»Cloud Services Made in Germany«:
NetApp baut Service Provider-Geschäft aus

von Ulrike Garlet (ulrike.garlet@crn.de)

08.08.2013

Über eine engere Zusammenarbeit mit Service Providern erweitert NetApp seine Cloud-Angebote. Services wie die »Enterprise Dropbox« sollen Systemhäusern den Einstieg ins Cloud-Geschäft erleichtern.

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Peter Wüst, Director Strategic Pathways bei NetApp

Speicherspezialist NetApp baut seine Service Provider-Initiative aus. »Vor eineinhalb Jahren haben wir das Thema Service Provider als extrem wichtig für uns erkannt«, sagt Peter Wüst, Director Strategic Pathways bei NetApp. Zwar gehören Provider wie T-Systems und BT bereits seit längerem zu den Partnern von NetApp, mittlerweile hat der Storage-Hersteller die Zahl der Service Provider-Partner jedoch ausgebaut und deren Betreuung intensiviert.

Im Geschäft mit Providern steht für NetApp dabei weniger der Verkauf der eigenen Infrastruktur-Lösungen im Vordergrund. »Uns geht es darum, gemeinsam mit den Service Providern Modelle zu entwickeln, wie auf Basis unserer Infrastruktur ein Service entstehen kann«, erklärt Peter Wüst, der bei NetApp für die strategischen Allianzen mit Herstellern und die Betreuung der Service Provider in Deutschland verantwortlich ist.

Mit seiner Anfang des Jahres gestarteten Service-Provider-Initiative »Cloud Services Made in Germany« möchte NetApp deswegen Provider und Systemhäuser etwa beim Angebot der sogenannten »Enterprise Dropbox« unter die Arme greifen. Denn in vielen Unternehmen nutzen Mitarbeiter kostenlose File-Sharing-Plattformen wie den populären Webdienst Dropbox zum Austausch geschäftskritischer Daten – und lassen dabei Sicherheitsrisiken außer Acht. »Wir sehen dieses Problem bei vielem unserer Kunden und wollen gemeinsam mit den Service Providern passende Lösungen bauen«, sagt Wüst im CRN-Gespräch.

Statt die Nutzung von Dropbox einfach zu verbieten, sei es für einen CIO einfacher, wenn er den Mitarbeitern eine sichere Alternative anbieten kann – wie etwa NetApps Sync & Share-Angebot, die so genannte »Enterprise-Dropbox«. Die Services basieren auf Daten-Infrastrukturen von NetApp und werden in Rechenzentren in Deutschland gehostet. Unternehmen, die den strengen deutschen oder europäischen Datenschutzrichtlinien unterliegen, müssen somit keine Compilance-Probleme befürchten.

Partner im Mittelpunkt

Da NetApp selbst keine Filesharing-Services anbietet, setzt der Speicherspezialist beim Angebot von Cloud-Angeboten wie der Enterprise-Dropbox auf seine Partner. Aktuell bieten vier Service Provider in Deutschland die Enterprise Dropbox an, weitere sollen nach Angabe von Wüst folgen.

Für Systemhäuser bietet NetApp drei Möglichkeiten, den Cloud-Service zu verkaufen. Dienstleister können sich selbst zu Service Providern entwickeln und dabei die Referenzarchitekturen von NetApp nutzen. Systemhäuser, die die erforderlichen Investments nicht stemmen können oder wollen, können mit Service Providern zusammenarbeiten und die Cloud-Lösung an ihre Kunden vermarkten. Auf seiner Partnerkonferenz, die im Juni in Venedig stattfand, hat NetApp bereits massiv für derartige Kooperationsmodelle geworben. Zudem können Reseller die Cloud Services auch über die Distribution beziehen. So bietet etwas Arrow mit »ArrowSphere« eine Plattform an, über die Reseller Cloud Services, die auf NetApp-Technologie basieren, beziehen und weiterverkaufen können.

»Systemhäuser nehmen das Thema Cloud unterschiedlich gut und schnell auf«, hat Peter Wüst festgestellt. Der Verkauf von Cloud Services sei nicht nur weniger konkret als der Produktverkauf, viele Dienstleister hätten auch ihre Bezahlsysteme noch nicht auf die neuen Geschäftsmodelle ausgerichtet. Mit der Enterprise Dropbox versucht NetApp deswegen einen Service anzubieten, der sich ähnlich wie ein Produkt verkaufen lässt. »Systemhäuser können sich so langsam an das Thema Cloud rantasten«, so Wüst.

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