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Wenn Windows streikt: Diese Rettungs-CDs helfen

von magnus.de

06.09.2010

Läuft das Betriebssystem auf einem Computer nicht mehr korrekt, helfen in den meisten Fällen Rettungs-CDs, Viren zu entfernen, beschädigte Systeme zu reparieren, Daten zu sichern oder den Fehler einzugrenzen. Wir haben die besten für Sie zusammengestellt.

Windows-Launch: Wir geben Tipps, wenn das Betriebssystem streikt

Der Rechner schmiert ab – die Daten sind futsch. Wohl dem, der über eine RettungsCD oder einen entsprechenden USB-Stick verfügt. In diesen Boot-CDs sind viele für den Notfall interessante Tools und Programme enthalten, die sofort beim Starten funktionieren. Die meisten Live-CDs lassen sich auch über einen USB-Stick starten.

So haben Sie den Vorteil, dass Sie Ihr Rettungs- oder Live-System immer dabei haben und auf kompatiblen Rechnern starten können. Wir zeigen Ihnen auf den folgenden Seiten, wie Sie mit kostenlosen Rettungs-CDs Viren von Computern entfernen und Daten retten und wie Sie mehrere Rettungs-CDs auf einen einzelnen USB-Stick integrieren.

Virenverseuchten Rechner bereinigen

Haben Sie auf einem Rechner einen Virus, den Sie mit dem lokalen Scanprogramm nicht mehr entfernen können, helfen kostenlose Rettungs-CDs mit integriertem Virenscanner. Es gibt verschiedene Hersteller, die solche CDs anbieten. Im folgenden Abschnitt zeigen wir Ihnen die wichtigsten CDs und den Umgang damit.

Auf vielen Rettungs-CDs von Drittherstellern sind auch die Scanner der unten erwähnten Anbieter integriert, allerdings sollten Sie beim Scannen nach Viren am besten immer direkt auf den originalen Datenträger des jeweiligen Herstellers zurückSoftware 26greifen.

Zum einen können Sie sicher sein, dass der Scanner selbst nicht virenverseucht ist, zum anderen sind die Versionen auf den Seiten der Hersteller wesentlich aktueller.

Der Ablauf ist bei allen Rettungs-CDs immer der gleiche: Sie laden die ISO-Datei oder das ZIP-Archiv aus dem Internet herunter auf die Festplatte und brennen die Daten auf einen CD-Rohling. Achten Sie darauf, mit dem Brennprogramm keine Daten-CD zu brennen, sondern den Inhalt der ISO-Datei mit einem ISO-fähigen Brennprogramm auf CD zu brennen.

Neben dem integrierten ISO-Brenner in Windows 7 eignet sich eines der beiden kostenlosen Programme CDBurnerXP (www.cdburnerxp.se ), das auch unter Windows 7 läuft, und ImgBurn (www.imgburn.com ).

Wählen Sie im Brennprogramm aus, dass Sie ein ISO-Image brennen wollen. Bei hartnäckigen Viren – oder auch zur Sicherheit – bietet es sich an, einen Rechner mit mehreren CDs zu durchsuchen und anschließend noch mal mit einem lokalen Virenscanner, der auf dem jeweiligen Computer installiert ist.

Zuviel Sicherheit kann es bei dem Verdacht eines Virenbefalls nicht geben. Zum Scannen booten Sie den Rechner von der Rettungs-CD und starten das jeweilige Scanprogramm. Im BIOS des Rechners müssen Sie einstellen, dass der Computer auch von CD bootet. Die meisten Computer verfügen auch über ein eigenes Bootmenü, welches Sie aufrufen können.

Anstatt die ISO-Dateien auf CD zu brennen, können Sie die meisten von ihnen auch als bootbare USB-Stick anlegen. Verwenden Sie dazu das Tool UNetbootin, welches wir in diesem Artikel ebenfalls behandeln. Zwar können Sie mit diesem Tool immer nur jeweils eine Scanner-CD auf einen USB-Stick kopieren, dafür sind die Chancen aber auch sehr groß dass der Stick startet.

Systemrettung über CD oder USB-Stick mit SystemRescueCD

Viren stellen aber nicht immer das Problem dar wenn Windows nicht mehr ordnungsgemäß startet. Oft liegen andere Schwierigkeiten vor. Hier helfen Rettungs-CDs oder USB-Sticks mit denen Sie den Computer überprüfen und etwaige Fehler beheben. Auf der Seite www.sysresccd.org/Download können Sie sich eine kostenlos Rettungs-CD für Profis herunterladen, in der haufenweise Tools zur Systemrettung integriert sind.

Der Download besteht aus einer ISO-Datei, die Sie als ISO-Image brennen können, genauso wie Virenscan-CDs der verschiedenen Hersteller. Booten Sie den Rechner mit der CD, können Sie auf Ihre Windows-Festplatten zugreifen, Daten kopieren und Daten retten. Die CD lässt sich auch auf einen USB-Stick integrieren. Das hat den Vorteil dass Sie beim Systemstart über den Stick auch Daten auf dem USB-Stick speichern können.

Neben Virenscanner enthält die Oberfläche auch Dateimanager und NTFS-Treiber. Als CD müssen Sie nur die ISO-Datei brennen und können sofort den Computer mit der CD booten. Wie Sie die Rettungs-CD zum Rettungs-USB-Stick konvertieren, zeigen wir Ihnen in den folgenden Abschnitten. Neben den hier beschriebenen Möglichkeiten können Sie auch bei dieser CD den Weg über UNetbootin wählen.

Verbinden Sie den USB-Stick mit dem Computer. Formatieren Sie den Stick mit dem FAT-Dateisystem über das Kontextmenü im Explorer. Anschließend müssen Sie alle Dateien aus der ISO-Datei direkt in das Stammverzeichnis auf den Stick kopieren.

Sie müssen dazu alle Dateien und Verzeichnisse der ISO-Datei markieren und dann in das Stammverzeichnis des USB-Sticks kopieren. Sie können dazu die ISO-Datei als Archiv einfach mit einem Packprogramm entpacken, zum Beispiel mit 7-Zip.

Es gibt auch Tools, die ISO-Dateien direkt als CD-Laufwerk in Windows einbinden können. Ein legales Programm ist IsoBuster, den Sie auf der Seite www.isobuster.com herunterladen können. Auch mit Virtual CloneDrive von der Seite www.slysoft.com/de/virtual-clonedrive.html können Sie kostenlos ISO-Dateien als DVD-Laufwerk in den Explorer einbinden.

Benennen Sie nach dem Kopieren auf den USB-Stick im Verzeichnis isolinux die Datei isolinux.cfg in syslinux.cfg um. Löschen Sie, falls vorhanden, das Verzeichnis syslinux vom Stammverzeichnis des USB-Sticks. Benennen Sie das Verzeichnis isolinux um zu syslinux. Öffnen Sie anschließend das Verzeichnis bootprog.

Kopieren Sie die ZIP-Datei syslinux-.zip auf den Computer und entpacken Sie das Archiv. Öffnen Sie über das Kontextmenü von Eingabeaufforderung im Startmenü (Alle Programme\Zubehör) eine Befehlszeile mit Administratorrechten und wechseln Sie in das entpackte Verzeichnis und dann in das Verzeichnis win32.

Geben Sie den Befehl syslinux –ma ein, zum Beispiel syslinux –ma l:. Sie erhalten keine Rückmeldung. Anschließend können Sie mit dem USB-Stick den Rechner booten. Ihnen steht ein Bootmenü zur Verfügung, bei dem Sie am besten den ersten Punkt default boot options starten. Während des Bootvorgangs werden Sie nach dem Tastaturlayout gefragt.

Wählen Sie als Sprache de aus. In den meisten Versionen der CD ist das der Punkt 10. Standardmäßig startet die SystemRescueCD in die Konsole. Das Tool startet nicht automatisch die grafische Oberfläche. Um diese zu starten, geben Sie in der Befehlszeile wizard ein. Wählen Sie am besten Xorg als Oberfläche aus, wie vom Hersteller empfohlen. Funktioniert das nicht, wählen Sie beim nächsten Start eine andere Oberfläche aus.

Sollte der Start mit den Standardoptionen nicht funktionieren, starten Sie den Computer neu und wählen im Bootmenü die Option console in high resolution (framebuffer). Starten Sie auch dann nach dem Booten mit wizard den Startassistenten und wählen dann die Option Xfbdev-run Graphical desktop using Xfbdev (requires Frame-Buffer).

Einer der Vorteile der SystemRescueCD ist die Möglichkeit, auch als 64-Bit-System zu booten. Nach dem Start der Oberfläche erreichen Sie die meisten Tools, wenn Sie mit der rechten Maustaste auf den Desktop klicken. Integriert ist auch ein Brennprogramm, sodass Sie Daten zur Wiederherstellung auf CD brennen können.

Rettungs-CD auf Windows XP-Basis

Auf der Seite www.hiren.info/pages/bootcd finden Sie eine Rettungs-CD, die auf Windows XP basiert. Auch die Hiren’s Boot-CD steht kostenlos zur Verfügung und lässt sich als ISO-Datei auf CD brennen. Booten Sie Ihren Computer über die CD, können Sie über das Bootmenü bereits auswählen, welche Option Sie starten wollen. Mit Mini XP starten Sie Windows XP über die CD.

Die CD enthält ebenfalls zahlreiche Tools und hat den Vorteil, dass auch wenig geübte Linux-Anwender Rettungsmaßnahmen durchführen können, da die Bedienung einem ganz normalen Windows XP entspricht. Der Einsatz der CD ist allerdings nicht ganz legal, da Microsoft keine Lizenz zur Nutzung erteilt hat. Manche Scanner liefern auch Virenwarnungen, sodass die Verwendung der CD mit Vorsicht zu genießen ist.

Die notwendigen Tools starten Sie über den Menüpunkt HBCD Menu auf dem Desktop des Mini XP. Klicken Sie nach dem Start mit der rechten Maustaste auf das Symbol in der Taskleiste neben der Uhr.

Neben der eher illegalen Hiren-CD können Sie natürlich auch selbst solche CDs erstellen. Meistens verwendet man dazu Windows PE, die spezielle Mini-Version von Windows, die das Betriebssystem zum Installieren oder bei der Systemrettung verwendet. Auf der Seite http://winbuilder.net finden Sie entsprechende Anleitungen. Allerdings funktioniert die Windows PE-Version der Seite aktuell nicht, der Anbieter arbeitet derzeit noch an einer stabilen Version.

Wie Sie manuell eine solche CD anlegen, erfahren Sie auf den Microsoft-Seiten http://technet.microsoft.com/en-us/library/dd744533%28WS.10%29.aspx und http://technet.microsoft.com/en -us/library/dd744525%28WS.10%29.aspx . Auch auf der Seite www.pebuilder.de finden Sie zu diesem Thema umfassende Hilfen, wie Sie sich selbst eine Rettungs-CD bauen. Lesen Sie auch den Workshop zu Windows 7 in Eigene Rettungs-CD oder USB-STickck für Windows 7 .

Ebenfalls ein bekannter Vertreter für die Systemrettung ist die Ultimate Boot CD von der Seite www.ultimatebootcd.com. Auch diese erhalten Sie als ISO-Datei. Bastler finden auf der Seite des Anbieters auch zahlreiche Anleitungen, wie sich die CD an die eigenen Bedürfnisse anpassen lässt, aber bereits in der Standardausstattung lassen sich alle notwendigen Tests durchführen.

Ein Vorteil der Ultimate Boot CD ist die hohe Anzahl an Tools zur Diagnose der Hardware des Computers. Der Umgang mit der CD ist recht einfach, da der Assistent ein Menü einblendet, aus dem Sie auswählen können, welche Tests Sie durchführen wollen.

Standardmäßig bietet die Ultimate Boot CD keine Möglichkeit zum Starten über einen USB-Stick an. Allerdings besteht die Möglichkeit, mit dem kostenlosen Opensource-Tool Grub4DOS selbst einen Stick zu erstellen und die Ultimate Boot CD einzubinden. Wie das geht, zeigen wir Ihnen im Abschnitt Multiboot mit USB-Stick einrichten.

Neben dieser Möglichkeit können Sie auch hier auf Unetbootin setzen, können dann aber nur die Ultimate Boot CD auf den Stick integrieren, keine weiteren ISO-Dateien.Der Umgang mit der Ultimate Boot CD ist sehr einfach. Sie müssen nur booten und können sich durch das textbasierte Menü zum jeweiligen Testprogramm durcharbeiten und dieses starten.

Vor allem beim Verdacht auf defekte Hardware oder wenn Sie mehr Informationen zur Hardware eines Computer auslesen wollen, ist die CD eine wertvolle Hilfe.

Arbeitsspeicher-Diagnose

Treten auf einem Computer oft Bluescreens auf, obwohl Sie nur aktuelle und offizielle Treiber einsetzen und das System nicht übertaktet haben, liegt dies eventuell am Arbeitsspeicher. In diesem Fall sollten Sie den Arbeitsspeicher mit Testprogrammen überprüfen. Unter Windows 7 gibt es dazu das Windows-Speicherdiagnose-Tool, das Sie über den Befehl mdsched.exe im Suchfeld des Startmenüs aufrufen.

Für die Diagnose wird der Computer neu gestartet und der Speicher in einer eigenen Umgebung getestet. Anschließend startet Windows 7 wieder und meldet, ob Bereiche des Speichers defekt sind. Für andere Windows-Versionen oder ausführlichere Tests unter Windows 7 hilft Windows Memory Diagnostic, das kostenlos auf der Seite http://oca.microsoft.com/de/windiag.asp zur Verfügung steht. Das Tool erstellt eine Boot-Diskette oder eine bootfähige CD, von der Sie starten und dann den Arbeitsspeicher ausführlich testen lassen. Lassen Sie den Assistenten ein CD-Image als ISO-Datei erstellen. Diese Datei können Sie auch über einen USB-Stick zur Verfügung stellen, wie in den vorangegangenen Abschnitten besprochen.

Haben Sie auf dem USB-Stick noch weitere ISO-Dateien, können Sie Windows Memory Diagnostic zusätzlich integrieren. Auf der Ultimate Boot CD befinden sich übrigens im Bereich Memory ebenfalls einige Test-Tools für den Arbeitsspeicher. Kopieren Sie die ISO-Datei in das Stammverzeichnis auf den USB-Stick und erweitern die Daten menu.lst des Grub4DOS-Managers um folgende Einträge:

Codebeispiel:

title WinDiag

find --set-root /windiag.iso

map /windiag.iso (hd32) || map --mem /

windiag.iso (hd32)

map --hook

chainloader (hd32)

Der Standardtest läuft zweimal durch, was etwa eine halbe Stunde dauert. Auch wenn Sie den USB-Stick wieder entfernen, läuft der Test weiter, da die notwendigen Daten im Arbeitsspeicher des Computers gespeichert sind. Drücken Sie während des Testlaufs die Taste [T], startet ein erweiterter Testlauf. Dieser prüft das RAM noch gründlicher, läuft dafür aber auch ein paar Stunden.

Meldet das Programm keinen Fehler im RAM, können Sie nahezu sicher sein, dass der Bluescreen nicht durch den Arbeitsspeicher verursacht wurde. Findet die Software hingegen Fehler, erscheint eine entsprechende Meldung. Mithilfe dieser Meldung erfahren Sie, welcher Speicherriegel defekt ist und ausgetauscht werden muss.

Eine Alternative für den Test des Arbeitsspeichers ist das Entfernen oder Ersetzen der Speicherriegel. Läuft der Computer anschließend problemlos, ist der jeweilige Riegel oder die Bank auf der Hauptplatine defekt. Funktioniert der Rechner auch dann noch, wenn ein funktionsfähiger RAM-Riegel in die ursprüngliche Speicherbank gesteckt wurde, ist der entfernte Arbeitsspeicher höchstwahrscheinlich schuld am Absturz.

Stürzt der Computer weiterhin ab, tauschen Sie die Riegel erneut. Hilft diese Vorgehensweise nicht, ist zwar das Problem nicht gelöst, allerdings können Sie dann sicher sein, dass es nicht am Arbeitsspeicher liegt. Windows 7 enthält ein eigenes Tool zur Diagnose des Arbeitsspeichers, das Sie über mdsched.exe starten.

Nach dem nächsten Start bootet Windows neu und testet den Arbeitsspeicher, allerdings nicht so effizient und aussagekräftig wie die Diagnose-CD, die Sie sich selbst erstellen können. Ist der Test abgeschlossen, startet Windows neu und meldet ob Fehler gefunden wurden oder nicht. Dazu erscheint über die Taskleiste ein entsprechendes Informationsfenster.

Von USB-Stick oder DVD booten

Neben den beschriebenen Möglichkeiten, manuell einen bootfähigen USB-Stick mit ISO-Dateien zu erstellen, hilft auch das OpenSource-Tool UNetBootin. Das Tool kann die meisten Linux-Distributionen auf USB-Sticks integrieren, ohne dass Sie sich tiefgehend mit dem Bootloader auseinandersetzen müssen. Solche bootfähigen USB-Sticks lassen sich zum Beispiel hervorragend auf Netbooks nutzen oder wenn keine anderen Laufwerke zur Verfügung stehen. Laden Sie das Tool auf der Seite http://unetbootin.sourceforge.net/ in der aktuellen Version für Windows herunter. Nach dem Start können Sie direkt im Tool die gewünschte Linux-Distribution auswählen, herunterladen, auf den Stick integrieren und anschließend beliebige Computer mit dem USB.Stick starten. Sie müssen das Tool nicht installieren. Das Tool läuft auch problemlos unter Windows 7.

Wählen Sie im oberen Bereich Distribution aus und die gewünschte Version. Wählen Sie dann unten als Typ USB-Laufwerk aus und den gewünschten USB-Stick. Klicken Sie jetzt auf OK, lädt das Tool die Distribution aus dem Internet herunter, kopiert die notwendigen Dateien auf den USB-Stick und nimmt die notwendigen Konfigurationen vor. Starten Sie den Computer neu und booten vom Stick, startet das neue Linux-System.

Sie können sich auf diesem Weg verschiedene Linux-Systeme erstellen, allerdings immer nur eines auf einmal auf dem Stick.

Anstatt Distributionen können Sie durch Auswahl von ISO und der entsprechenden ISO-Datei auch andere CDs auf den Stick integrieren. Wählen Sie die Option ISO aus und dann die entsprechende ISO-Datei, die Sie auf dem Stick booten wollen. Das Tool beginnt, die notwendigen Daten aus der ISO-Datei auszulesen und integriert diese auf den USB-Stick. Nach kurzer Zeit ist die Erstellung abgeschlossen und Sie können mit dem USB-Stick booten.

Auf diesem Weg lassen sich nahezu alle ISO-Dateien über USB-Stick booten. Wollen Sie verschiedene Distributionen gleichzeitig nutzen, ist die Freeware Pendrivelinux von der Seite www.pendrivelinux.com/boot-multiple-iso-from-usb-multiboot-usb interessant.

Die Software extrahiert ISO-Dateien nicht, sondern lädt beim Booten direkt die ISO-Datei als virtuelles Laufwerk. Laden Sie das Tool herunter, können Sie über die Downloadlinks der Seite verschiedene ISO-Dateien auf einmal auf einem bootfähigen USB-Stick integrieren.

Leider sind die Versionen oft etwas verwaltet, haben aber zumindest den Vorteil, parallel auf einem USB-Stick zur Verfügung zu stehen. Sie müssen das Tool nicht installieren, sondern nur starten. Wählen Sie den Laufwerksbuchstaben des USB-Sticks aus, aktivieren Sie die Option zum Formatieren des Sticks und klicken Sie auf Create.

Anschließend können Sie auf der Seite des Anbieters über die verschiedenen Links die ISO-Dateien herunterladen und müssen diese für den Start nur noch auf den Stick kopieren. Klappt die Integration nicht wie gewünscht, verwenden Sie zum Formatieren des USB-Sticks nicht die Windows-Bordmittel, sondern das kostenlose HP USB Disk Storage Format Tool. Auf der Seite http://badfoo.net/emerge erhalten Sie eine Multi-ISO-DVD mit mehreren Linux-Versionen als ISO-Datei. Sie können die etwas 4,5 GByte große ISO-Datei herunterladen und auf CD brennen. Starten Sie von dieser DVD, können Sie die verschiedenen Linux-Distributionen als Live-System starten. Enthalten sind unter anderem Damn Small Linux, Clonezilla, Helix 3 und Puppy Linux. Clonezilla eignet sich zum Beispiel hervorragend zur Datenrettung und dem Duplizieren von Festplatten.

Mehr Informationen erhalten Sie auf der Seite http://de.wikipedia.org/wiki/Clonezilla . Clonezilla können Sie aber nicht nur über die Live-DVD starten, sondern auch mit Unetbootin als bootfähigen USB-Stick erstellen.

Booten von USB-Stick

Achten Sie darauf, dass nicht jeder USB-Stick bootet und nicht jeder Computer das Booten von USB-Sticks unterstützt. Oft hängt es von einer optimalen Konstellation zwischen BIOS, Stick und USB-Anschluss ab. Wollen Sie einen Computer per USB booten, überprüfen Sie zunächst im BIOS, ob Sie eine solche entsprechende Funktion erst aktivieren müssen.

Starten Sie, falls verfügbar, auch das Bootmenü des Computers. Zeigt der PC den USB-Stick an, klappt das Booten auch meistens. Testen Sie am PC auch verschiedene Anschlüsse. Bei manchen Computern funktioniert das Booten per USB nicht an den vorderen Anschlüssen, sondern nur an den hinteren. Klappt es mit dem Stick überhaupt nicht, hilft eventuell ein BIOS-Update.

Kommen Sie auch hier nicht weiter, müssen Sie die entsprechenden ISO-Dateien als Datenträgerabbild auf CD brennen. Brennprogramme gibt es kostenlos, in Windows 7 ist sogar ein eigenes Brennprogramm für ISO-Dateien integriert. Dieses startet, wenn Sie eine ISO-Datei doppelklicken.

Computer retten mit Kaspersky

Nachdem Sie die ISO-Datei von Kaspersky in ein Sicherheitsmedium verwandelt haben, booten Sie den gewünschten Rechner. Erscheint der Booteintrag, drücken Sie auf die Eingabetaste. Kaspersky hat Probleme, das Dateisystem über die CD zu lesen, wenn Windows 7 nicht sauber heruntergefahren ist, sondern einfach nur ausgeschaltet wurde. Aus diesem Grund sollten Sie vor dem Scannen Windows 7 starten und ordentlich herunterfahren – sofern das möglich ist.

Legen Sie dann die CD ins Laufwerk oder verbinden den USB-Stick mit dem Computer und booten Sie von CD oder USB-Stick. Nach dem Booten wählen Sie noch die Sprache aus und lassen die Kaspersky-Oberfläche starten. Sie erhalten nach dem Start eine Warnung, dass die Virendefinitionsdateien veraltet sind. Aus diesem Grund sollte der Computer auch über eine Internetverbindung verfügen sowie eine IP-Adresse automatisch erhalten, zum Beispiel über den DSL-Router.

Den DHCP-Server Ihres DSL-Routers finden Sie in dessen Verwaltungsoberfläche. Bei der Fritz!Box navigieren Sie zu Erweiterte Systemeinstellungen/System/Netzwerkeinstellungen/IP-Adressen. Im folgenden Fenster können Sie den DHCP-Server aktivieren und einen Adresspool festlegen. Ähnliche Einstellungen finden Sie auf allen DSL-Routern.

Sobald die CD oder der Stick einen funktionsfähigen Internetzugang findet, lädt die Software automatisch Virendefinitionen herunter. Sie erkennen die Aktualisierung an der grünen Schaltfläche. Über Einstellungen und Details können Sie weitere Einstellungen für die Aktualisierung vornehmen, zum Beispiel einen Proxy-Server eintragen. Die Aktualisierung der Defintionsdateien kann einige Zeit dauern.

Leider funktioniert die Maus nicht immer sauber in der Oberfläche. Sie wechseln in diesem Fall mit der [Tab]-Taste durch die Optionen. Drücken Sie die Eingabetaste, wenn sich der Fokus auf der grünen Warnoberfläche befindet. Sie sehen dann den Stand der Definitionsdateien. Warten Sie nach der erfolgreichen Internetverbindung einfach zwei bis drei Minuten, bis die Schaltfläche auf grün umspringt.

Mit der [Tab]-Taste können Sie dann auf der Registerkarte Virensuche die Laufwerke markieren und mit der Leertaste für den Scan aktivieren. Klicken Sie dann auf Virensuche starten. Anschließend durchsucht der Scanner die ausgewählten Festplatten und informiert Sie über eventuell vorhandene Viren.

Scannen mit BitDefender

Mit der BitDefender-CD können Sie den Rechner aus Sicherheitsgründen ebenfalls nach Viren durchsuchen. Genauso wie vier Augen mehr als zwei sehen, finden zwei Virenscanner mehr als einer. BitDefender gibt es aktuell nur in englischer Sprache. Der Bootvorgang ist ähnlich einfach zu Kaspersky. Auch für BitDefender benötigen Sie einen Internetzugang sowie einen DHCP-Server, wenn Sie die Virendefinitionen aktualisieren wollen. Nach dem Booten lassen Sie zunächst die Oberfläche starten. Nach dem Start der Oberfläche sollten Sie zunächst über den Menüpunkt Update Signatures auch hier die Virendefinitionen aktualisieren lassen. Nach erfolgreicher Aktualisierung können Sie über Start Scanner den Suchvorgang starten. BitDefender erkennt leider nicht alle Festplatten, sodass Sie unter Umständen mit der CD nicht alle Computer scannen können. Die F-Secure Live-CD laden Sie als Zip-Datei herunter. Nach dem Download müssen Sie die Datei entpacken und ebenfalls die ISO-Datei brennen. Anschließend können Sie den Computer mit der CD booten. Der Ablauf dabei ist ähnlich zu anderen Live-CDs. Die Oberfläche ist allerdings weit weniger komfortabel. Nach dem Booten erscheint ein Begrüßungsbildschirm.

Da es bei F-Secure keine Mausunterstützung gibt, drücken Sie die Taste [N], damit der Assistent zur nächsten Seite wechselt. Hier lädt F-Secure zunächst aktuelle Definitionsdateien herunter. Daher benötigt auch diese CD eine Internetverbindung. Nach 10 bis 15 Minuten ist die Aktualisierung abgeschlossen und Sie können mit dem Scanvorgang beginnen:

Auf der nächsten Seite müssen Sie zunächst die Lizenzbedingungen akzeptieren. Dazu drücken Sie die Eingabetaste, wählen dann per Pfeiltaste I Agree und drücken dann noch mal die Eingabetaste. Auf der nächsten Seite bestätigen Sie Start Scan mit der (Eingabetaste), und der Scanner beginnt mit seiner Arbeit.

AVG-Rettungs-CD

Starten Sie den Computer mit der AVG-Rettungs-CD oder mit einem durch UNetbootin erstellten USB-Stick, müssen Sie zunächst die Aktualisierung der Defintionsdateien bestätigen. Anschließend müssen Sie im Hauptmenü die Partitionen auswählen, welche die CD durchsuchen soll. Die CD ist nicht so einfach zu bedienen wie Kaspersky, da es keine grafische Oberfläche gibt, sondern Sie sich im textbasierten Menü durchhangeln müssen.

Mit etwas Übung stellt der Scanvorgang aber weder über CD noch bootfähigen USB-Stick ein Problem dar. Nur wenn die CD die internen Datenträger nicht erkennt, sollten Sie eine andere Rettungs-CD verwenden, da die Einbindung zusätzlicher Treiber Linux-Wissen voraussetzt.

Multiboot mit USB-Stick einrichten

Wollen Sie von einem USB-Stick mehrere Systeme starten können oder unterschiedliche Rettungs-CDs einbinden, die standardmäßig keinen Bootvorgang über USB unterstützen, wie zum Beispiel die beliebte Ultimate Boot CD, benötigen Sie auf dem Stick zunächst das FAT32-Format. Formatieren Sie den Stick dazu neu. Als nächstes richten Sie den USB-Stick mit Grub4DOS ein. Sie finden den Download über die Seite http://gna.org/projects/Grub4DOS . Für die Einrichtung müssen Sie kein Linux-Profi sein. In unserem Downloadbereich können Sie mit dem Installer eine grafische Oberfläche für Grub4DOS herunterladen. Für die Einrichtung benötigen Sie die interne Festplattennummer des USB-Sticks auf dem Computer. Rufen Sie dazu zunächst die Befehlszeile auf und geben Sie diskpart ein. Mit dem Befehl list disk lassen Sie alle Festplatten im System anzeigen. Den USB-Stick erkennen Sie an dessen geringer Größe. Merken Sie sich die Nummer des USB-Sticks.

Nach dem Download der grafischen Oberfläche für Grub4DOS starten Sie das Tool durch Doppelklick auf grubinst_gui.exe. Aktivieren Sie bei Device Name die Option Disk und wählen Sie die Festplattennummer aus, die Sie per Diskpart ausgelesen haben. Auch hier sehen Sie nochmal die Größe des USB-Sticks. Weitere Einstellungen müssen Sie nicht vornehmen. Klicken Sie anschließend auf Install.

Im Anschluss kopieren Sie alle Dateien von Grub4DOS in das Stammverzeichnis des USB-Sticks. Damit sind nicht die Dateien der grafischen Oberfläche gemeint, sondern die Systemdateien des eigentlichen Bootloaders, den Sie heruntergeladen haben.

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