Keine einheitliche Meinung:
Thema der Woche: Backup - Teil 3: Pragmatische Ansätze
Backup und Archivierung sind wie zwei Seiten einer Medaille. Dennoch werden die beiden in Unternehmen oftmals als zwei getrennte Themen betrachtet. Unternehmen aus dem Storage-Bereich nehmen Stellung, zu pragmatischen Ansätzen, um nach Backup auch Archivierung anzugehen.
Im dritten Teil finden Sie Statements von CA, Falconstor, Fast Lane, Fujitsu Siemens Computers, Kroll Ontrack Medien, Quantum, Netapp, Symantec und TIM.
Im ersten Teil [1] finden Sie eine Einschätzung verschiedener Firmen aus dem Storage-Bereich über die aktuelle Situation bei Backups in den Unternehmen. Dort gibt es Statements von CA, Falconstor, Fast Lane, Fujitsu Siemens Computers, Kroll Ontrack Medien, Quantum, Netapp, Symantec, TIM und Transtec.
Über Herausforderungen bei Recovery und Compliance nehmen die Unternehmen im zweiten Teil Stellung [2]. Lesen Sie die Aussagen von Falconstor, Fujitsu Siemens Computers, Netapp, Symantec und Transtec zur Frage von Recovery. Von CA, Fast Lane, Quantum, Symantec, TIM und Transtec gibt es Kommentare zu Compliance.
Keine einheitliche Meinung zum Vorgehen
Hat ein Unternehmen das Thema Backup gelöst, kann es jetzt mit dem Thema Archivierung liebäugeln. Aber es gibt unter den befragten Herstellern keine einheitliche Meinung zu einem pragmatischen Vorgehen. Ausnahme ist hier vielleicht, dass es wegen der Unveränderbarkeit der Daten WORM-fähige (Write-Once-Read-Many) Medien zum Einsatz kommen sollten.
Joe Plaschke, Enterprise-Business-Director bei Fast Lane
Joe Plaschke, Enterprise-Business-Director bei Fast Lane: Was die Speichertechnologie anbelange: »Man muss von Zeit zu Zeit seine Prozesse überprüfen, ob die Daten nach etlichen Jahren überhaupt noch gelesen werden können. Außerdem wird das Thema Verschlüsselung stärker forciert und in Lösungen implementiert werden: Nicht nur die Archivierung der Daten, sondern auch deren Vertraulichkeit muss sichergestellt werden.«
Steffen Rieber, Product-Manager bei Transtec
Steffen Rieber, Product-Manager bei Transtec: Das Problem sei: »Bis Archivierungsdaten mal zurückgespeichert werden, hat der zuständige Administrator schon mehrmals gewechselt. Und dann kann man die Daten zwar lesen, aber Dank Verschlüsselung nicht mehr verwenden.« Ein richtiges Schlüsselmanagement sei nicht ganz einfach: »IT-Systeme werden neu installiert, ausgetauscht, migriert und so weiter. So eine Verwaltung über verschiedene Generationen aufzusetzen, ist eine richtige Herausforderung.«
Robert Hasenstab, Product-Marketing-Manager bei Netapp
Robert Hasenstab, Product-Marketing-Manager bei Netapp: Kleinere Firmen sollten einen ganzheitlichen Ansatz verwenden. »Große Unternehmen können es sich leisten, nur einzelne Bereiche wie Backup, Archivierung oder Konsolidierung anzugehen. Aus der Sicht von Netapp ist es deshalb wichtig, dass Unternehmen in Technologien und Systeme investieren, die wachsen können. Sie sollten nicht an irgendeiner Stelle an Grenzen gelangen.«
Frank Herold, Manager Presales und Consulting Central-Europe bei Quantum
Frank Herold, Manager Presales und Consulting Central-Europe bei Quantum: Für kleinere Unternehmen ist es gut, für eine umfassende Strategie eher bei einem Systemhaus ihres Vertrauens anzuklopfen. »Diese können aus einem breiten Spektrum von Technologien und Produkten schöpfen. Firmen sollten nicht in das Schema verfallen: Welche Produkte und welche Tools taugen für welche Probleme. Firmen sollten die Aufgaben vielmehr von der Sache her angehen und dann schauen, mit welchen Mitteln sie es abdecken können.«
Sinisa Susovic, Principal-Sales-Consultant bei Symantec
Sinisa Susovic, Principal-Sales-Consultant bei Symantec: Der Gesamtlösungsgedanke sei sinnvoll. »Man muss erst mal den Bedarf beim Kunden ermitteln und nicht gleich zusehen, dass man diesem ein einzelnes Produkt verkauft. Zuerst geht es darum: Welche IT und Netzwerksysteme sind installiert? Wie ist der Workflow in einem Unternehmen und wie passiert bisher beispielsweise die Offline-Archivierung? Wenn das alles abgefragt worden ist, dann kann ein Unternehmen auch zu einer vernünftigen Lösung kommen.«
Wolfgang von Königslöw, Senior-Manager Projektdevelopment bei TIM
Wolfgang von Königslöw, Senior-Manager Projektdevelopment bei TIM: Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) sei es wichtig, an das Thema Backup und Archivierung als Ganzes heranzugehen. Das sei allerdings in der Praxis nicht immer einfach umzusetzen. »Über Backup rede ich mit einem dafür zuständigen Administrator. Aber bei Archivierung ist etwas Interdisziplinäres im Unternehmen. Hier gibt es unterschiedliche Fachabteilungen mit verschiedenen Interessen.« Gerade KMUs sollten sich mit DMS- (Dokumenten-Management-Systemen) oder ECM-Lösungen (Enterprise-Content-Management) befassen: »In der Praxis hat sich gezeigt, dass diese Projekte alle eigene Archivierungsansätze haben, die man bei einem Backup berücksichtigen kann.«
Guy Berlo, Geschäftsführer Falconstor Software
Guy Berlo, Geschäftsführer Falconstor Software: Datendeduplizierung sei eine sehr wichtige Technologie: »Damit kann ein Anwender die Storage-Kapazitäten enorm reduzieren. Außerdem kann ein Unternehmen nun das Thema im Sinne eines aktiven Archivs ganz anders angehen. Denn ich habe sehr viel länger Zugriff auf meine Daten in einem Online-Speicher, um ein Recovery zu fahren. Daten wurden früher nur ein paar Monate oder gar Wochen online gehalten. Jetzt lassen sie sich mit Deduplizierung in einer VTL (Virtual-Tape-Library) ein bis zwei Jahre online speichern. Erst danach werden sie für eine Langzeitarchivierung beispielsweise auf Tape überführt.«
Detlef Lieb, Senior-Product & Program-Manager
Storage-Systems bei Fujitsu Siemens Computers
Detlef Lieb, Senior-Product & Program-Manager Storage-Systems bei Fujitsu Siemens Computers (FSC): Es reiche nicht nur die Speichertechnologie zu betrachten. »Entscheidend ist vor allem, welche Werkzeuge und welche Software-Funktionen für diese Aufgabenstellung verfügbar sind. Die Frage nach dem Medium wie Disk, Tape, Blue-Ray oder eine andere Optical-Disk ist eher eine temporäre Frage. Sie wird in ein paar Jahren schon wieder anders beantwortet werden. Man muss sich über Migrationskonzepte im Klaren sein: Was sind Langzeitarchivierungs- und was sind kurzfristige Backup-Daten? Wenn das geklärt ist, lässt sich die Frage nach dem richtigen Format und den Medien leicht entscheiden.«
Florian Wörndle, Supervisor Data-Recovery-Engineering bei Kroll Ontrack
Florian Wörndle, Supervisor Data-Recovery-Engineering bei Kroll Ontrack: »Wenn alle Anwender ihre Backups erstellen und migrieren würden, dann wäre Ontrack arbeitslos.« Sehr viele Firmen vernachlässigten aber das Thema. Mittlerweile gingen etliche Unternehmen dazu über, im Rahmen eines »vermeintlichen Migrationskonzepts« frühere LTO-Bandgenerationen in neueren LTO-Laufwerken zu überschreiben. »Und sogar hier stellt sich heraus, dass das Unternehmen die überschriebenen Daten plötzlich doch wieder braucht. Wir haben deshalb vor kurzem eine Methode entwickelt, um sogar Daten auf gelöschten oder teilweise überschriebenen LTO-Ultrium-Bändern wiederherzustellen.«
Stefan Ehmann, Business-Technology-Mann bei CA
Stefan Ehmann, Business-Technology-Mann bei CA: Eigentlich gebe es genug Technologien, um fast jede Anforderung zu erfüllen. »Ein Anwender muss sich doch nur noch im Klaren sein: Was brauche ich und wo will ich hin? Im Archivierungsbereich heißt das beispielsweise: Will ich ein rein passives Archiv mit Daten, die ich nur im Keller lagere? Oder will ich ein aktives Archiv, dessen Informationen ich unmittelbar im Unternehmen nutze? Danach kann ich mir dann die richtige Technologie und das passende Produkt dazu raussuchen.«
[1] nwc/home/artikel/archive/140/article/thema-der-woche-backup-teil-1-stand-der-dinge/mag/thema%20der%20woche/
[2] thema-der-woche-backup-teil-2-recovery-und-compliance/
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