CRN-Studie „Channeltracks“:
Der Channel setzt auf Cloud Computing

von Markus Reuter (markus.reuter@crn.de)

25.10.2011

Cloud Computing sei der wichtigste IT-Trend, den der Channel allerdings nicht mit Nachdruck verfolge, klagen die Hersteller. Die CRN-Studie „Channeltracks“ beweist das Gegenteil: Für den Handel ist Cloud Computing nicht nur der wichtigste Trend des Jahres, die Hälfte vermarktet bereits entsprechende Lösungen an die Kunden.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)

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Bei den Unternehmen in Deutschland ist Cloud Computing längst ein wichtiges Thema, mit dem man sich intensiv auseinandersetzt: Auf einer Wichtigkeitsskala von 1 (sehr geringe Bedeutung) bis 5 (sehr große Bedeutung) ergab sich ein überdurchschnittlicher Wert von 3,42. Am meisten Interesse finden hybride Clouds (33,3 Prozent), öffentliche (23,1 Prozent) und private Clouds (21,6 Prozent) sind weniger gefragt. Was den Einsatz von Cloud Computing betrifft, so haben nach eigener Aussage 38,5 Prozent der Unternehmen entsprechende Lösungen schon in Betrieb, 34,7 Prozent wollen spätestens übernächstes Jahr einsteigen. 12,9 Prozent planen in Sachen Cloud Computing nichts. Als Treiber für das Cloud Computing nannten die Befragten niedrigere Kosten (22,4 Prozent), bessere Skalierbarkeit und Verfügbarkeit (20,4 Prozent) und höhere Flexibilität (19,9 Prozent). Bei den Hindernissen dominieren Bedenken im Hinblick auf die Sicherheit (23,7 Prozent) und den Datenschutz (19,8 Prozent).

Der IT-Handel zeige jedoch zu wenig Engagement, kritisieren die IT-Hersteller. Die aktuelle Marktforschungs-Studie der Computer Reseller News, „Channeltracks“, zeigt jedoch das Gegenteil: Für jeden dritten Fachhändler (28 Prozent) ist Cloud Computing das wichtigste Thema des Jahres. Dahinter rangieren Tablets (13 Prozent), Virtualisierung (8 Prozent), Mobility (6 Prozent) und Netbooks (3 Prozent) auf den Plätzen.

Erstaunlich, dass bereits jeder zweite IT-Händler (51 Prozent) Cloud Computing bereits im Portfolio hat. Mehr als jeder Dritte (36 Prozent) vermarktet energiesparende Produkte, unter dem Marketing-Begriff „Green IT“ zusammengefasst. 33 Prozent der Befragten verkaufen Tablet PCs.

Die aktuelle „Channeltracks“-Studie entstand in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Compris GmbH. Die Zielsetzung war, wie Systemhäuser und Reseller folgende Themen einschätzen: Das Channel-Management der Hersteller und Distributoren, Trends und Wahrnehmungen am Markt und die aktuelle Geschäftssituation. Kernthemen waren unter anderem die Zufriedenheit mit den Herstellern und Distributoren, die Hersteller-Programme und die Betreuungsstrukturen. Die Befragung wurde im Rahmen telefonischer Interviews von Juni bis August dieses durchgeführt. Die Auswahl der befragten Reseller erfolgte nach Unternehmenseinordnung, Kernkompetenz und Kundenklientel. Die Ergebnisse der Distributoren-Befragung finden Sie im großen Sonderheft „Distribution Extra“, das der nächsten Computer Reseller News (Ausgabe 43) beiliegt.

Bei diesen Distributoren kauft der Handel

Ein weiterer Schwerpunkt war, welche Distributoren der Handel kennt und bei welchen er einkauft. Der bekannteste und meistgenannte Distributor ist Ingram Micro (85 Prozent), gefolgt von den Broadline-Konkurrenten Also Actebis (76 Prozent) und Tech Data (72 Prozent). Die selbst ernannte Nummer vier der deutschen Distributions-Szene, B. Com, ist auch in unserer Studie die Nummer vier (34 Prozent). Wortmann (29 Prozent), Devil (26 Prozent) und TK-Distributor Komsa (24 Prozent) folgen auf den Plätzen.

72 Prozent der befragten Reseller und Systemhäuser kaufen bei Ingram Micro ein. Dahinter rangieren Also Actebis (61 Prozent) und Tech Data (44 Prozent). Auch beim Einkauf liegt B.Com mit 22 Prozent auf dem vierten Platz.

Als Gründe für die Auswahl des Lieferanten nennen 58 Prozent ein breites und adäquates Sortiment. Wichtig sind darüber hinaus ein guter Service (37 Prozent), ein günstiger Preis (35 Prozent), der persönliche Kontakt (34 Prozent), gute Zahlungsmodalitäten (30 Prozent) und die gute Erreichbarkeit (13 Prozent). 22 Prozent der Befragten kaufen bei ihrem Hauptlieferanten Waren im Wert von 200.000 bis eine Million Euro jährlich ein. 17 Prozent ordern für über eine Million Euro, eine Minderheit (6 Prozent) kauft für unter 50.000 Euro im Jahr bei dem Hauptgrossisten ein. Die große Mehrheit (91 Prozent) setzt die bestellten Produkte und Lösungen für Projektgeschäfte ein. Jeder Dritte (30 Prozent) für ein Ladengeschäft und jeder Fünfte (22 Prozent) für einen Online-Shop.

Über die Angebote seines Distributors informiert sich der Handel per Newsletter (73 Prozent), Suchmaschinen (58 Prozent), Channel-Publikationen wie die Computer Reseller News (53 Prozent), die Website des Grossisten (49 Prozent) oder via Print-Anzeige.

In en Zeiten von Euro-, Staaten und Bankenkrise zeigt sich der IT-Channel erstaunlich optimistisch: 56 Prozent der befragten Fachhändler gehen davon aus, den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr steigern zu können. Jeder Dritte (35 Prozent) prognostiziert stagnierende Erlöse und nur eine Minderheit (7 Prozent) ist pessimistisch und befürchtet sinkende Einnahmen.

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