Open-Source-Modell bei ECM im Aufwind:
Alfresco passt Software an Trends an und baut den Channel aus

von Werner Fritsch (wfritsch@weka-fachmedien.de)

23.02.2012

Wegen der großen Nachfrage hat der Softwarehersteller Alfresco Ende letzten Jahres seine Channel-Kapazitäten erweitert. Nun bringt er die neue Version seines quelloffenen Pakets für Enterprise Content Management (ECM) auf den Markt, die den aktuellen Trends zu sozialen Netzwerken, mobilem Arbeiten und Cloud-Lösungen Rechnung trägt.

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Paul Holmes-Higgin, Chief Product Officer bei Alfresco, hat seine ECM-Software für Clouds, Social Media und Mobilität fit gemacht.

2011 kamen bei Alfresco weltweit 45 neue Partner hinzu, der Umsatz des Channels wuchs um mehr als 40 Prozent. Der Softwarehersteller hat deshalb Ende letzten Jahres seine Mitarbeiter im Bereich des indirekten Vertriebs weltweit verdoppelt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz hat Oliver Gaus, bislang Account Manager, die Funktion des Channel-Managers übernommen. Hierzulande gibt es derzeit etwa zehn Reseller, mit Distributoren arbeitet man nicht zusammen.

Diese Erweiterung der Kapazitäten für Partner soll Alfresco helfen, neue Partner zu gewinnen und bestehende bei Neukundengewinnung und Marketingaktionen besser zu unterstützen. Das Unternehmen will auf diese Weise dafür sorgen, die international wachsende Nachfrage bedienen zu können. Kernaufgabe der Channel-Mitarbeiter von Alfresco ist es, die Partner auszubilden und anzuleiten, um sie rasch zu erfolgreichen Multiplikatoren zu machen. Partner können über den Weiterverkauf der Software hinaus durch darauf bezogene Systemintegration und Softwareentwicklung Geld verdienen.

Eingerichtet hat Alfresco außerdem ein neues Partnerportal mit Marketingmaterial für Kampagnen, Werkzeugen zur Lead-Generierung, Vertriebsunterlagen, Präsentationen und Webinaren. Kommen wird außerdem ein Marketplace im Web, wo Partner ihre ISV-Software anbieten können. Eine Community-Fassung davon gibt es bereits unter dem Namen Alfresco Add-ons.

Damit sollte der Channel auch für die seit diesem Monat verfügbare Version 4 von Alfresco Enterprise gerüstet sein. »Wir haben unsere ECM-Software an Veränderungen angepasst«, erläutert Paul Holmes-Higgin, Chief Product Officer bei Alfresco. Konkret meint er damit die drei großen Trends zu Clouds, Social Media und mobilem Arbeiten. Der Zugriff auf Content ist nun mit beliebigen Endgeräten möglich, für iPads und iPhones gibt es Apps. Benutzer können Content jetzt wie bei Facebook mit »Gefällt mir« markieren und wie bei Twitter anderen Benutzern »folgen«. Außerdem können sie Inhalte in sozialen Netzwerken wie LinkedIn oder YouTube publizieren. Die Benutzeroberfläche bietet nun Funktionen für den Standard HTML5 mit Drag'n'Drop und Vorschau. Nicht zuletzt hat der Hersteller Performance und Skalierbarkeit gesteigert.

SaaS- und PaaS-Angebote kommen

Eine mandantenfähige SaaS-Version der ECM-Software will Alfresco im Frühling freigeben, zusammen mit Cloud Connectors zur Integration mit der On-Premise-Variante. Dann wird es auch eine Integration mit dem Webdienst Dropbox für Austausch, Synchronisation und Sicherung von Daten geben. Mittelfristig will Alfresco laut Holmes-Higgin auch ein PaaS-Angebot aufbauen, wobei der Fokus auf Content bleiben wird.

Mit rund 2.500 Kunden in 55 Ländern ist Alfresco heute der größte Anbieter von Open-Source-ECM. Seit dem Start 2005 erfolgten etwa 70 Prozent der Bereitstellungen durch Reseller, Systemintegratoren und OEM-Partner. Der Umsatz, den diese Partner mit Anpassung, Weiterentwicklung und Integration der Alfresco-Software erzielt haben, liegt Alfresco zufolge bei knapp einer Milliarde US-Dollar. Alfresco arbeitet nach dem Open-Source-Modell, die Enterprise-Variante der in der Sprache Java programmierten Software ist jedoch kommerziell und proprietär lizenziert.