2012 mehr als eine Milliarde Software-Umsatz in Deutschland:
Business Intelligence floriert
Der deutsche Markt für Software aus dem Bereich Business Intelligence wächst und gedeiht, doch die Hersteller schlagen sich unterschiedlich gut. Zu den Gewinnern gehören IBM, Informatica, Qliktech und Sybase, zu den Verlierern Oracle, SAP und Teradata.
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Im Rampenlicht stehen oft die Großen, doch das Gesamtbild ist meist differenzierter. Das gilt im Besonderen für den Business-Intelligence-Softwaremarkt in Deutschland. Das Business Application Research Center (BARC [1]), ein Spin-off der Universität Würzburg, hat eine Erhebung durchgeführt, die alle rund 150 Hersteller dieses Segments umfasst. Erfragt oder geschätzt wurden die Lizenz- und Wartungsumsätze im Jahr 2009 für Frontend- und Backend-Software in Business-Intelligence-Lösungen. Im Backend geht es um Datenmanagement, am Frontend um Endbenutzerabfragen. Und das ist die erste Überraschung: Trotz der seit Jahren im Gang befindlichen Konsolidierung ist die Zahl der Anbieter noch ziemlich groß und sie wächst sogar.
52 Unternehmen erreichten im Jahr 2009 einen Umsatz von mehr als 1 Million Euro. Neu in diesem Club sind die relativ kleinen Firmen Exasol [2](relationale Datenbank für analytische Zwecke) aus Nürnberg, Jedox [3](Spreadsheets mit Olap-Datenbank) aus Freiburg und Tagetik [4] (Corporate Performance Management auf der Basis von Microsoft-Technologien) aus München sowie der IT-Riese und BI-Zwerg Hewlett-Packard.
Gleichwohl spiegelt sich auch die Konsolidierung in den Zahlen des hiesigen BI-Marktes im Jahr 2009 wider: Der Marktanteil der großen Fünf (Oracle [5], SAP [6], IBM [7], SAS [8], Microsoft [9]) stieg im Vergleich zum Vorjahr von 57 auf 59 Prozent und der Anteil der zehn größten Anbieter von 64 auf 70 Prozent. Im Backend ist die Konzentration deutlicher als beim Frontend von BI-Lösungen.
Gewinner und Verlierer
Insgesamt wuchs der BI-Softwaremarkt in Deutschland im Jahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent auf nunmehr 816 Millionen Euro. Auf das Frontend entfielen davon 474 Millionen Euro, auf das Backend 343 Millionen Euro. An der Spitze stehen mit zweistelligen Marktanteilen Oracle (14,6 Prozent), SAP (13,3 Prozent), IBM (13,0 Prozent) und SAS (11,7 Prozent). Allerdings profitierten die Anbieter in sehr unterschiedlichem Maß – und das ist die zweite Überraschung.
Aufsteiger des Jahres ist IBM mit einem Umsatzwachstum von 59 Prozent: Der Hersteller hat den Data-Mining-Spezialisten SPSS übernommen und auch organisch stark zugelegt. Zu den großen Gewinnern gehören auch der amerikanische Datenintegrationsspezialist Informatica [10] (plus 36 Prozent) und der schwedische Frontend-Anbieter Qliktech [11] (plus 30 Prozent), der multidimensionale Abfragen von Daten aus dem Arbeitsspeicher ermöglicht und ohne starre Olap-Würfel auskommt. Im Backend-Teilsegment des BI-Markts konnte Sybase [12], unlängst von SAP übernommen, um 78 Prozent zulegen. In der zweiten Reihe wuchs der Regensburger Microsoft-Partner Evidanza [13] um bemerkenswerte 35 Prozent.
Zu den prominenten Verlierern gehören die Allrounder Oracle (minus 3 Prozent) und SAP (minus 1 Prozent) sowie der Spezialist Teradata [14] (minus 9 Prozent), der eine für Data-Warehouse-Lösungen optimierte Datenbank und einige Ergänzungsprodukte anbietet.
Für das Jahr 2010 sind die Analysten von BARC optimistisch und rechnen mit einem Wachstum von 10 bis 15 Prozent. Im Jahr 2012 werde der Umsatz mit BI-Software in Deutschland die Milliarden-Euro-Marke übertreffen.
[1] http://www.barc.de/
[2] http://www.exasol.com/
[3] http://www.jedox.com/
[4] http://www.tagetik.de/
[5] http://www.oracle.com/
[6] http://www.sap.com/
[7] http://www.ibm.com/
[8] http://www.sas.com/
[9] http://www.microsoft.com/
[10] http://www.informatica.com/
[11] http://www.qlikview.com/
[12] http://www.sybase.com/
[13] http://www.evidanza.de/
[14] http://www.teradata.com/
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