PC-Software genügt nicht:
Microsofts langer Marsch zu neuen Ufern
Microsoft macht mit Windows und Office wieder glänzende Geschäfte. In den anderen Sparten geht es jedoch weniger spektakulär zu, und neue Themen wie Cloud Computing, Tablet-PCs oder Handy-Software kommen nur mühsam voran.
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Microsoft scheint die Wirtschaftskrise gut überstanden zu haben. Das Betriebssystem Vista hatten viele Kunden ausgelassen, für die neue Version 7 von Windows jedoch kauften sie mittlerweile schon mehr als 175 Millionen Lizenzen. Rund 15 Prozent der PCs weltweit werden nun von diesem System gesteuert. Auch die Version 2010 des Büropakets Office, die buchhalterisch mit den betriebswirtschaftlichen Applikationen zusammengefasst wird und der Business-Sparte schöne Zahlen beschert, ist mittlerweile verfügbar und füllt die Kassen des Branchenriesen. Peter Klein, Chief Financial Officer am Konzernsitz in Redmond, erwartet, dass die Volumenlizenzen mit Großunternehmen bald wieder an frühere Dimensionen anknüpfen können.
»Microsoft Deutschland blickt auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2010 zurück«, sagt Ralph Haupter, Vorsitzender der Geschäftsführung von Microsoft, gegenüber »Computer Reseller News«. Windows 7 habe sich in Deutschland an Privatkunden sowie an mittelständische Unternehmen sehr gut verkauft, der PC-Markt wächst wieder zweistellig. Auch in anderen Konzernbereichen, die Microsoft [1] in den letzten Jahren mit den Profiten aus dem monopolähnlich dominierten Geschäft mit PC-Software aufgebaut hat, sei man gewachsen.
Keine Begeisterung trotz guter Quartalszahlen
Peter Klein, Chief Financial Officer bei Microsoft. Foto: Microsoft
Weltweit kletterte der Umsatz des Konzerns im vierten Quartal des Geschäftsjahrs 2010, das im Juni endete, um 22 Prozent auf den Rekordwert von 16,04 Milliarden Dollar, der Gewinn legte um stattliche 48 Prozent auf 4,53 Milliarden Dollar zu. Alle fünf Geschäftseinheiten erreichten zweistelliges Wachstum. Der Windows-Bereich schaffte im Vergleich zum Vorjahresquartal 44 Prozent mehr. Bescheidener ging es zu bei der Business Division (plus 15 Prozent), bei Servern und Tools (plus 14 Prozent) und den Online Services (plus 13 Prozent). Die Entertainment-Sparte um die Xbox wuchs zwar um 27 Prozent, musste aber einen Verlust von 22 Prozent hinnehmen. Die Online Services mit der Suchmaschine Bing schrieben 9 Prozent Verlust. Die Cloud-Plattform Windows Azure leistete nach Aussage von Finanzchef Klein noch keinen nennenswerten Beitrag.
Für das Fiskaljahr 2010 meldete das Unternehmen aus dem Nordwesten der USA 62,48 Milliarden Dollar Umsatz und damit 7 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Gewinn wuchs um 29 Prozent auf 18,76 Milliarden Dollar. Die Anleger an den Börsen zeigten sich indes unbeeindruckt, die Ankündigungen für zukünftige Wachstumsmärkte haben sie offenbar noch nicht überzeugt. Der Aktienkurs stagniert.
Cloud Services, Handy-Software und Tablet-PCs als Hoffnungsträger
Ralph Haupter, Vorsitzender der Geschäftsführung Microsoft Deutschland. Foto: Microsoft
Microsofts Hoffnungen ruhen neben dem Cloud Computing auf Tablet-PCs (Slates) sowie dem neuen Handy-Betriebssystem Windows Phone 7. Der Hersteller ist im Markt für Smartphones zwar etabliert, verliert aber Anteile an die Konkurrenten: neben Apple [2] mit der iPhone-Welt auch Googles [3] Betriebssystem-Basis Android sowie das Blackberry-System von Research in Motion [4]. Zwar ist Microsoft mit Hardware-Herstellern traditionell gut vernetzt, aber Windows 7 scheint für die kleinen Tablets zu groß zu sein, wie Channel-Partner kritisieren.
In Deutschland verfolgt Haupter im neuen Geschäftsjahr vor allem zwei Initiativen: die Markteinführung von Windows Phone 7 und die Ausbreitung von Cloud Services. Bislang konnte Microsoft hierzulande rund 1500 Unternehmenskunden für solche Services gewinnen.
[1] http://www.microsoft.com/
[2] http://www.apple.com/
[3] http://www.google.com/
[4] http://www.rim.com/
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