Wachstumsmarkt Desktop-as-a-Service:
NetApps Pläne im Service Provider-Geschäft

von Ulrike Garlet (ulrike.garlet@crn.de)

26.03.2014

Service Provider übernehmen im Channel von NetApp eine wichtigere Rolle. Der Speicherspezialist schafft einen einheitlichen Channel.

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Johannes Wagmüller, Director Systems Engineering bei NetApp, Foto: NetApp

NetApp bleibt seinen Wurzeln als Speicherhersteller treu. »Wie definieren uns als Storage Company«, stellt Johannes Wagmüller, Director Systems Engineering bei NetApp, klar. Während Konkurrent EMC in den vergangenen Jahren zahlreiche Unternehmen akquiriert und sich auf diesem Weg ganz neue Märkte, etwa für Big Data oder Security erschlossen hat, möchte NetApp neue Wachstumsmärkte vor allem durch Technologie-Partnerschaften adressieren. Auch eigene Cloud-Services bietet NetApp bewusst nicht an, um mit den Partnern nicht in Konkurrenz zu treten. »Wir sind überzeugt, dass diese Offenheit der richtige Weg ist«, sagt Peter Wüst, Director Strategic Pathways bei NetApp. »Wir müssen Lösungen aus Technologie bauen, egal wem diese Technologiebausteine gehören.«

Im Zuge dieses Modells gewinnen Service Provider im Channel von NetApp immer mehr Bedeutung. Bereits vor zwei Jahren hat der amerikanische Hersteller ein eigenes Service Provider Programm gestartet. Weltweit arbeitet NetApp mittlerweile mit mehr als 150 Service Providern zusammen. In Deutschland gehören dazu große Anbieter wie BT, Verizon oder NTT. Aber auch lokale Service Provider wie Colt oder Freudenberg IT spielen eine wichtige Rolle im NetApp-Channel. »Wir wollen für jede Endkundenanforderung den richtigen Service Provider haben«, sagt Wüst.

Statt Service Provider, Reseller und Systemintegratoren weiterhin separaten Partnerprogrammen zuzuordnen, arbeitet NetApp seit dem vergangenen Sommer daran, einen einheitlichen Channel aufzubauen. Unterschiedliche Partnertypen haben nun die gleichen vertraglichen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Mit diesem Channel-Umbau trägt NetApp vor allem der Entwicklung Rechnung, dass die Grenzen zwischen den einzelnen Geschäftsmodellen seiner Partner zunehmend verwischen. »Wir haben die Schranken aus der Vergangenheit beseitigt«, sagt Peter Wüst. »Wir dürfen einem Partner nicht diktieren was er macht.«

Viel Potential für Desktop-as-a-Service

Peter Wüst, Director Strategic Pathways bei NetApp, Foto: NetApp

Vor allem klassische Systemhäuser haben mittlerweile oft den Schritt hin zu Cloud Offerings geschafft. Neben Branchenriesen wie Computacenter oder Cancom steigen mittlerweile auch kleinere Anbieter wie etwa das Dresdner Systemhaus SHD, IT Works aus Nürnberg oder Advanced Unibyte aus Reutlingen ins Cloud-Geschäft ein. Umgekehrt tun sich Service Provider noch schwerer, den Weg ins Reseller-Geschäft zu finden, erste Anbieter entdecken jedoch inzwischen das Zusatzgeschäft. QSC etwa nutzt mittlerweile vorhandene Endkunden-Kontakte, um auch traditionelle NetApp-Produkte zu verkaufen.

Vor allem Data Protection-as-a-Service-Angebote kommen nach Erfahrung von NetApp im Markt gut an. Backup ist bei IT-Verantwortlichen schließlich oft unbeliebt, da es angesichts der steigenden Datenmengen viel Zeit in Anspruch nimmt und keinen direkten Mehrwert verspricht. Backup als Service auszulagern kann deswegen eine Alternative sein. NetApp arbeitet in Deutschland mittlerweile mit 14 Service Providern zusammen, die Backup-as-a-Service auf Basis von NetApp-Technologie anbieten.

Hohe Wachstumsraten erwartet der Speicherhersteller in nächster Zeit vor allem für das Thema Desktop-as-a-Service (DaaS). Insbesondere BYOD und die Wunsch nach mehr Flexibilität am Arbeitsplatz bringen Bewegung in den Markt für Desktop-as-a-Service-Angebote. Marktforscher wie IDC gehen davon aus, dass in den kommenden Jahren immer mehr Arbeitsplätze virtuell als Cloud Service über Service Provider oder vom Unternehmen selbst bereitgestellt werden.

Das Angebot von Desktop-as-a-Service-Lösungen kann für Service Provider deswegen ein attraktives Geschäftsfeld darstellen. Angesichts der hohen Anforderungen an Leistung, Sicherheit und Service brauchen sie allerdings ein sinnvolles Pricing-Modell und eine auf DaaS ausgerichtete Infrastruktur, damit die Kosten-Nutzen-Rechnung für sie aufgeht. Desktop-as-a-Service basierend auf NetApp Storage bieten bislang Computacenter, Cancom und extend-it an.

Neue Produkte im Überblick

NetApp FAS8020, Foto: NetApp

NetApp hat kürzlich sein Portfolio um neue Enterprise Storage-Systeme und ein erweitertes Software-Angebot ausgebaut. Mit der »FAS8000«-Serie bringt der Speicherspezialist eine neue Generation seiner Unified Storage-Familie »FAS« auf den Markt. Bei der Lösung handelt es sich nach Herstellerangaben um das erste Enterprise Storage-System, das SAN, NAS und Storage-Virtualisierung auf einem einzelnen Hybrid-Array zusammenführt und vereinheitlicht. Es ist zudem die erste FAS-Plattform, die speziell für hoch skalierbare Storage-Umgebungen basierend auf dem Betriebssystem clustered Data ONTAP entwickelt wurde. Die neuen Storage-Systeme sollen zudem eine bis zu doppelt so hohe Performance und eine bis zu dreimal schnellere Flash-Beschleunigung als ältere FAS-Plattformen ermöglichen. Weitere Verbesserungen sind eine neue I/O-optimierte Storage-Architektur mit Intel Mikroarchitektur-Chipsatz, ein größerer Speicher und optimierte Flash-Unterstützung.

Die neue Virtualisierungs-Software »FlexArray« ermöglicht nach Angabe von NetApp eine einfache Virtualisierung und benutzerfreundliches Storage-Management. Sie ermöglicht der FAS8000 die Virtualisierung und das Management von Storage-Plattformen verschiedener Anbieter und ebnet so den Weg für Software Defined Storage (SDS). Die Software unterstützt ohne komplexe Add-ons sowohl SAN als auch NAS und kann jederzeit auf der FAS8000 aktiviert werden.

NetApp bringt außerdem die aktuelle Version 8.2.1 seines Betriebssystems clustered Data ONTAP auf den Markt. Die neue Version soll die Möglichkeiten eines unterbrechungsfreien Betriebs erweitern und die Datensicherheit und das Management von CIFS-Umgebungen verbessern soll. Mit clustered Data ONTAP lassen sich nach Herstellerangaben geplante Ausfallzeiten vermeiden und Infrastrukturen warten, ohne dass der Zugriff auf Benutzerdaten oder Applikationen unterbrochen wird.

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