Trotz Ermittlungen der Staatsanwaltschaft:
Allgeier plant Übernahme von Easy Software
Allgeier will durch die Übernahme von Easy Software die eigene Position im Markt für Enterprise Content Management stärken. Gegen aktuelle und ehemalige Manager von Easy Software werden jedoch schwere Vorwürfe erhoben. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt.
(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)
Keine Beiträge im Forum. » Diskussion starten!
Marcus Goedsche, Mitglied des Vorstands von Allgeier
Allgeier möchte Easy Software übernehmen. In der vergangenen Woche hat die Münchner Systemhausgruppe vier Euro pro Aktie des Softwareanbieters aus Mühlheim an der Ruhr geboten. Das entspricht einer Prämie von gut 17 Prozent gegenüber dem Dreimonats-Durchschnittskurs zum Stichtag 2. Juli. Allgeier würde damit rund 80 Millionen Euro für Easy Software bezahlen. Das Angebot hat die Münchner Systemhausgruppe allerdings an die Bedingung geknüpft, 75 Prozent der Aktien übernehmen zu können. Die Annahmefrist für die Aktionäre endet am 21. August.
Easy Software ist auf das Geschäft mit plattformübergreifenden Lösungen für elektronische Archivierung, Dokumenten-Management und Enterprise Content Management (ECM) spezialisiert. Für den IT-Dienstleister Allgeier gehört das Geschäft mit Enterprise Content Management bereits zu den Schwerpunkten seiner Division IT Solutions. Mit Lösungen wie dem Archivierungssystem »Scanview« unterstützt Allgeier Unternehmen bereits dabei, ihre Geschäftsprozesse zu verschlanken und zu automatisieren.
Durch die Übernahme entstünde einer der führenden Softwareanbieter im ECM-Bereich in Deutschland. »Die Easy Software passt hervorragend zu unseren bestehenden Gruppenunternehmen. Mit diesem Angebot zeigen wir ein ernsthaftes Interesse an einer gemeinsamen Zukunft beider Unternehmen unter dem Dach der Allgeier«, sagt Marcus Goedsche, Mitglied des Vorstands von Allgeier.
Ein Skandal nach dem anderen
Manfred Wagner, Aufsichtsratsvorsitzender bei Easy Software
In jüngster Vergangenheit hat Easy Software allerdings vor allem durch Ermittlungen gegen mehrere seiner Manager für Schlagzeilen gesorgt. Nachdem die Staatsanwaltschaft Essen im vergangenen Jahr Ermittlungen wegen des Verdachts auf Untreue aufgenommen hatte, wurde der damalige Vorstandsvorsitzende Gereon Neuhaus im Juni 2011 von seinem Posten abberufen. Mittlerweile wurde Anklage gegen den ehemaligen Easy Software-Chef erhoben.
Auch gegen den Chef des Aufsichtsrates, Manfred Wagner, sind mittlerweile schwere Vorwürfe laut geworden. Anfang Juli wurde bekannt, dass die Lupus-Alpha-Gruppe, einer der Anteilseigener von Easy Software, den Aufsichtsratschef beschuldigt, sich unrechtmäßig bereichert zu haben. Wagner ist in Besitz von mehr als einem Viertel der Aktien von Easy Software und zudem Eigentümer einer schwer durchschaubaren Unternehmensgruppe mit einer ganzen Reihe von Tochtergesellschaften. Wagner soll dabei seine persönlichen Verbindungen zu Firmen verschwiegen haben, die mit Easy Software Geschäft gemacht haben.
Ausgestanden sind die Turbulenzen bei Easy Software noch nicht. Die Aktionäre haben auf der Hauptversammlung in der vergangenen Woche sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat die Entlastung verweigert. Die Hauptversammlung hat zudem Sonderprüfungen beschlossen und will gegebenenfalls Schadensersatzforderungen gegen Aufsichtsrat und Vorstand geltend machen. Allgeier möchte laut einer Stellungnahme an den Übernahmeplänen dennoch festhalten.
- 1. Seite: Allgeier plant Übernahme von Easy Software
- 2. Seite: Ein Skandal nach dem anderen
» Newsletter abonnieren
Täglich aktuelle News und Hintergründe für Fachhändler, ITK-Hersteller, Distributoren und aus der Online-Welt.
» Tipp der Redaktion
So feiert F-Secure 25. Geburtstag
F-Secure wird 25 Jahre alt. Das Firmenjubiläum nutzte der finnische Security-Spezialist für eine Party über den Dächern von München. Hier die besten Bilder.
Weltweiter IT-Vandalismus artet aus
Microsoft hat es mal wieder geschafft. Der dystopisch-imperialistische Großkonzern hat auf einen Schlag viele Menschen ihrer Lebengrundlage beraubt und gleichzeitig eine der wichtigsten strukturellen Stützen des Internets zerstört - die Botnetze.
» Bilderstrecken
» Meistgelesene News
Weltweiter IT-Vandalismus artet aus
Microsoft hat es mal wieder geschafft. Der dystopisch-imperialistische Großkonzern hat auf einen Schlag viele Menschen ihrer Lebengrundlage beraubt und gleichzeitig eine der wichtigsten strukturellen Stützen des Internets zerstört - die Botnetze.
Männer sind Schweine - und das ist auch gut so
In einem aktuellen Werbespot macht sich Samsung herbe über die vermeintlichen Marotten der Männerwelt lustig, die dringend ein Update nötig machen.