Quartalszahlen mit Währungsschwankungen:
SAP wächst stärker als erwartet
Der Applikationshersteller SAP sieht sich mit den Zahlen im ersten und nun im zweiten Quartal des Jahres 2010 auf einem guten Weg. Co-CEO Jim Hagemann Snabe bekräftigt die nach dem Führungswechsel zu Beginn des Jahres eingeleitete Neuausrichtung.
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SAP, Marktführer bei betriebswirtschaftlicher Anwendungssoftware, steigerte im zweiten Quartal des Jahres 2010 den Umsatz stärker als erwartet um 12 Prozent auf 2,89 Milliarden Euro. Mit neuen Software-Lizenzen wurden 637 Millionen Euro erlöst und damit 17 Prozent mehr als im Vergleichsquartal des Vorjahrs. Das Betriebsergebnis stieg um 21 Prozent auf 774 Millionen Euro. Ohne Berücksichtigung von Wechselkurseinflüssen läge der Anstieg dieser drei Größen freilich jeweils nur bei bescheideneren 5 Prozent. Zugute kam SAP außerdem die Übernahme des Datenbankspezialisten Sybase.
Bill McDermott, bei SAP Vorstandssprecher für Global Field Operations, zeigte sich zufrieden. Die Wachstumsprognose für 2010 erhöhten die Walldorfer auf 9 bis 11 Prozent bei konstanten Wechselkursen. Werte, wie sie 2008 vor dem Ausbruch der Wirtschaftskrise bestanden, sind damit allerdings noch nicht wieder erreicht. Das Wachstum wurde im zweiten Quartal vorwiegend in den USA sowie in lateinamerikanischen und asiatischen Schwellenländern erzielt, berichtete McDermott. Europa und noch mehr Japan hinken hinterher. Insgesamt hatte der Konzern in diesem Quartal erstmals mehr als 100000 Kunden.
Große Erwartungen an Business by Design
Jim Hagemann Snabe, Vorstandssprecher bei SAP. Foto: SAP
Jim Hagemann Snabe, bei SAP Vorstandssprecher für Business Solutions and Technology, sieht zwei Quellen des Wachstums: erstens strategische Entscheidungen von großen Unternehmen, ihre Infrastruktur auszubauen, und zweitens das von Partnern betriebene Volumengeschäft mit mittelständischen Kunden.
Die SaaS-fähige Applikationssuite Business by Design wird am Freitag dieser Woche in einer neuen Version herauskommen, die multi-tenant-fähig ist, also von mehreren Kunden gleichzeitig genutzt werden kann. Snabe sieht in diesem Angebot für den Mittelstand eine »Killer-Kategorie«, die den Markt fundamental verändern werde. Der Co-CEO bekräftigte die strategischen Absichten, mit der Sybase-Übernahme die mobilen Fähigkeiten der angestammten Applikationen auszubauen. Die In-Memory-Technologie, an der SAP arbeitet, solle zu einer neuen Generation der Datenanalyse führen.
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