt es dann Tipps für Interessierte, die über Virtualisierung nachdenken.
Virtualisierung tut not
Rigoros virtualisierte Speicherressourcen gelten zunehmend als Hoffnungsträger: Sie sollen schlecht ausgelastete, unübersichtliche Speicherinstallationen besser nutzen, verwalten und gestalten. Die Technik ist bei Servern dank Unternehmensvorreitern wie Vmware oder Citrix/Xensource mittlerweile fast Allgemeingut. So macht sie sich nun auch bei der Speichervirtualisierung breit. Frei nach der einfachen Formel: Warum soll, was bei Servern recht ist, bei Storage nicht billig sein?
Marcellus Scheefer, Brand-Leader Storage bei IBM
Marcellus Scheefer, Brand-Leader Storage bei IBM: »Das Kernziel der Virtualisierung ist die heterogenen Speicherinfrastrukturen unserer Kunden herstellerunabhängig und zentral verwalten zu können. Virtualisierung ist ganz klar ein Tool, das dem Anwender hilft, solch komplexe Angelegenheiten zu managen. Wir haben damit vor vier Jahren angefangen.«
Stefan Roth, IT-Architecture-Consultant der Sales-Consulting-Organisation bei Fujitsu Siemens Computers (FSC)
Stefan Roth, IT-Architecture-Consultant der Sales-Consulting-Organisation bei Fujitsu Siemens Computers (FSC): »Viele Unternehmen kombinieren Virtualisierung mit der entsprechenden Automatisierung. Ziel ist es, die physikalischen Ressourcen zu klassifizieren und den IT-Services dynamisch zuweisen zu können. FSC bietet hierfür seit einigen Jahren entsprechende Lösungen für das Dynamic-Data-Center. Außerdem geht es vielen Kunden um Ausbaufähigkeit und Investitionsschutz: Dazu kann eine Virtualisierung gute Beiträge leisten. Wichtig ist, dass man auch die nötigen Monitoring- und Automatisierungs-Layer einführt.«
Frank Herold, Manager Presales and Consulting für Central-Europe bei Quantum
Frank Herold, Manager Presales and Consulting für Central-Europe bei Quantum: »Wir sprechen zwar mit Kunden über Kapazität, Geschwindigkeit und Ausfallsicherheit. Aber wenn man genauer zuhört, dann geht es neuerdings auch um Themen wie Datenklassifizierung. Das lässt sich über Virtualisierungslayer recht gut darstellen. Beim Vergleich einer klassische mit einer virtualisierten Speicherlandschaft sehen wir: Die Auslastung lässt sich typischerweise von 60 Prozent auf mindestens 80 Prozent steigern.«
Peter Wüst, Director Systems Engineering bei Netapp
Peter Wüst, Director Systems Engineering bei Netapp: Die jetzige Virtualisierungswelle schließe sich nahtlos an das Konsolidierungsthema an. »Ein Anwender hat nun einfach nicht mehr diese 1:1-Abhängigkeit von den physikalischen Gegebenheiten seiner Storage-Infrastruktur. Vorher konnte er eine bestimmte Storage-Einheit nur einem bestimmten Server zuweisen. Nun lässt sie sich einzelnen Applikationen in einem Netzwerk zuweisen. Alleine das ist eigentlich schon Grund genug, Virtualisierung zu machen. Und wenn ein Anwender eine richtige Storage-Konsolidierung durchgeführt hat, dann hat er einen riesigen Storage-Pool, den er nun auch managen muss. Mit Virtualisierung kann er nun Mehrwerte wie Thin-Provisioning oder Deduplikation rausgreifen. So rechnet sich das auch von den Kosten.«
Dr. Frank Nobbe, Director Enterprise-Business bei Fast Lane
Dr. Frank Nobbe, Director Enterprise-Business bei Fast Lane: Die Virtualisierung habe vor allem einen Vorteil: »Die Fähigkeiten, die Daten über die Systeme mehrerer Storage-Hersteller hinweg endlich richtig zu managen, steigt gewaltig an. Damit lassen sich letztendlich wirklich Kosten sparen, denn der Administrationsaufwand sinkt nachweisbar.« Beim Anwender seien die Vorteile von Virtualisierung mittlerweile im Prinzip angekommen. »Wir merken ganz klar, dass das Thema in unseren Schulungen vermehrt nachgefragt wird. In einem Drei-Tages-Kurs zum Thema SAN nimmt die Virtualisierung bereits alleine einen halben Tag ein.«
Thomas Hatton, Channel-Consultant Global-Partner bei Hitachi Data Systems (HDS)
Thomas Hatton, Channel-Consultant Global-Partner bei Hitachi Data Systems (HDS): »Reduzierung der Komplexität« sei ein ganz wichtiger Punkt, wenn sich ein Anwender für Virtualisierung entscheide. »Kein Kunde fängt mit seinem Rechenzentrum auf der grünen Wiese an. Jeder hat eine über die Jahre mehr oder weniger gewachsene heterogene Storage-Infrastruktur. Und diese Komplexität – verbunden mit Datenwachstumsraten von 50, 60 oder 100 Prozent pro Jahr – will verwaltet werden.« So ließen sich beispielsweise »Volumes im laufenden Betrieb zwischen den verschiedenen Storage-Systemen hin- und herzuschieben, ohne die Applikation runterfahren zu müssen. Das sind ganz klare Vorteile, die das Leben der Admins vereinfachen.«
Wilfried Platten, Marketing & Public-Relations bei AMI American Megatrends International
Wilfried Platten, Marketing & Public-Relations bei AMI American Megatrends International: »Der mit der Virtualisierung verbundene Kostenspareffekt ist der primäre Treiber dafür, dass aus dem Hype um das Thema ein echter Trend geworden ist. Technik für sich alleine sei zwar schön und gut. »Aber letztendlich steht ein IT-Administrator heute mehr denn je unter dem Druck: Er muss nachweisen, dass das, was er tut, sich auch positiv in seiner Kostenbilanz niederschlägt. Und hier ist Virtualisierung für die meisten ein Thema.«
Siegfried Betke, Director Central-Europe bei Datacore Software
Siegfried Betke, Director Central-Europe bei Datacore Software: »Wir haben Kunden, die arbeiten nach einer Virtualisierung mit unserer Software auf einmal mit 90 Prozent Auslastung. In Einzelfällen sind es 95 Prozent. Das kann man nun in einer TCO-Berechnung abbilden. Hinzu kommt, dass man mit Virtualisierung auch die Ausführungsgeschwindigkeit von Applikationen mit ins Spiel bringen kann. Wir haben Kunden, die spiegeln damit von SAS- auf SATA-Boxen – und bekommen mit Virtualisierung auf einmal auf gleiche Performance-Werte.«
Jürgen Schelbert, Produktmanager Storage bei Dell
Jürgen Schelbert, Produktmanager Storage bei Dell: Die Kunden akzeptierten Virtualisierung mittlerweile als Standardprodukt: Deshalb sei der Virtualisierungstrend so weit fortgeschritten. »Wir führen aktuell sehr viele Server-Virtualisierungen für unsere Kunden durch. Sieht ein Kunde sieht, wie einfach ein Server-Virtualisierungsprojekt funktioniert, dann wird daraus oftmals auch ein Storage-Virtualisierungsprojekt. Dazu kommt als zweites, dass die Server auf einmal besser ausgelastet sind. Es hängt aber auch von der Heterogenität der Installation ab. Aber in vielen Fällen, in denen ein Kunde Bedarf an neuem Speicher hat, können wir bereits mit einem Virtualisierungsprodukt dies abdecken.«
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