Übernahmeangebot:
Easy Software lehnt Allgeier-Angebot ab
Der Vorstand des ECM-Spezialisten Easy Software hat seinen Aktionären empfohlen, das vorliegende Übernahmeangebot der Systemhausgruppe Allgeier nicht anzunehmen. Als Begründung heißt es, der Kaufpreis sei »nicht angemessen«.
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Der Vorstand von Easy Software rät den Aktionären das Allgeier-Angebot abzulehen, Foto: N-Media-Images/Fotolia
Der Übernahmeversuch von Easy Software durch Allgeier steht unter keinem guten Stern. Allgeier hatte in der letzten Juliwoche eine Übernahmeofferte für den Softwarehersteller aus Mühlheim an der Ruhr vorgelegt. Die Münchner Systemhausgruppe hatte vier Euro pro Aktie von Easy Software geboten. Das Übernahmeangebot knüpfte Allgeier an die Bedingung, mindestens 75 Prozent der Aktien übernehmen zu können.
Vorstand und Aufsichtsrat haben den Aktionären von Easy Software nun jedoch geraten, das Übernahmeangebot nicht anzunehmen. Der Kaufpreis sei »nicht angemessen«, so das Management von Easy Software. Die Annahmefrist für die Aktionäre endet am 21. August.
Easy Software ist auf das Geschäft mit plattformübergreifenden Lösungen für elektronische Archivierung, Dokumenten-Management und Enterprise Content Management (ECM) spezialisiert. Für den IT-Dienstleister Allgeier gehört das Geschäft mit Enterprise Content Management ebenfalls zu den Schwerpunkten seiner Division IT Solutions.
Im Visier der Staatsanwaltschaft
In jüngster Vergangenheit hat Easy Software allerdings vor allem durch Ermittlungen gegen mehrere seiner Manager für Schlagzeilen gesorgt. Nachdem die Staatsanwaltschaft Essen im vergangenen Jahr Ermittlungen wegen des Verdachts auf Untreue aufgenommen hatte, wurde der damalige Vorstandsvorsitzende Gereon Neuhaus im Juni 2011 von seinem Posten abberufen. Mittlerweile wurde Anklage gegen den ehemaligen Easy Software-Chef erhoben.
Auch gegen den Chef des Aufsichtsrates, Manfred Wagner, sind mittlerweile schwere Vorwürfe laut geworden. Anfang Juli wurde bekannt, dass die Lupus-Alpha-Gruppe, einer der Anteilseigener von Easy Software, den Aufsichtsratschef beschuldigt, sich unrechtmäßig bereichert zu haben. Wagner ist in Besitz von mehr als einem Viertel der Aktien von Easy Software und zudem Eigentümer einer schwer durchschaubaren Unternehmensgruppe mit einer ganzen Reihe von Tochtergesellschaften. Wagner soll dabei seine persönlichen Verbindungen zu Firmen verschwiegen haben, die mit Easy Software Geschäft gemacht haben.
Ausgestanden sind die Turbulenzen bei Easy Software noch nicht. Die Aktionäre haben auf der Hauptversammlung in der vergangenen Woche sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat die Entlassung verweigert. Die Hauptversammlung hat zudem Sonderprüfungen beschlossen und will gegebenenfalls Schadensersatzforderungen gegen Aufsichtsrat und Vorstand geltend machen. Allgeier möchte laut einer Stellungnahme an den Übernahmeplänen dennoch festhalten.
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