Über Server-Virtualisierung hinaus:
VMware erhöht die Schlagzahl

von Werner Fritsch (wfritsch@weka-fachmedien.de)

19.03.2013

Eine Software-Suite für das End-User Computing hat VMware gerade fertiggestellt, am Software-defined Data Center wird gearbeitet und für hybride Clouds eine neue Geschäftseinheit eingerichtet.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)

Keine Beiträge im Forum. » Diskussion starten!

»Das Software-defined Data Center ist der Weg in die Cloud.« Thomas Kühlewein, Vice President Central EMEA bei VMware, im Interview mit CRN-TV auf der CeBIT 2013 (Foto: CRN)

Der Softwarehersteller VMware weitet seine Aktivitäten über die angestammte Server-Virtualisierung kontinuierlich aus. Wie Thomas Kühlewein, Vice President Central EMEA bei VMware, im Interview mit CRN dargelegt hat, sollen drei strategische Themen für Umsatzwachstum sorgen: Hybride Clouds, das Software-defined Data Center und das End User Computing.

»Das Software-defined Data Center ist der Weg in die Cloud«, erläutert Kühlewein. Mit dieser Vision will der Hersteller nach den x86-Servern nun auch Speicher und Netzwerkkomponenten virtualisieren, poolen und nach Bedarf und automatisch den Anwendungen zuweisen. Sicherheits- und Managementanforderungen sollen dabei berücksichtigt werden. Die letztes Jahr durch die Übernahme von Nicira ins Haus gekommene Network Virtualisation Platform wird im nächsten Quartal mit der eigenen Software vCloud Networking and Security in einem neuen Produkt namens NSX vereint sein. Kunden sollen damit Anwendungen schneller bereitstellen und kostengünstiger betreiben können.

Roland König, der bei dem IT-Dienstleister Bechtle das Geschäftsfeld Virtualisierung verantwortet, hält diese Entwicklung für »eine logische Konsequenz der letzten Jahre«. Wenn man einen Service verschieben wolle, müsse man auch diese Aspekte mitnehmen, folglich gehörten sie in den Virtualisierungslayer. Er räumt ein, dass es bei Speicher- und Netzwerkbausteinen große Vielfalt gebe, ist jedoch zuversichtlich, dass VMware nach und nach alle wichtigen unterstützen werde. Erste Erfolge lassen sich mit dieser erweiterten Form der Virtualisierung nach seinen Projekterfahrungen relativ rasch erreichen. Gleichwohl konstatiert er: »Wir stehen am Anfang.« Auch bei den Hybrid-Cloud-Lösungen erwartet er in Zukunft mehr Möglichkeiten im Hinblick auf Heterogenität. Bislang wird bei Dienstanbieter und -nutzer ein VMware-Stapel vorausgesetzt.

Neu gegründet hat VMware eine Geschäftseinheit namens Hybrid Cloud Services und Bill Fathers als Senior Vice President und General Manager zum Leiter ernannt. Zuvor hatte er als President für den amerikanischen Hosting- und Cloud-Anbieter Savvis gearbeitet. In der neuen Einheit sollen neue Aktivitäten für das Marktsegment Infrastructure as a Service (IaaS) angesiedelt werden. So sollen Anwenderunternehmen Workloads aus ihrer Private Cloud einfacher in eine Public Cloud verschieben können. Entsprechende Dienste sollen noch in diesem Jahr über den Channel vertrieben werden. Bislang lag derartiges Hosting oder Service Providing ausschließlich bei Partnern.

Zentraler Zugangspunkt für Benutzer

Seit kurzem ausgeliefert wird ein neues Softwarepaket namens Horizon Suite für Clients. Enthalten sind drei Komponenten: die altbekannte Software View zur Virtualisierung und Verwaltung von Windows-Desktops, die zugekaufte Software Mirage für physische PCs sowie die neu entwickelte Software Workspace, mit der sich Daten und Programme für beliebige Endgeräte einschließlich Smartphones und Tablets bereitstellen lassen. Endanwender können per Single Sign-on arbeiten. »Mit Horizon liefern wir einen zentralen Zugriffspunkt«, fasst Kühlewein zusammen.

Der CEMEA-Chef betont, dass es sich bei der Horizon Suite im Unterschied zu Angeboten von Wettbewerbern um »eine integrierte Lösung« handle. Vertriebs- und Dienstleistungspartnern des auf den Channel ausgerichteten Unternehmens würden sich dadurch neue Geschäftschancen eröffnen. »Die Partner machen aus unseren Technologien Lösungen für die Endkunden«, verallgemeinert der Manager.

»Die Aufwände für Lösungen mit der Horizon Suite sind minimal. Somit kann für Kunden sehr schnell Nutzen erzeugt werden«, bescheinigt Gunter Papenberg, Chief Financial Officer bei dem IT-Dienstleister Wusys. Bechtle-Manager König erwartet, dass VMware die Verwaltungsfunktionen weiter ausbauen wird. Im Moment hätten Spezialisten wie Mobile Iron in dieser Hinsicht für Tablets und Smartphones mehr zu bieten, Kunden setzen diese Software oft ergänzend ein.