Gastkommentar: IBM CFO-Studie 2010:
Mittelständische CFOs denken um

von Lars Bube (lars.bube@crn.de)

28.07.2010

Für Thomas Hillek, Partner in der Unternehmensberatung IBM Global Business Services, zeigen die Ergebnisse der IBM CFO-Studie 2010 vor allem eines deutlich: Auch im Mittelstand müssen die Finanzchefs zunehmend strategisch denken und handeln - ein nahezu unmögliche Aufgabe ohne ein stringentes Informationsmanagement.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)

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Nach den Erfahrungen aus der Wirtschaftskrise hat sich bei mittelständischen Finanzmanagern ein Umdenken eingestellt. Während bisher der Fokus mehr auf transaktionalem Wissen in der Buchhaltung und im Controlling lag, werden heute die Finanzchefs immer stärker in die Unternehmensstrategie eingebunden.

Ein Trend, der auch durch unsere CFO-Studie 2010 belegt wird, für die IBM weltweit mehr als 1.900 CFOs und Finanzmanager in 81 Ländern und 35 Branchen befragt hat – rund ein Viertel kommen aus dem Mittelstand. Die Ergebnisse zeigen, dass weltweit etwa 60 Prozent der mittelständischen CFOs ihre Finanzplanung und -analyse verbessern wollen. Angestrebt sind von drei Viertel der CFOs auch Lösungen für eine schnellere Entscheidungsfindung, zudem will man mit der IT die Kosten senken. Um diese Ziele zu erreichen, ist es meiner Meinung nach unumgänglich, dass sich die Finanzchefs ein durchgängiges Informationsmanagement zulegen.

Unsere Studie hat auch ergeben, dass seit 2005 der Wunsch nach unternehmensweiter Datenintegration und einem fundierten Risikomanagement enorm gewachsen ist. Jedoch fehlt es den Unternehmen meist noch an einer ausgereiften Datenanalyse: Fast 40 Prozent werten ihre Finanzdaten weitgehend manuell aus und mehr als 35 Prozent haben keine unternehmensübergreifende Reporting-Plattform. Zudem investieren die Finanzabteilungen fast die Hälfte ihrer Zeit in die reine Verarbeitung von Transaktionen – Zeit für strategische Beratung bleibt da kaum.

Jetzt umdenken!

Immer mehr müssen sich CFOs auch um strategische Fragen kümmern. (Bild: keki, fotolia.com)

Aber unsere Untersuchungen zeigen auch, dass bereits ein Viertel der befragten Unternehmen über ein modernes Finanzmanagement verfügen – wir nennen diese Unternehmen »Value Integrators«. Ein Value Integrator besitzt bereits eine unternehmensweit vernetzte Finanzfunktion und diese Unternehmen schneiden bei nahezu allen untersuchten Finanzkennzahlen besser ab als der Rest. Bei der Rendite auf investiertes Kapital (ROIC) sind sie um 30 Prozent besser als der Durchschnitt, beim Umsatzwachstum haben sie im Vergleich ein Plus von fast 50 Prozent. Aufgefallen ist uns dabei, dass die Value Integrators stets zwei entscheidende Kriterien erfüllen: Ihre Finanzabteilungen arbeiten sehr effizient und sie besitzen ein tiefgreifendes Verständnis für Geschäftsvorgänge.

Mein Rat ist deshalb für mittelständische CFOs, dass sie jetzt umdenken und sich überlegen, wie sich ihre analytischen Kompetenzen nachhaltig stärken lassen. Denn sie können dazu beitragen, kaufmännische Korrelationen im Unternehmen zwischen scheinbar unzusammenhängenden Informationen zu identifizieren und Muster zu erkennen, die sonst kaum nachzuvollziehen wären. So kann die Finanzabteilung ihre wichtige Rolle bei der unternehmerischen Entscheidungsfindung effektiver wahrnehmen. Jedoch gelingt dies nur, wenn eine entsprechende Datengrundlage vorhanden ist. So lautet mein Fazit, dass sich CFOs jetzt darum kümmern sollten, außer der strukturellen Vereinfachung von Finanzabläufen auch ein Informationsmanagement aufzubauen, das ihnen Freiräume von buchhalterischen Aufgaben schafft!

*Thomas Hillek ist Partner in der Unternehmensberatung IBM Global Business Services.

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