Storage: Festplatten:
Wie sich Festplatten vor der Sommerhitze retten lassen
Während sich der Mensch über den Sommer freut, quittieren Festplatten bei hohen Temperaturen den Dienst. Bei Temperaturen von 30 Grad wird es kritisch. Der Datensicherungsspezialist Attingo gibt Tipps, wie die Platte cool bleibt.
Server und Storage-Systeme haben es im Sommer gut: Sie sind meist in Räumen mit Klimaanlage untergebracht, damit die Temperaturen in den Geräten im Normbereich bleiben.
Letzte Rettung: Wenn eine Festplatte einen Hitzeschock erlitten hat undden Dienst verweigert, hilft oft nur noch ein Datenrettungsdienst.
Anders sieht es bei Client-Systemen – und dem einen anderen Home-Office- oder Abteilungsserver aus. Diese Systeme werden dort aufgestellt, wo gerade Platz ist. Und das kann durchaus an einer Stelle sein, wo sich die Hitze staut oder die Systeme gar direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind (wie zum Beispiel bei meinem Arbeitsplatz-PC).
Problem: Notebooks in überhitzten Autos
Im Hochsommer kann die Temperatur in einem nicht klimatisierten Büro schnell auf 25 bis 30 Grad ansteigen. Dann ist für die Daten auf Festplatten Gefahr in Verzug.»Wenn die Raumtemperatur 30 Grad beträgt, erreicht sie im Computer leicht 40 Grad, innerhalb der Festplatte 50 Grad«, sagt Nicolas Ehrschwendner, Geschäftsführer der österreichischen Datenrettungsfirma Attingo [1]. Die meisten Harddisks sind jedoch nur bis 60 Grad spezifiziert, und dieser Wert wird schnell überschritten.
Das gilt vor allem für Notebook-Festplatten: Bleibt der Rechner im Auto liegen, eventuell wegen der Diebstahlgefahr noch unter einer Abdeckung verborgen, werden laut Attingo mit Sicherheit 60 Grad überschritten. In diesem Fall kann es zu Problemen kommen.
Anzeichen für Überhitzung im Computer sind kurze Ausfälle, bei denen der Computer wenige Sekunden hängt, dann aber wieder funktioniert. Wenn die Festplatte beginnt, ungewöhnliche Geräusche zu machen, ist Feuer unter dem Dach: »Hier hilft nur sofortiges Ausschalten und sich an die Spezialisten wenden, dann kann ein größerer Schaden oft noch abgewendet werden«, sagt Ehrschwendner.
Zusatzlüfter und Festplatenkühler
Überhitzung lässt sich vermeiden, wenn der Nutzer für ausreichende Lüftung im Bereich der Festplatte sorgt, etwa mithilfe von Zusatzlüftern oder einem guten Festplattenkühlkörper. Keinesfalls dürfen beim Platteneinbau Isoliermaterialien verwendet werden.
Ideal, vor allem bei RAID-Festplattensystemen, ist der Einsatz in einem klimatisierten Rechnerraum. Ist keiner vorhanden, sollte das System zumindest an einem schattigen Platz aufgestellt werden, etwa in einem Zimmer an der Nordseite eines Gebäudes.
Regelmäßig Staub entfernen
Schlecht ist nach unseren (besser gesagt meinen) Erfahrungen zudem, ein System dort zu platzieren, wo ein Hitzestau auftreten kann, etwa unter dem Schreibtisch in einer Zimmerecke. Dies führte bei einem meiner beiden Dell-Rechner dazu, dass zwar nicht die Festplatte, dafür aber das Netzteil wegen Überhitzung explodierte und durch einen Spannungsstoß das Mainboard gegrillt wurde.
Oft wird unterschätzt, dass Rechner wahre Staubfänger sind. Im Lauf der Zeit bilden sich wahre Staubknäuel, die Lüftungsschlitze und Kühlkörper verstopfen. Also hin und wieder den Rechner öffnen und den Staub entfernen.
Gehäuse- und CPU-Lüfter ersetzen
Nutzer, die ihre Rechner nicht von der Stange kaufen, sondern bei ihrem Systemhaus, sollten zudem bei der Neuanschaffung eines Systems nachfragen, ob die Lüfter ausreichend dimensioniert sind.
In der Regel legen Billiganbieter diese Komponenten so aus, dass sie »gerade so« ausreichen. Das gilt auch für die Lüfter, die in Gehäusen verbaut werden, sowie die Komponenten, die den Boxed-Versionen von CPUs beiliegen. Lieber diese Teile gegen leistungsstärkere für etwa 50 bis 80 Euro gegen leistungsstärkere austauschen lassen als einen Hitzeschaden riskieren.
[1] http://www.attingo.com
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