Studie von Techconsult und Bitkom:
An Cloud Computing kommt (fast) keiner vorbei
Eine aktuelle Studie im Auftrag des Bitkom kommt zu dem Ergebnis, dass viele Unternehmen über kurz oder lang nicht am Cloud Computing vorbei kommen: Schon heute reicht das vorhandene IT-Budget in jedem vierten Unternehmen nicht mehr aus, fast die Hälfte kämpft mit stark schwankender Auslastung der Infrastruktur.
(Fortsetzung des Artikels von Seite 3)
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Die Analysten sehen in Cloud Computing eine der wichtigsten Zukunftstechnologien für Unternehmen. (Grafik: Techconsult)
Immer häufiger liest man derzeit Sätze wie »Cloud Computing hebt ab«, die der noch relativ jungen Technologie einen sagenhaften Aufschwung vorhersagen. Dass diese Annahme nicht nur auf überzogenen Marketinghoffnungen der großen Anbieter basiert, sondern harte betriebswirtschaftliche Hintergründe speziell in den deutschen Unternehmen hat, zeigt jetzt eindrücklich eine Studie von Techconsult [1] in Zusammenarbeit mit dem Hightech-Verband Bitkom [2] (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.) auf:
Ein Viertel der befragten 124 IT-Entscheider aus deutschen Unternehmen und Organisationen ab 20 Mitarbeitern beklagen bereits jetzt, dass ihr IT-Budget schon jetzt nicht mehr ausreiche, um die eigentlich notwendigen Investitionen zu tätigen. Cloud Computing verspricht hier weit mehr als eine reine Auslagerung des Problems, indem lediglich die Anschaffung neuer Datacenter-Komponenten an den Dienstleister weitergegeben wird: denn 40 Prozent der Befragten gaben zudem an, sie hätten mit starken Schwankungen der Auslastung ihrer eigenen Infrastruktur zu kämpfen.
Mit entsprechenden leistungsbezogenen Vertragsmodellen lassen sich solche Bedarfsspitzen und –Tiefs in der Cloud wesentlich einfacher und vor allem günstiger abfangen, als im eigenen Rechenzentrum. Verstärkt wird dieser mögliche Spar-Effekt neben der Hardware und den Unternehmensanwendungen noch im personellen Bereich, da schon jetzt 60 Prozent der Unternehmen inzwischen sowieso meist externes Know-how brauchen, wenn die Einführung neuer IT-Lösungen ansteht.
Sicher gegen billig
Obwohl sich damit klar darstellt, dass viele Unternehmen über kurz oder lang wirtschaftlich kaum eine andere Wahl haben werden, als zumindest einen Teil ihrer IT-Leistungen (ob nun Hard- oder Software-Kapazitäten) künftig über die Cloud zu beziehen, sind derzeit viele IT-Verantwortlichen noch skeptisch, was das Cloud Computing angeht. 69 Prozent äußern noch grundsätzliche Bedenken gegenüber dem Wolken-Modell, ins besondere an dessen Sicherheit (77 Prozent davon) wollen viele der Profis aus den Rechenzentren noch nicht so recht glauben (siehe: Cloud-Computing trotz Bedenken [3]). Daneben bewirken besonders die Abgabe von Kontrolle, das Gefühl von Abhängigkeit und grundsätzliche Erwägungen sowie rechtliche Aspekte eine zurückhaltende Einstellung.
Auf der anderen Seite gibt es immerhin schon jetzt einen Anteil von neun Prozent der Unternehmen, bei denen bereits Cloud-Services aktiv genutzt werden. Drei Prozent befinden sich in der Planungsphase, einige Services künftig über Cloud-Modelle zu beziehen, ein weiteres Prozent testet diese derzeit schon. Immerhin 19 Prozent bekunden zwar Interesse an den Vorteilen des Cloud Computings, aber noch keinerlei konkreten Absichten definiert oder sich über konkrete Angebote informiert.
Betrachtet man speziell diejenigen Unternehmen, die bereits heute Cloud Computing im Einsatz oder zumindest eine konkrete Affinität dazu entwickelt haben, zeigt sich, dass sie damit tatsächlich vor allem die vorher genannten Kapazitäts-, Last- und Know-how Probleme beheben wollen und können. Für zwei Drittel von Ihnen ist der größte Vorteil und Hauptgrund für den Einsatz von Cloud-Services, dass sie damit einen Flexibilitätsgewinn gegenüber ihrer vorherigen eigenen IT-Modelle erzielen können. Jeweils rund 60% neigen außerdem aufgrund geringerer Kapitalbindung bzw. niedrigeren IT-Kosten zu Lösungen des Cloud Computings. Darüber hinaus loben die Cloud-Nutzer vor allem den geringen Administrationsaufwand (75 Prozent), das geringe benötigte IT-Know-how (40 Prozent) und die enorm schnelle Einführung neuer IT-Lösungen (66 Prozent). Außerhalb der IT-Abteilung liegt der größte Vorteil für die Cloud-erfahrenen Verantwortlichen eindeutig in der allgegenwärtigen Verfügbarkeit von jedem Ort mit Internetanschluss (90%).
Hardware aus der Cloud noch wenig genutzt
Auf lange Sicht wird sich kaum ein Unternehmen der Cloud entziehen können, wenn es wettbewerbsfähig bleiben will. (Bild: chris, Fotolia.com)
Bezogen auf die beiden großen Gebiete des Computings zeigt sich bisher noch ein merklicher Zwiespalt: Während gerade die Hardware-Lösungen aus der Cloud die Unternehmen finanziell schnell und deutlich entlasten könnten, indem sie jeweils lediglich eine bedarfsgerechte Hardware- und Leistungsbasis zur Verfügung stellen, werden sie derzeit noch viel zu wenig beachtet. Lediglich Server- und Storage-Kapazitäten finden bisher nennenswertes Interesse bei den Unternehmen.
Wesentlich tiefgründiger ist das Interesse und Wissen vieler IT-Entscheider bezüglich Software aus der Cloud. Hintergrund für dieses Ungleichgewicht dürfte vor allem sein, dass der Software-Bereich einen Entwicklungsvorsprung durch schon länger bekannte externe Verteilungsmodelle wie Software as a Service hat. Fast jeder IT-Verantwortlichen weiß genau bescheid, dass es bereits heute oft genutzte Standardsoftware wie Office-Programme und Security-Lösungen auch aus der Cloud gibt.
Auch bei der Software und den Unternehmensdaten sind jedoch die Sicherheitsbedenken noch der größte Hinderungsfaktor, viele Firmen wollen ihre sensiblen Daten im Zweifelsfall lieber doch im eigenen Haus behalten. So werden derzeit in der Breite noch vor allem Daten und Services aus den Bereichen Kommunikation (besonders Email) und Marketing ausgelagert. Hingegen wären laut der Studie zum heutigen Zeitpunkt und Stand der Technik und ihren entsprechenden Informationen darüber lediglich zwei Prozent der Verantwortlichen auch bereit, sämtliche Unternehmensdaten einer Cloud-Umgebung anzuvertrauen.
Selektive Modelle auf dem Vormarsch
Auch wenn die meisten Experten davon ausgehen, dass sich die Sicherheitsbedenken mit einer weiteren Verbreitung der Cloud Services und mehr (positiven) Praxis-Erfahrungen ähnlich zerstreuen werden, wie die gegen andere junge Technologien wie Voice over IP anfangs ins Feld geführten Argumente, sind diese bedenken dennoch nicht zu vernachlässigen. Immerhin gibt knapp ein Drittel der Unternehmen an, schon einmal aufgrund von Sicherheitsbedenken auf eine neue IT-Lösung verzichtet zu haben. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass oft noch Argumentationsarbeit geleistet werden muss, um die Technologie des Cloud Computings, seine Vorteile und Risiken präzise darzustellen:
So ist es beispielsweise interessant zu sehen, dass gerade von denjenigen Unternehmen, die schwere Datenschutz- und Sicherheitsbedenken gegenüber Cloud-Computing äußern, der Löwenanteil längst hochsensible Daten dem Internet anvertraut: 80 Prozent dieser skeptischen Unternehmen nutzen Online-Banking, fast 40 Prozent kaufen im Web unter Angabe von Kreditkarten-Nummern ein. Darüber hinaus nutzt auch jede dritte Firma aus dieser Gruppe schon heute gehostete E-Mail-Postfächer, rund 40 Prozent auch andere gehostete IT-Lösungen oder Daten.
Mit dem erhöhten Konsolidierungsdruck ist somit damit zu rechnen, dass auch die heute große Zahl der Skeptiker in den nächsten Jahren zumindest einen Teil ihrer IT Clouds auslagern wird und nur noch für das eigene Geschäft elementare Hardware und Applikationen im Haus behält. Dementsprechend prognostiziert Techconsult einen Ausgabenanstieg der deutschen Unternehmen für Cloud- Computing-Dienste von 285 Mio. Euro im Jahr 2009 auf 564 Mio. Euro im Jahr 2011.
Wenn Sie mehr über die Vorteile von Services wie Email aus der Cloud wissen wollen, empfehlen wir Ihnen dieses kostenlose Webinar [4] zum Thema »Messaging-Security«.
[1] http://www.techconsult.de/
[2] http://www.bitkom.org/
[3] http://www.networkcomputing.de/netzwerk/sicherheit/artikel-81426.html
[4] http://http//www.networkcomputing.de/events/webinare/webinar-27.html
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