Software-Entwicklung im Wandel:
IBM: Zentrale Rolle für die Software
Auch die Software-Entwicklungssparte Rational stellt IBM unter das Weltverbesserungsmotto »Smarter Planet«. Die neuen Produktangebote haben nichtsdestoweniger evolutionären und handfesten Charakter.
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Um den »Smarter Planet«, den sich IBM [1]seit einiger Zeit auf die Fahnen geschrieben hat, Wirklichkeit werden zu lassen, gilt es, jede Menge schlaue Software zu entwickeln. Software spielt heute in vielen Bereichen eine unverzichtbare Rolle. Software wird alleinstehend für betriebswirtschaftliche Anwendungen eingesetzt, in großem Umfang aber auch für technische Zwecke eingebettet in Produkte vom Telefon über Autos und Flugzeuge bis zur Waschmaschine, wo sie einen maßgeblichen Unterschied im Wettbewerb ausmachen kann. Letztlich sind es die Entscheider in den diversen Fachbereichen, die sagen, was sie an IT brauchen. Unverändert sind es jedoch Software-Ingenieure, die sich dann an die Umsetzung machen.
»Wir adressieren inzwischen auch die Manager, aber weiterhin die Developer«, stellt Roger Klug deshalb kar, hierzulande Business Unit Leader für die IBM-Sparte Rational. Die Software-Palette dieses Bereichs umfasst Werkzeuge für Codierung und Test ebenso wie für Entwurf, Anforderungs- und Projektmanagement. Als Rahmen für die Teamarbeit dient Jazz. Neben den IBM-Plattformen werden auch Umgebungen von Wettbewerbern wie HP oder Microsoft unterstützt.
Der Absatz erfolgt über verschiedene Kanäle: vor allem durch Vertriebsmitarbeiter vor Ort beim Kunden, aber unterstützend auch per Telesales. Partner kümmern sich vorwiegend um mittelständische Endkunden. »Etliche Business-Partner haben jetzt Mitarbeiter, die ausschließlich Rational-Produkte verkaufen«, freut sich Klug. Die Zeiten, als ohne vorausgegangene Aktivitäten Bestellungen eingingen, seien vorbei.
Software als Asset
Geändert haben sich auch die Strategien zur Beschaffung von Software in den Unternehmen: Sie entwickeln immer weniger Software selbst. Im Jahr 1998 lag der Anteil der selbstentwickelten Programme noch bei 70 Prozent, 2013 wird er auf 49 Prozent zurückgehen, schätzen die Marktforscher. Neben herkömmlicher Standard-Software wird auch Software as a Service (SaaS) deutlich zunehmen. Die IT-Abteilungen sehen sich deshalb vermehrt der Aufgabe gegenüber, zahlreiche Programmsysteme zu verwalten, zu integrieren und wiederzuverwenden. Software gerät als Asset in einen stärker wirtschaftlich geprägten Blick. Gefragt ist außerdem eine raschere Anpassung an geschäftliche Erfordernisse, eine engere Abstimmung der IT-Abteilung mit den Fachbereichen und der Entwickler untereinander.
Produktlebenszyklus und Token-Modell
In einer neuen Initiative für das Integrated Product Lifecycle Management offeriert der IT-Konzern 30 Pakete aus Software, Hardware und Best Practices von IBM sowie Business-Partnern. Auf der Basis der Rational-Software wird der komplette Zyklus vom Entwurf bis zur Auslieferung der Produkte abgedeckt.
Um branchenspezifische Software schneller erstellen zu können, gibt es Frameworks mit vorgefertigten Bausteinen, die sich bei Anwendern bewährt haben. Aktuell wurden die Frameworks für Versicherungen und Banken, Chemie- und Erdölunternehmen sowie für Dienstleister erweitert. In Deutschland sieht Klug besonderen Bedarf im öffentlichen Sektor, im Automobilbau sowie bei Versorgern.
Mit neuen Entwicklungs- und Lizenzierungsmodellen sollen Unternehmen ihre Kapitalaufwendungen und betrieblichen Ausgaben verringern. Das bei der Telelogic-Produktlinie bereits erprobte Token-Modell wird nun als alternative Lizenzierungsmöglichkeit auch auf die anderen Rational-Produkte ausgeweitet. Nutzer können damit in einem Entwicklungsprojekt nach den sich ändernden Erfordernissen zwischen verschiedenen Produkten wechseln, ohne die Anzahl der benötigten Lizenzen vorher genau berechnen zu müssen. In Cloud-Szenarien kann mit dem Token-Modell der dort typische flexible Nutzungsumfang im Hinblick auf die zu entrichtenden Gebühren nachgebildet werden.
Qualität der Software
Seit langem bekannt, aber auch heute oft nicht befolgt wird bei der Software-Entwicklung die Einsicht, dass die Beseitigung eines Fehlers umso teuerer wird, je später er entdeckt wird. Der Vorstellung von Rational zufolge sollen Software-Fehler im gesamten Lebenszyklus eines Produkts im Visier sein – am besten bereits beim Design. Mit der neuen App Scan Source Edition können Fehler in einem Programm erkannt werden, bevor es in Betrieb genommen wird.
[1] http://www.ibm.com/de
- 1. Seite: IBM: Zentrale Rolle für die Software
- 2. Seite: Qualität der Software
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