Fünf Fehler vermeiden:
So wird die mobile BI-Nutzung nicht zur Stolperfalle

von Elke von Rekowski (rekowski@tellyou.de)

25.01.2012

Immer mehr Anwender arbeiten mobil. Das hat auch Auswirkungen auf Business Intelligence (BI) Software. In den kommenden zwei Jahren werden laut einer Studie von Howard Dresner bis zu 80 Prozent der Anwender ausschließlich mobil auf ihre BI-Applikationen zugreifen. Das kann gefährlich für Unternehmen werden.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)

Immer mehr Anwender wollen mobil auf BI-Applikationen zugreifen (Foto: auremar - Fotolia.com).

Da der Wunsch nach mobiler BI wächst, stürzen sich viele Unternehmen in entsprechende Projekte, oft ohne vorher eine klare Strategie definiert oder systematisch Anwenderwünsche erfasst zu haben. Das führt zu geringer Nutzerakzeptanz und kann sogar für das komplette Scheitern von Projekten sorgen, warnt jetzt Arcplan [1]. Das Unternehmen hat die fünf typischen Fallen aufgelistet, vor denen sich Unternehmen hüten sollten:

1) Die Funktions-Falle

Wenn Anwender zum ersten Mal mit mobilen Business Intelligence-Lösungen arbeiten, erwarten sie oft die gleichen Funktionen, wie sie diese vom Laptop oder PC kennen. Leider bietet mobile BI derzeit noch keine Funktionen wie „Drag & Drop” und so kommt es zu völlig anderen Nutzererfahrungen. Um dem Rechnung zu tragen, sollten mobile BI-Anwendungen eine gerätespezifische Bedienung unterstützen, die etwa ein Zoom-In und Zoom-Out erlauben sowie großzügige Schaltflächen und einfache Navigation anbieten, um so anwenderfreundlich wie möglich zu sein. Wichtig: Unternehmen sollten Anwender die Funktionen zeigen, die mobil zur Verfügung stehen, um einen sanften Übergang von stationärer zu mobiler BI zu gewährleisten.

2) Die Design-Falle

Die Auflösung mobiler Endgeräte macht regelmäßig ein Re-Design von BI-Anwendungen notwendig – nicht immer ein vollständiges Neu-Design bestehender Anwendungen, aber zumindest eine Anpassung von Schriftgrößen, Grafiken und Schaltflächen, um kleineren Bildschirmen zu genügen. Zudem muss eine Smartphone-App andere Anforderungen erfüllen als eine Tablet-Anwendung. Während ein 9-Zoll Tablet-PC ein vollständiges Dashboard abbilden kann, sollte sich eine BI-App auf dem Smartphone auf eine Liste von Berichten beschränken, die auf individuelle Grafiken verweisen.

Sicherheit, Zielgruppen und Anwendungen

3) Die Zielgruppen-Falle

Im Interesse der Minimierung von Vorlaufkosten und Supportaufwand durch die IT sollte bereits im Vorfeld bedacht werden, wer am meisten von mobiler BI profitiert. So sind Mitarbeiter, die ihre Arbeit am Schreibtisch im Büro erledigen, wie etwa Mitarbeiter im Rechnungswesen oder Controlling, kaum die richtige Zielgruppe. Den größten Nutzen aus mobiler BI ziehen in der Regel Führungskräfte, die häufig unterwegs sind, Vertriebsmitarbeiter und reisende Manager, die mehrere Betriebsstätten oder Verkaufsstellen betreuen. Denn die Anwendungen eigenen sich ideal zum Beispiel für die schnelle Abfrage von Kundenumsätzen auf dem Weg zu einem Meeting.

4) Die Sicherheits-Falle

Mobile BI stellt besondere Anforderungen an Lösungen zur Datensicherheit. IT-Abteilungen haben ein Problem, wenn die Datensicherheit, etwa durch den Verlust von Endgeräten oder den Zugriff Dritter auf mobile Anwendungen, nicht mehr gewährleistet ist. Ein im Vorfeld Sicherheitskonzept sollte deshalb schon im Vorfeld aufgestellt werden und genau festlegen, wie Endgeräte und Datenübertragung geschützt und auf welche Weise Anwender autorisiert und authentifiziert werden.

5) Die Applikations-Falle

Nicht jede vorhandene BI-Anwendung muss auch mobil verfügbar sein. Entscheidend ist der alltägliche Einsatz von Smartphones und Tablet-PCs. In der Regel werden Blogs schnell konsumiert, Textnachrichten rasch ausgetauscht oder Suchen nach Informationen zügig durchgeführt. Mobile BI funktioniert genauso und sollte Anwendern daher ein konsum-orientiertes Model mit beschränkten analytischen Funktionen zur Verfügung stellen. Detaillierte Ad-hoc-Analysen sollten der Desktop BI vorbehalten bleiben.

[1] http://www.arcplan.de

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