Teradata verliert Umsatz, QlikTech legt kräftig zu:
Deutscher Business-Intelligence-Softwaremarkt knackt die Milliarden-Euro-Marke

von Werner Fritsch (wfritsch@weka-fachmedien.de)

21.09.2012

Durch zweistelliges Wachstum übertraf der Markt für Business-Intelligence-Software in Deutschland 2011 die Summe von einer Milliarde Euro, hat das Beratungshaus BARC ermittelt. Am Frontend führt SAP, im Backend hingegen Oracle. Großanbieter wuchsen unterdurchschnittlich, kleinere Hersteller nutzten ihre Chancen.

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Die zehn umsatzstärksten Anbieter vereinen drei Viertel des deutschen Markts für Business-Intelligence-Software auf sich. (Quelle: BARC)

Das Würzburger Beratungsunternehmen BARC hat die Umsätze der Software-Anbieter des Bereichs Business Intelligence (BI) in Deutschland ermittelt. Mehr als 250 Unternehmen offerieren hierzulande zirka 500 BI-Produkte. Der Erhebung zufolge haben sie damit im Jahr 2011 1,07 Milliarden Euro umgesetzt, 11,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Darin sind Lizenz- ebenso wie Wartungserlöse enthalten, On-Premise- ebenso wie Cloud-Szenarien.

Das Wachstum des BI-Markts lag 2011 über der durchschnittlichen jährlichen Rate (Compound Annual Growth Rate, CAGR) der letzten fünf Jahre, die 10,8 Prozent beträgt. Der Markt zeigte sich insgesamt stark. Nur rund zehn Prozent der 58 Anbieter mit mehr als einer Million Euro Softwareumsatz mussten Rückgänge verzeichnen.

BARC unterteilt den BI-Gesamtmarkt in die Segmente Endanwender-Tools am Frontend und Datenmanagement-Werkzeuge im Backend, die wiederum aus mehreren Subsegmenten bestehen. Das Frontend-Segment machte 2011 mit 630 Millionen Euro Softwareumsatz 59 Prozent des Gesamtmarkts aus und zeigte mit 14 Prozent eine höhere Wachstumsrate als das Backend-Segment, das 2011 um neun Prozent auf 440 Millionen Euro zulegte und damit 41 Prozent des Gesamtmarktes erreichte.

Die aktuelle Umsatzrangliste führt wie im Vorjahr bei den Frontend-Tools SAP und beim Datenmanagement Oracle an. Im Gesamtmarkt für BI-Software liegt SAP mit einem Umsatz von 171 Millionen Euro vorn, gefolgt von Oracle mit 140 Millionen und IBM mit 135 Millionen Euro. Unter den größeren Anbietern ist QlikTech der klare Aufsteiger: Das Wachstum von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sorgte für einen Umsatz von 36 Millionen Euro, was auf der Rangliste Platz sieben bedeutet. Dieser Hersteller punktet mit einfach zu bedienenden Frontends sowie Datenhaltung im Arbeitsspeicher. Der Absteiger des Jahres 2011 heißt Teradata: Dieses auf große Data-Warehouse-Lösungen sepezialisierte Unternehmen setzte hierzulande 8 Prozent weniger um als im Vorjahr.

Kleinere Anbieter beleben den Markt

Die zu beobachtende Zunahme der Anbieter wird überwiegend von Unternehmen getragen, die in anderen Märkten beheimatet sind und im Zuge einer Internationalisierungsstrategie auch in den deutschsprachigen Raum expandieren. Deutschland erscheint diesen Herstellern sowohl makroökonomisch, aufgrund des trotz der Euro-Krise anhaltenden Wachstums, als auch im Besonderen wegen der Dynamik des BI-Markts lohnend.

»Interessant ist, dass die Marktkonzentration auf die großen Anbieter nicht weiter fortschreitet. Anbieter im Mittelfeld des Marktes können mit innovativen und auf Fachanwender ausgerichteten Produkten sehr stark wachsen und machen den großen Anbietern das Leben schwerer«, kommentiert Carsten Bange, BARC-Geschäftsführer und Hauptautor der Studie.

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