Praxistipps: Ladezeiten verkürzen:
So werden Ihre Webseiten schneller
Während zu Modem-Zeiten der verzögerte Aufbau von Internetseiten noch hingenommen werden musste, wollen die Besucher dabei heute die volle Geschwindigkeit ihrer Verbindung erleben. Mit einigen Praxistipps lassen sich Webseiten erheblich beschleunigen - was neben den Nutzern auch von Google belohnt wird.
Die Optimierung der Ladezeit einer Internetseite war in den Anfangszeiten des Webs ein wichtiges Thema. Die Bandbreiten waren begrenzt. Benutzer hatten nur langsame Modems zur Verfügung und die Server waren nicht mit jenen dicken Leitungen an das Netz angeschlossen, wie sie es heute sind. Damals wurde versucht, jedes überflüssige Byte aus Grafiken und Content zu entfernen. Für die Optimierung wurde eine Menge Zeit eingesetzt.
Das Aufkommen breitbandiger Netzanschlüsse führte allerdings dazu, dass sich Entwickler immer weniger Gedanken um Optimierung machten. Heute wird beispielsweise mehr auf die Qualität der verwendeten Grafiken geachtet, als auf deren Größe. Zugegeben, es macht keinen Sinn mehr ein paar Byte zu sparen, indem man Kommentare aus den Dateiheadern der Grafiken entfernt oder auf Kosten der Bildqualität die Grafiken massiv komprimiert. Heute sind andere Optimierungen gefragt, da sich im Web-2.0-Zeitalter auch das Verhalten und die Anforderungen an eine Webseite geändert haben.
In den Fokus des Interesses ist das Thema Ladezeiten auch durch eine Ankündigung von Google getreten, dass sich zukünftig die Ladezeit einer Webseite im PageRank mit größerer Gewichtung niederschlägt. Zeitgleich mit Bekanntwerden dieser Tatsache hat Google einige Tools veröffentlicht, mit denen sich die Ladezeit verbessern lässt. Diese Tools finden sich unter code.google.com/intl/de-DE/speed/page-speed [1] . Auf dieser Seite sind zusätzlich auch sogenannte Best Practises verfügbar. Eine Sammlung von Ideen, wie sich Webseiten schneller laden lassen. Wer sich mit dem Thema Performance- Optimierung von Webseiten auseinandersetzt, der wird feststellen, dass sich manche Regeln nicht von den althergebrachten unterscheiden, einige früher bekannte Regeln gelten heute aber nicht mehr, sind ganz im Gegenteil sogar kontraproduktiv.
Kompression - Turbo für die Seite
Das beliebte Debugging-Tool Firebug bietet mit der Überwachung des Netzwerkverkehrs ein wichtiges Tool zur Optimierung von Webseiten.
Aus Performance-Sicht betrachtet, ist der beste Content derjenige, der erst gar nicht übertragen werden muss. Das soll natürlich nicht bedeuten, dass Sie jetzt anfangen sollen, Inhalte von Ihrer Seite zu entfernen. Vielmehr stellt sich die Frage, wie die Übertragungsgröße verringert werden kann.
Moderne Webseiten bestehen nicht mehr nur aus dem HTML-Quelltext der eigentlichen Seite, sondern in der Regel zusätzlich aus einer Unmenge an Javascript- und Stylesheet- Dateien. Die effektivste Möglichkeit, die zu übertragende Menge an Daten zu reduzieren, ist sie zu komprimieren. In der Version 1.1 wurde das HTTP-Protokoll um die Möglichkeit erweitert, Daten komprimiert zu übertragen und steht damit in den meisten Browsern und Servern. Überraschenderweise machen selbst heute noch wenige Seiten davon Gebrauch, obwohl mittlerweile alle populären Browser diesen Standard unterstützen. Der Aufwand, der zur Komprimierung getrieben werden muss, ist minimal.
Für alle gängigen Webserver existieren Module oder Erweiterungen, die dies ermöglichen. Für den besonders weit verbreiteten Apache-Webserver genügt es das Modul mod_gzip (ab der Version 2.0 mod_deflate) in der Konfiguration zu aktivieren. Das folgende Beispiel zeigt einen Ausschnitt aus der httpd.conf-Datei eines Apache 1.3 Servers zur Aktivierung der GZIP-Komprimierung.
Codebeispiel
mod_gzip on
mod_gzip_item_include mime
^application/x-Javascript$
mod_gzip_item_include mime ^text/
html$
mod_gzip_item_include mime ^text/
css$
Alternative: Aktivierung nach Dateinamen
Alternativ kann die Aktivierung auch nach Dateinamen erfolgen, was jedoch weniger zuverlässig funktioniert. Je nach Daten führt eine serverseitige Komprimierung zu einer Reduzierung der Datenmenge von 40 bis 70 Prozent. Auf der Clientseite muss nichts beachtet werden. Die Webbrowser erkennen anhand eines HTTP-Headers automatisch, dass der Inhalt komprimiert übertragen wurde und verarbeiten diesen entsprechend.
Während Textdaten wie HTML, CSS und Javascript dankbare Ziele für eine Kompression mittels GZIP sind, macht diese bei Binärdaten, die auf einer Webseite vorkommen, in den meisten Fällen keinen Sinn. Bilder liegen beispielsweise bereits in komprimierter Form vor.
Eine GZIP-Komprimierung bewirkt hier dann das Gegenteil: Die Dateien werden geringfügig größer. Aus diesem Grund sollte man immer in der Serverkonfiguration die Komprimierung, wie im vorangegangenen Beispiel auf Text- Inhalte beschränken.
Die Komprimierung von Bildern innerhalb eines Grafikprogrammes sollte immer mit Augenmaß durchgeführt werden. Viele moderne Bildbearbeitungsprogramme unterstützen das Speichern von Grafiken für das Web. Meist kann hier gezielt auf das Format und die Qualität Einfluss genommen werden.
[1] http://code.google.com/intl/de-DE/speed/page-speed
- 1. Seite: So werden Ihre Webseiten schneller
- 2. Seite: Kompression - Turbo für die Seite
- 3. Seite: Alternative: Aktivierung nach Dateinamen
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