IT soll billiger und flexibler werden:
Cloud Computing legt in Deutschland zu

von Werner Fritsch (werner.fritsch@crn.de)

17.09.2010

Cloud Computing wird auf dem deutschsprachigen Markt verstanden und findet Interesse, besagt eine aktuelle Studie. Es gibt offenbar schon zahlreiche Projekte, die gesteckten Ziele werden bislang allerdings nur teilweise erreicht.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)

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Unter Cloud Computing verstehen die meisten Unternehmen SaaS oder PaaS. Foto: kentoh, Fotolia.com

Die Marktforschungsfirma Wolfgang Martin Team und das Multimedia Communications Lab (KOM) der Technischen Universität Darmstadt haben Unternehmen hierzulande zum Thema Cloud Computing befragt und die Ergebnisse in einer Studie namens »Cloud Computing – Status quo und Trends im deutschsprachigen Markt« zusammengefasst. Die Befragung wurde von Mai bis Juli 2010 online durchgeführt, geantwortet haben 84 Personen aus Unternehmen verschiedener Größen und Wirtschaftszweige.

Dieser Erhebung zufolge verstehen unter Cloud Computing 20,1 Prozent der Unternehmen Software as a Service (SaaS), 16,7 Prozent hingegen Platform as a Service (PaaS). Bei SaaS werden fertige Anwendungsprogramme und bei PaaS Software-Entwicklungsumgebungen über das Internet bereitgestellt und genutzt. 15,3 Prozent machten bei Outsourcing ein Kreuzchen. Auf den weiteren Plätzen folgen Everything as a Service (XaaS) mit 13,9 Prozent, Software-Bereitstellungsmodell mit 9,1 sowie Software-Mietmodell mit 8,1 Prozent. Mehrfachnennungen waren zulässig.

Auf einer Wichtigkeitsskala von 1 (sehr geringe Bedeutung) bis 5 (sehr große Bedeutung) ergab sich ein überdurchschnittlicher Wert von 3,42. Am meisten Interesse finden hybride Clouds (33,3 Prozent), öffentliche (23,1 Prozent) und private Clouds (21,6 Prozent) sind weniger gefragt. Was den Einsatz von Cloud Computing betrifft, so haben nach eigener Aussage 38,5 Prozent der Unternehmen entsprechende Lösungen schon in Betrieb, 34,7 Prozent wollen spätestens übernächstes Jahr einsteigen. 12,9 Prozent planen in Sachen Cloud Computing nichts.

Als Treiber für das Cloud Computing nannten die Befragten niedrigere Kosten (22,4 Prozent), bessere Skalierbarkeit und Verfügbarkeit (20,4 Prozent) und höhere Flexibilität (19,9 Prozent). Bei den Hindernissen dominieren Bedenken im Hinblick auf die Sicherheit (23,7 Prozent) und den Datenschutz (19,8 Prozent). 11,9 Prozent der Befragten nannten außerdem Rechts- und Compliance-Probleme. Die Verfasser der Studie ziehen aus diesen Ergebnissen den Schluss, dass Cloud Computing bei den Entscheidern in den Unternehmen angekommen sei.

Collaboration und Kundenverwaltung als Anwendungsfelder

Die Mehrheit der Firmen, die Auskunft gegeben haben, beschäftigt sich seit mindestens einem halben Jahr mit Cloud Computing. Über 50 Prozent sehen eine starke oder sehr starke Verbindung zum Thema Serviceorientierte Architektur (SOA). Die Verbindung zum Thema Geschäftsprozessmanagement sehen nur 34,6 Prozent als stark oder sehr stark an.

Eine Nähe gibt es offenbar auch zum Customer Relationship Management (CRM), das bei SaaS ja eine Vorreiterrolle innehat: Was die Fachbereiche betrifft, so zeigen Marketing und Vertrieb mit jeweils 15,2 Prozent das größte Interesse, beim Kundendienst sind es 12,1 Prozent. Trotzdem nannten CRM nur 22,5 Prozent der Befragten als Anwendungsfelder von Cloud Computing in ihrem Unternehmen. Spitzenreiter ist Collaboration (E-Mail, Content Management, Blogs und ähnliches) mit 29 Prozent. Ziemlich ungeeignet für Cloud Computing sind den Angaben der Befragten zufolge Compliance Management (4,5 Prozent) und Business Intelligence (7,2 Prozent).

Bei der Finanzierung von Cloud-Projekten haben 45,2 Prozent die Geschäftsleitung mit im Boot. Die Implementierung übernimmt in 41,5 Prozent der Unternehmen die IT-Abteilung, in 17,0 Prozent ein Fachbereich und bei 18,9 Prozent ein externer Dienstleister. Die Ziele werden mit Cloud-Projekten allerdings erst zu 66 Prozent erreicht, was die Autoren darauf zurückführen, dass sich das Thema noch in einem frühen Stadium befindet. Governance-Aspekte nehmen die Unternehmen ernst: 23,4 Prozent haben bereits entsprechende Vorkehrungen getroffen, 25,5 Prozent haben diesbezügliche Planungen.

Bei der Software für das Cloud Computing versprechen sich 13,6 Prozent der Befragten am meisten von Open Source. Gemeinsam auf Platz zwei mit jeweils 11,4 liegen IBM und Salesforce.com. Den vierten Platz teilen sich Amazon, Google und Microsoft mit jeweils 9,1 Prozent. Die Frage der Marktführerschaft sei noch nicht entschieden, schließen die Autoren der Studie aus diesen Zahlen.

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