Musik perfekt archiviert:
So archivieren Sie ihre MP3s perfekt
Sie sind klein und handlich und lassen sich sowohl zu Hause als auch unterwegs, sogar weltweit nutzen: MP3s. Mit zunehmender Größe der Sammlung sollte man sich jedoch schleunigst beeilen, die Daten zu ordnen – sonst droht in einigen Jahren das Datenchaos. Wir geben Ihnen wertvolle Tipps.
(Fortsetzung des Artikels von Seite 6)
Die Nachfolge der CD heißt nicht Super-Audio-CD oder DVD-Audio, sondern MP3. Platz für die kleinen Dateien ist genügend vorhanden: Bei Festplatten im Terabyte-Bereich wirkt der Platzverbrauch eines ganzen Albums so minimal, dass man geneigt ist, einfach alles zu sammeln. Hier gilt es, rechtzeitig für Ordnung zu sorgen – und alles richtig anzulegen. Wie sorgt man beispielsweise dafür, dass die MP3s von Live-CDs hintereinander ohne Unterbrechung wiedergeben werden? Wie speichert man Cover so, dass sie möglichst von allen Mediaplayern angezeigt werden? Kurzum: Wie vermeidet man aufwändige Nacharbeiten über Tausende von Titeln in einigen Jahren?
Richtig von CD rippen
Dank Exact Audio Copy, kurz EAC, von www.exactaudiocopy.de wird das Rippen einer CD in bestmöglicher Qualität zum Kinderspiel. Einzige Voraussetzung: Die Installation des MP3-Encoders LAME von der Rarewares.org-Website. Wir empfehlen Ihnen, einen eigenen Ordner LAME im Verzeichnis Programme anzulegen und dort die Dateien des LAME-Bundles zu entpacken. Installieren Sie dann EAC und konfigurieren Sie die Software über den Einstellungs-Wizard. Lassen Sie die Laufwerke testen und wählen Sie als Kompressionsformat MP3. Daraufhin sucht EAC selbstständig nach der lame.exe auf Ihrer Festplatte. Wählen Sie im letzten Schritt als Ansicht die "Experten"-Einstellung. Als Namensformat wählen wir Tracknummer. Interpret – Titel.
Jetzt geht es an das Feintuning: Gehen Sie unter EAC/EAC Einstellungen und setzen Sie unter Auslesen die Fehlerkorrekturqualität auf hoch. Unter Allgemein können Sie den freedb-Zugriff automatisch beim Einlegen einer unbekannten CD aktivieren, unter Werkzeuge die Option Starte beim Auslesen externe Komprimierer im Hintergrund aktivieren. In den Laufwerkseinstellungen wird für die Pausenerkennung empfohlen, die Erkennungsmethode auf A und die Genauigkeit auf Sicher zu stellen.
Die LAME-Kompressionseinstellungen finden Sie unter EAC/Kompressionseinstellungen. Hier ist bereits alles unter Externe Kompression korrekt voreingestellt. Die resultierende Bitrate wird über den Eintrag in Zusätzliche Kommandozeilen-Optionen bestimmt – dieser steht standardmäßig auf %l-V 5%l%h-V 2%h --vbr-new %s %d. Das --vbr-new können Sie sich eigentlich sparen, da es inzwischen LAME-„Standard“ ist. Die beiden %l-Zeichen schließen die Kompressionsparameter für niedrige Qualität ein, in diesem Fall also –V 5 (ca. 130 KBit/s). %h ist dagegen auf –V 2 gesetzt, und das steht für die standardmäßig verwendete und empfohlene variable Bitrate von rund 192 kBit/s (http://wiki.hydrogenaudio.org/index.php?title=Lame). Die folgenden %s und %d sind Platzhalter für Quell- und Zieldateien. Damit ist die Grundkonfiguration abgeschlossen.
Klicken Sie auf den Button links mit der Beschriftung MP3, geben Sie den gewünschten Zielordner ein, und schon beginnt das Rippen inklusive MP3-Encoding. Treten Lesefehler auf - und das ist eine der Begründungen, warum Sie EAC anderen Rippern vorziehen sollten - unternimmt EAC mehrere Leseversuche; das am häufigsten aufgetretene Leseergebnis wird schließlich in die Zieldatei übernommen. Aber nicht nur das: Dank AccurateRip-Funktion wird das Ergebnis mit dem einer Online-Datenbank abgeglichen. Stimmen die Daten mit denen anderer User überein, erhalten Sie die Meldung, dass alle Tracks korrekt gerippt wurden. Wenn nicht, gab es anscheinend tatsächlich Lesefehler, und Sie sollten probieren, ob sich die CD in einem anderen Laufwerk besser auslesen lässt. Sind angeblich alle Tracks falsch ausgelesen, kann es sich auch um eine andere Pressung der gleichen CD handeln, die leicht von der Version in der Datenbank differiert (z.B. eine Remastered-Edition usw.).
Zusammenhängende Tracks
MP3-Daten werden in Blöcken komprimiert. Kann ein MP3-Block nicht ganz gefüllt werden, weil der Audio-CD-Track vorher aufhört, wird der Rest des Blocks mit Stille aufgefüllt. Die Folge: Es gibt zwischen Titeln immer eine kleine, aber hörbare Unterbrechung – gerade bei Klassik und ruhiger Musik, aber auch Live-Mitschnitten von Konzerten kann das stören.
Das Problem: Der MP3-Tag-Standard sieht zwar in Version ID3v2.4 die Unterstützung von Kapitelmarken innerhalb von MP3-Dateien vor, aber obwohl es diese ID3-Tag-Version bereits seit November 2000 gibt, wird sie kaum von Hardware- und Software-Playern unterstützt – Version ID3v2.3 ist weiterhin das Maß der Dinge.
Den LAME-Enwicklern war schon recht früh dieser Umstand ein Dorn im Auge, und deswegen veröffentlichten sie Ende 2003 eine Variante von LAME, die die tatsächliche Länge des Tracks (in Samples) in einem separaten LAME-Header, also zu Beginn der Datei, speichert. Waren zunächst noch zusätzliche Parameter beim Aufruf zur Aktivierung dieser Funktion notwendig, funktioniert das inzwischen automatisch. Sprich: Alle CDs, die Sie seit 2004 mit LAME kodiert haben, enthalten diese Zusatzinformationen. Entsprechend breit ist auch die Unterstützung: Player wie Winamp oder foobar2000, aber auch iTunes spielen die Titel unterbrechungsfrei ab. Mit foobar2000 von www.foobar2000.org lässt sich darüber hinaus der Wert im LAME-Header manuell verändern.
Apple hat 2007 mit iTunes 7 eine eigene Problemlösung auf den Markt geworfen: Wird eine CD im Format MP3 in die Mediathek kopiert, wird die Original-Sample-Länge eines Tracks in einem ID3Tag-Feld mit der Bezeichnung COMMENT ITUNSMPB gespeichert (www.hydrogenaudio.org/forums/index.php?showtopic=48231&st=136), zudem gibt es den Eintrag COMMENT ITUNPGAP, der für unterbrechungsfreie Wiedergabe auf 1 gesetzt ist. iTunes importiert auch den LAME-Header und spielt den Track korrekt ab. Allerdings kommt der Player mit größeren Encoder-Delay-Werten nicht klar, die z.B. beim Auseinanderschneiden einer großen MP3-Datei in mehrere Tracks mit dem Java-Tool pcutmp3 entstehen (siehe weiter unten im Text) – hier hört man eine kleine Pause.
Leider ist in beiden Fällen die Kompatibilitätsfrage in Bezug auf Hardware-Player nicht eindeutig geklärt. Unter http://en.wikipedia.org/wiki/Gapless_playback finden Sie zwar eine Liste, aus dieser geht jedoch nicht hervor, ob die Player den LAME-Header bzw. die iTunes-Tags auslesen oder durch Audioanalyse leere Samples an Anfang und Ende abschneiden. Einen Konverter, der aus dem LAME-Header entsprechende iTunes-Tags generiert (und umgekehrt), haben wir noch nicht gesichtet, auch weil der Aufbau des COMMENT ITUNSMPB-Tags nicht eindeutig geklärt ist. Da es einfacher ist, ID3-Tags als einen LAME-Header hinzuzufügen, dürfte man mit erstgenannter Variante zukunftssicherer sein, zumal LAME eine entsprechend hohe Verbreitung in der Community und auch bei Hardware-Playern gefunden hat.
Mit dem Windows Media Player 11 erstellte MP3s enthalten übrigens keinerlei Informationen über die tatsächliche Songlänge – ein LAME-Header fehlt ebenso wie ein entsprechendes ID3-Tag.
Richtig taggen
Damit sich die MP3s auf Mediaplayern wiederfinden lassen, ist korrektes Taggen und Benennen der Dateien essenziell. Eine hervorragende Lösung dafür ist die kostenlose Donationware Mp3tag von www.mp3tag.de. Eine Warnung vorweg: Mp3tag arbeitet destruktiv, es gibt keine Funktion, um Veränderungen rückgängig zu machen!
Liegen die MP3s eine Albums ohne Tags bzw. unvollständig vor, wie es beispielsweise beim Aufnehmen über den Musikdienst flatster (www.flatster.de) der Fall ist, hilft die freedb-, Amazon- und discogs-Anbindung von Mp3tag weiter. Und selbst wenn die MP3s bereits vorgetaggt sind, schleichen sich nicht selten bei freedb und Amazon kleinere Fehler bei der Trackbenennung ein. Bevor Sie jedoch loslegen, stellen Sie sicher, dass Sie unter Extras/Optionen/Schreiben als Tagging-Version ID3v2.3 UTF-16 einstellen – bei den anderen Formaten stellten wir bei manchen Playern Probleme z.B. mit deutschen Umlauten fest. So hat sich UTF-16 in der Community zum Standard entwickelt und wird überall empfohlen.
Umso unverständlicher ist es, dass anscheinend alle derzeit verfügbaren Streaming Clients (Stand Sommer 2010) mit Realtek-Chipsatz Probleme damit haben und bei einer nach Tags sortierten Übersicht ein Zeichenwirrwarr anzeigen. Lediglich der Firma Terratec (Noxon M520) war dieses Problem anscheinend bekannt - man suche nach einer Lösung für den Bug. Möchten Sie also nicht über die Ordner-Navigation des Streaming Clients gehen, müssen Sie wohl oder übel derzeit einen anderen Zeichensatz für die Tags auswählen - oder einen Streaming Client mit Sigma-Designs-Chipsatz bzw. ein fehlerbereinigtes, zukünftiges Realtek-Modell.
Klicken Sie nach der Installation von Mp3tag mit der rechten Maustaste auf den Ordner mit den MP3s und wählen Sie den Eintrag Mp3tag aus dem Kontextmenü aus, um die Files im Tool zu öffnen. Sind die MP3s nicht nummeriert, klicken Sie jetzt in der Tabellenansicht rechts oben auf die Beschriftung Dateiname – die Titel werden jetzt alphabetisch geordnet. Markieren Sie alle MP3s mit Strg-A und wählen Sie aus Tag-Quellen den Punkt discogs aus. Nach Angabe des Interpreten werden dessen Werke nach dem Erscheinungsjahr sortiert angezeigt. Klicken Sie im folgenden Dialog links auf den Spaltentitel title, werden auch diese passend zu Ihrer Titelliste rechts daneben alphabetisch sortiert. Zudem lassen sich die meisten Einträge noch anpassen, bevor sie mit dem Klick auf OK in Ihre MP3s übernommen werden. Auch ein Cover lässt sich im MP3-File speichern, allerdings gibt es dafür meist noch eine bessere Lösung, die wir am Ende des Artikels erläutern.
Über Ansicht/Erweiterte Tags bzw. das entsprechende Icon in der Menüleiste können Sie jetzt noch nachträglich Einträge für alle Dateien verändern und ungewünschte Kommentar-Tags durch Markieren und Klick auf das rote X entfernen – in der Regel dürften Album, Artist, Band, Discnumber, Title, Track, Year und ggf. Genre ausreichen. Von Interpreten-Namen â la „Xyz feat. Zyx“ sollten Sie absehen, wenn sich diese Zusammenarbeit nicht auf ein gesamtes Album erstreckt, und den Namen des begleitenden Künstlers besser in Klammern zum Titelnamen des entsprechenden Tracks hinzufügen.
Was die Track-Nummerierung angeht, bevorzugen wir die zweistellige Nummerierung inklusive Anzeige der Gesamt-Trackanzahl. Klicken Sie daher auf die Spaltenbeschriftung Track, sodass die Tracks aufsteigend sortiert sind, und wählen Sie Extras/Tracknummern-Assistent. Setzen Sie Haken sowohl in Gesamtzahl speichern als auch Führende Nullen bei Tracknummern. Möchten Sie mehrere Ordner neu nummerieren, setzen Sie einen Haken in Zähler für jedes Verzeichnis neu zurücksetzen - vorausgesetzt, Sie haben die Titel zuerst über Track und danach dem Albumnamen bzw. in der Ansicht sortiert.
Was jetzt noch fehlt, ist ein vernünftiger Dateiname, am besten auch ein entsprechender Ordner für das neue Album. Dazu verwenden Sie die Funktion Konverter/Tag – Dateiname und geben beispielsweise Folgendes ein: ..\%artist% – %album% (%year%)\$num(%track%,2). %artist% – %title%. Mit dieser Zeile werden alle Dateien in einen Ordner mit dem Aufbau „Künstler – Albumname (Erscheinungsjahr)“ verschoben und entsprechend der jeweiligen Tag-Inhalte mit zweistelliger Titelnummer am Anfang umbenannt. Weitere verfügbare Platzhalter sind in der Anleitung von Mp3tag erläutert.
Fehlt noch eine passende M3U-Playlist: Öffnen Sie den neuen Ordner mit Mp3tag und wählen Sie dort den Menüpunkt Datei/Playlist (alle Dateien). Unter Extras/Optionen/Playlist können Sie auch hier ein entsprechendes Dateinamen-Template anlegen, beispielsweise %artist% – %album% (%year%).m3u – dann reicht in Zukunft ein einfacher Klick auf das Icon oben in der Leiste.
Albencover hinzufügen
Eine grafische Darstellung der Alben wertet nicht nur die Sammlung auf, sondern beschleunigt auch das Auffinden der gewünschten Tracks – schließlich nimmt man Bilder schneller auf als geschriebene Texte – Stichwort: Cover-Flow-Ansicht.
Der aufwändige Weg: das Einscannen des Original-CD-Covers. Ganz davon abgesehen, dass dieser Vorgang entsprechend lange dauert, sind bei höheren Scanauflösungen aus drucktechnischen Gründen Muster zu erkennen, die beim Skalieren in das iTunes-übliche Format von 600x600 Pixeln oder Scannen in niedriger Auflösung zu hässlichen Moirés werden. Eine Abhilfe: Benutzen Sie in einem Bildbearbeitungsprogramm eine Lasso-Funktion, um größere Flächen wie Gesichter und Hintergründe zu markieren. Benutzen Sie dann einen leichten Unschärfe-Filter. Skalieren Sie dann das Bild herunter und überprüfen Sie, ob die Moirés noch deutlich erkennbar sind.
Schneller geht es meist mit dem Album Art Downloader XUI von http://sourceforge.net/projects/album-art. Das Tool durchsucht alle bekannten Bilderdienste und Shops nach Alben und Interpreten, die Sie in die Suchfelder der Software eingeben. Wählen Sie rechts oben neben Sort by die Einstellung Size aus, werden Ihnen die Bilder mit der höchsten Auflösung ganz oben in der Liste angezeigt. Klicken Sie in der Liste gefundener Cover mit der linken Maustaste auf ein Bild, wird es in voller Größe angezeigt. So können Sie auf Anhieb sehen, welche Qualität das Bild hat. Klicken Sie zum Speichern des Covers auf den Pfeil rechts neben dem Disketten-Symbol, wählen Sie Save As…, suchen Sie den Ordner mit Ihren gerade gerippten MP3s aus und geben Sie als Dateinamen Cover.jpg, an.
Haben Sie in jedes der MP3-Ordner eine Cover.jpg kopiert, erstellen Sie mit einem Texteditor eine Datei mit der Dateierweiterung .bat folgenden Inhalts:
for /r %%i in (Cover.jpg) do copy „%%i“ „%%~dpiFolder.jpg“
for /r %%i in (Folder.jpg) do copy „%%i“ „%%~dpiCover.jpg“
for /r %%i in (Folder.jpg) do copy „%%i“ „%%~dpiFront.jpg“
for /r %%i in (Folder.jpg) do copy „%%i“ „%%~dpiAlbum.jpg“
Windows Media Player 11 hat die unangenehme Eigenschaft, Dateien mit dem Namen Folder.jpg einfach ohne Rückfrage zu verkleinern. Deshalb wird in der ersten Zeile dieses Skripts präventiv eine vorhandene Folder.jpg-Datei gegen eine hochqualitativere Cover.jpg ersetzt. Des Weiteren werden Kopien mit den Namen Front.jpg und Album.jpg angelegt, da es keinen einheitlichen Standard gibt, nach welcher Datei Software- und Hardware-Player zu suchen haben.
Kopieren Sie diese .bat-Datei oberhalb Ihrer Albenordner und rufen Sie sie auf. Wird nach dem Aufruf nur ein Texteditor geöffnet, sollten Sie in den Windows-Ordneroptionen das Anzeigen von Dateierweiterungen aktivieren und das vom Texteditor automatisch angefügte .txt entfernen. Oder Sie verwenden gleich einen entsprechenden Texteditor wie beispielsweise Notepad++ von http://notepad-plus-plus.org und speichern den Text als Batch File. Dann wird die Dateierweiterung .txt gar nicht erst angefügt.
iTunes wiederum sucht in den MP3-Files nach eingebetteten Bildern. Starten Sie deswegen nochmals Mp3tag und fügen Sie über Ansicht/Erweiterte Tags noch die Front.jpg als Cover in die MP3-Dateien ein.
Damit sollte gewährleistet sein, dass jede Soft- und Hardware ein passendes Cover findet – auch plattformübergreifend. Bei heutigen Festplattengrößen dürfte der Platzverbrauch vernachlässigbar sein.
Spezialfall: MP3s teilen
Haben Sie ein Album mit zusammenhängenden Tracks als eine große MP3-Datei vorliegen (erstellt mit EAC z.B. über Aktionen/Kopiere Image & erzeuge CUE Sheet/Komprimiert), können Sie dieses mithilfe der beigefügten oder einer von der Online-Seite Cuesheet-Heaven geholten CUE-Datei trennen.
Als Tools zum Splitten werden im Web oft musiCutter von http://musicutter.host.sk und MP3DirectCut von http://mpesch3.de1.cc genannt. musiCutter versagt jedoch bei MP3s mit variabler Bitrate, MP3DirectCut soll dafür seit Version 2.10 von Anfang letzten Jahres das korrekte Auseinanderschneiden von VBR-Files beherrschen.
Sollten Sie mit MP3DirectCut allerdings immer noch nicht zum erwünschten Ergebnis kommen, holen Sie sich die zwei Java-Programme pcutmp3.jar (wir verwendeten die Beta 0.98b) und jid3.jar von http://code.google.com/p/pcutmp3 und kopieren Sie diese in einen beliebigen Ordner – wird haben den LAME-Ordner dafür verwendet. Damit beide Java-Programme laufen, muss auf Ihrem System die Java-SE-Runtime (JRE) von http://www.oracle.com/technetwork/java/javase/downloads installiert sein. Erstellen Sie dann mit einem Texteditor im gleichen Ordner eine Datei mit der Erweiterung .bat (z.B. SplitMP3.bat) mit folgendem Inhalt:
@echo off
chcp 1252
md Original
move "*.cue" Original
move "*.mp3" Original
for %%i in ("Original\*.cue") do java -jar "c:\programme\lame\pcutmp3_098b.jar" --cue "%%i"
Kopieren Sie diese .bat-Datei in den Ordner mit dem MP3- und CUE-File und klicken Sie darauf.
Das Ergebnis ist nicht ganz so „kompatibel“ wie die direkt mit LAME erstellten MP3s, weil die Decoder-Delay-Werte, die üblicherweise bei LAME bei 576 und bei iTunes bei 528 Samples liegen, jetzt oft rund 2000 Samples betragen, sodass bei manchen Playern eine kurze Unterbrechung zu hören sein kann – wir empfehlen daher ein Testen des Ergebnisses, bevor Sie die Originaldatei löschen.
Compilations: Eine CD, unterschiedliche Interpreten
Bei Compilations à la „Bravo Hits 167“ gilt: Damit z.B. der Windows Media Player die Titel als ein Album erkennt, obwohl sie von unterschiedlichen Interpreten stammen, fügen Sie mithilfe von Mp3tag die Tags BAND und ALBUM ARTIST hinzu und tragen Sie hier Various Artists ein. Für iTunes sollten Sie zudem ITUNESCOMPILATION mit dem Wert 1 ergänzen.
Bei iTunes müssen Sie die zusammengehörenden Titel markieren und dann in den Eigenschaften Teil einer Compilation auf Ja setzen. Haben Sie eine kunterbunte Sammlung an MP3s und möchten Chaosbewältigung betreiben, indem Sie Titel in eigenen Compilations zusammenfassen, können Sie mit Mp3tag zunächst auch Tags über den Dateinamen generieren. Verwenden Sie dazu die Funktion Konverter/Dateiname-Tag. Ist der Dateiname nach dem Schema Tracknummer. Interpret – Titel aufgebaut, geben Sie in das Feld ein: %track%. %artist% – %title%, wobei die Platzhalter für entsprechende ID3Tags stehen.
Ist aber auch der Dateiname verhunzt, helfen am ehesten Programme weiter, die MP3s anhand von akustischen Fingerabdrücken identifizieren und taggen. Als besonders zuverlässig erwies sich dabei die Gracenote-Anbindung von WinOnCD, aber auch Nero kann seit Version 9 mit einer solchen Funktion aufwarten. Die Erkennungsrate der Community-Alternative MusicBrainz Picard Tagger (http://musicbrainz.org) war bei unseren Tests dagegen noch enttäuschend.
Da Musicplayer Alben-orientiert arbeiten, vergeben Sie abschließend selbst erdachte Albumnamen wie „Best of 1968“ oder „Rock Hits“.
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- 2. Seite: Richtig von CD rippen
- 3. Seite: Zusammenhängende Tracks
- 4. Seite: Richtig taggen
- 5. Seite: Albencover hinzufügen
- 6. Seite: Spezialfall: MP3s teilen
- 7. Seite: Compilations: Eine CD, unterschiedliche Interpreten
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