Partnerkonferenz in Toronto:
Microsofts Zukunft hängt an Windows 8

von Karl-Peter Lenhard (kplenhard@weka-fachmedien.de)

20.07.2012

Cloud-Services und das neue Betriebssystem Windows 8 standen im Fokus der weltweiten Partnerkonferenz von Microsoft. Mittelstandschef Martin Berchtenbreiter stimmte bei der deutschen Keynote die Partner mit deutlichen Worten auf das neue Geschäftsjahr ein.

»Mit Windows 8 beginnt eine neue Ära«, Jon Roskill © Microsoft

Eine neue Ära verkündete Jon Roskill, Channel-Chef von Microsoft, auf der weltweiten Partnerkonferenz (WPC). Mit Windows 8 soll systemübergreifend eine Plattform entstehen, die den Konzern wieder an die IT-Spitze zurückführen soll. Dazu hatten sich 16.000 Partner in Toronto eingefunden, um die neuesten Produkte und Lösungen des Herstellers aus Redmond live zu erleben. Während die letzten Jahre noch von einem energischen Microsoft-CEO auf der Bühne geprägt waren, der keine Sekunde stillstehen konnte, war Ballmers Auftritt auf der diesjährigen WPC ungewöhnlich ruhig. Trotzdem hatte Ballmer eine Menge zu verkünden: »Dieses Jahr wird das wichtigste für Microsoft. Nie war es besser, Microsoft Partner zu sein, denn dieses Jahr haben wir die meisten Produkt- und Serviceneueinführungen unserer Firmengeschichte. Windows 8, Windows Phone 8, Windows Server 2012, Windows Azure und Office 365; das schafft massive Möglichkeiten für unsere Partner ihr Geschäft positiv zu entwickeln«, jubelte Ballmer.

Kurt DelBene, verantwortlich für die Office Division, stellte Office 365 Open vor. Mit diesem Angebot soll rund um die Cloud-Lösung Office 365 ein klassisches Reseller-Modell aufgebaut werden. Eigene Services können nun gekoppelt werden und die Partner können ihre Lösungen mit dem Kunden jetzt direkt verrechnen.

Windows 8 erscheint am 26. Oktober

Tami Reller stellte neben Ultrabooks und Tablets auch das neue Windows 8 vor. © Microsoft

Microsoft-CFO Tami Reller durfte das Herzstück des Unternehmens präsentieren und gab offiziell den Marktstart von Windows 8 bekannt. Zwar wollte Reller kein genaues Datum für Windows 8 nennen, verkündete aber, dass die RTM-Version von Windows 8 in der ersten August Woche fertiggestellt wird und gegen Ende Oktober Windows 8 im Handel erscheint. Mittlerweile hat sich Windows-Chef Steven Sinofsky zum genauen Start von Windows 8 geäußert. Das Betriebssystem erscheint am 26. Oktober 2012. Enterprise-Kunden steht das das Betriebssystem schon Ende August zur Verfügung.

Wohin der Weg von Windows 8 gehen könnte zeigte Perceptive Pixel, das neueste Mitglied des Konzerns. Der Hersteller hat sich mit einem überdimensionalen Touchscreen schon während der vergangenen US-Wahlen einen Namen gemacht. Firmengründer Jeff Han präsentierte die Vorzüge seines 82-Zoll-Geräts, das Multitouch unterstützt und eine unglaubliche Performance an den Tag legte.

Keine Spur von Surface

Vom Surface war auf der WPC 2012 nichts zu sehen. ©Microsoft

Trotz der vielen Neuankündigungen blieb den Microsoft-Tablets nur eine Statisten-Rolle. Zwar fanden sie eine kurze Erwähnung bei Tami Rellers Produktvorstellung zu Windows 8, blieben aber eine Randerscheinung. Dafür ließ sich Reller viel Zeit bei der Präsentation der anderen Geräte. Fast schien es, als müsste Microsoft seinen Hersteller-Partnern möglichst viel Zeit einräumen, um die Wogen der Surface-Vorstellung vor einigen Wochen zu glätten, den viele Analysten als »Schlag ins Gesicht der Partner« gewertet hatten.

Neben Windows 8 präsentierte Microsoft auf der WPC auch Neuerungen für das Datacenter, das sich laut SatyaNadella, President Server and Tools Business, verändern müsse. Dazu präsentierte er die Community Technology Preview (CTP), das Hosting Service Providern neue Technologien zur Verfügung stellt, die eine bessere Nutzung ihrer Windows Server-Rechenzentren sowie konsistente Einsatzmöglichkeiten von Azure-Services ermöglichen soll. Ab September wird Windows Server 2012 im Handel erhältlich sein. Dass Microsoft seiner neuen Technologie vertraut, zeigt das Beispiel der eigenen Suchmaschine Bing, welche schon in der neuen Umgebung läuft.Mit »Switch toHyperV« kündigte Nadella zudem ein Programm an, das den Partnern Hilfestellungen sowie Softwaretools für die Migration von VMware auf HyperVzur Verfügung stellt.

Unterstützung in der Cloud

Bernd Stopper und Martin Berchtenbreiter auf der deutschen Keynote in Toronto.

Martin Berchtenbreiter, Chef des Mittelstands- und Partnergeschäft, und Bernd Stopper, Channel-Chef Deutschland, präsentierten den 500 angereisten deutschen Partnern neue Geschäftmöglichkeiten mit dem Microsoft Produkt-Portfolio. So will Microsoft seinen Partnern bei den Cloud-Services unter die Arme greifen. Mit dem »Cloud Navigator« stellt das Unternehmen ein Modell vor, das die Partner schrittweise mit strukturierten Prozessen in die Cloud führen soll. Der »Cloud Guide toProfitibility« soll zeigen, wie das Geschäft mit und ohne Cloud aussehen würde, welche Investitionen zu tätigen wären und welche Margen sie erzielen könnten. Um die Kunden erst einmal auf die Plattform zu bringen und für Online-Service zu begeistern, setzt Berchtenbreiter voll auf die Partner. Nur gemeinsam könne man dieses Geschäftsfeld entwickeln, so sein Aufruf an die Partner: »Compete to win! Wir werden uns gemeinsam aufstellen und diesen Bereich nicht aufgeben. Im Gegenteil, wir werden Gas geben, kämpfen und durchhalten.«

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