Datenintegration breiter einsetzbar:
Informatica wächst deutlich
Der Datenintegrationsmarktführer Informatica wächst signifikant, wie Deutschland-Chef Otto Neuer im Gespräch mit InformationWeek berichtet. Neben traditionellen Data-Warehouse-Lösungen gewinnen andere Einsatzszenarien an Bedeutung.
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Otto Neuer, Geschäftsführer Zentraleuropa von Informatica
»Unser Unternehmen wächst vernünftig«, meint Otto Neuer, hierzulande Geschäftsführer des Datenintegrationsspezialisten Informatica [1], mit einigem Understatement. Tatsächlich hat das in Kalifornien ansässige Unternehmen weltweit im ersten Quartal dieses Jahres den Umsatz mit Lizenzen um annähernd 25 Prozent steigern können, in Deutschland sogar um 40 Prozent. Der Gesamtumsatz lag bei 135,1 Millionen Dollar. Weltweit beschäftigt das Unternehmen etwa 1700 Mitarbeiter, im deutschsprachigen Raum sind es 55.
1993 war das Unternehmen mit dem Ziel gegründet worden, Data-Warehouse-Datenbanken automatisiert statt in mühevoller Handarbeit zu befüllen. Ausgefeilte Werkzeuge sollten selbstgestrickte Hilfsprogramme ersetzen. In größeren Umgebungen hat sich dieser Ansatz im Lauf der Zeit durchgesetzt. In Data-Warehouse-Lösungen würden heute für ETL-Werkzeuge (Extract, Transform, Load) freilich nur noch 30 bis 40 Prozent der Summen bezahlt, die in der Anfangszeit üblich waren, berichtet Neuer.
Datenintegration nicht nur beim Data Warehousing
Neben den Warehouse-Szenarien haben sich inzwischen weitere Einsatzfälle für die Powercenter-Werkzeuge von Informatica herausgebildet, etwa für Compliance-Aufgaben, bei der Anwendungsintegration oder bei Unternehmenszusammenschlüssen. Heute machen diese bei Informatica mit rund 60 Prozent sogar die Mehrheit aus.
An Bedeutung gewinnt mittlerweile ferner Datenintegration in Echtzeit ohne Rückgriff auf Unternehmensdatenbanken. In Cloud Computing setzt Neuer große Erwartungen. In diesem Rahmen könnten auch mittelständische Unternehmen, denen ausgewachsene Datenintegrationslösungen oft noch zu kostspielig sind, Informatica-Werkzeuge nutzen. Derzeit gibt es etwa 150 Kunden, das Hosting übernimmt Amazon.
So wie Informatica sind etliche Firmen gestartet, viele sind jedoch früher oder später von größeren Softwareherstellern geschluckt worden. Informatica will indes selbständig bleiben, betont Neuer, aber natürlich habe der Kapitalmarkt seine eigenen Gesetze.
Derweil tätigt Informatica selbst kleinere Zukäufe. Die auf Stammdatenverwaltung spezialisierte Firma Siperian ließ man sich zu Beginn dieses Jahres 130 Millionen Dollar kosten. Und für eine nicht genannte Summe ging vor einem Jahr der deutsche Adressdatenspezialist Adress Doctor in den Besitz der Kalifornier über.
[1] http://www.informatica.com/de
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