Kein 90-Tage-Support enthalten:
Windows 7 als System-Builder: billig, aber mit ein paar Nachteilen
Für die derzeit bereits vor dem offiziellen Start verkauften System-Builder-Versionen von Windows 7 enthalten keinen Support oder andere Dienstleistungen. Darauf weist Microsoft hin. Auch wenn es online bereits viele solcher Angebote gibt, sind dies für Microsoft derzeit nur einzelne Fälle.
Eigentlich sollte der Verkauf von Windows 7 offiziell nächste Woche mit großem Trara starten. Doch offenbar halten es einige Händler und Kunden bis dahin nicht mehr aus. Seit einigen Tagen lassen sich im Internet schon jetzt tausende Angebote für Windows 7 finden und bestellen. Allerdings handelt es sich dabei »nur« um die so genannte »System Builder«-Versionen des neuen Betriebssystems. Diese waren am 12. Oktober zum Versand durch autorisierte Replikatoren an OEM-Distributoren freigegeben worden. Sie sind laut Microsoft [1] eigentlich dazu gedacht, sie an System-Builder (kleine Software- und Hardware-Händler) weiterzugeben, die darauf basierend eigene Lösungen oder Hardwaresysteme entwickeln und »rund um den Verkaufstermin« anbieten können.
Viele Händler nutzen derzeit den Marketing-Effekt eines Vorab-Verkaufsvon Windows 7 - nicht immer ganz sauber, wie dieser Newsletter mit Bildern der Originalverpackungen zeigt.
Auch wenn die System-Builder-Versionen von Windows an sich nicht zum Einzel-Verkauf gedacht sind, können sie auf diesem Weg dennoch angeboten werden. »Auf Grund dieser Zwischenschritte können Windows-7-System-Builder-Versionen vereinzelt bereits vor dem Verfügbarkeitstermin angeboten werden«, so Microsoft gegenüber unserer Schwester-Redaktion InformationWeek.
Ob bei der aktuellen Angebotsflut allerdings tatsächlich nur von Einzelfällen gesprochen werden kann, ist mehr als fraglich: Von Amazon bis zum kleinen Elektroladen um die Ecke haben derzeit fast alle IT-Händler Windows 7 schon als System-Builder-Version in ihrem Programm und bewerben dies teils auch kräftig (siehe Bild).
Immerhin schreiben die meisten Händler inzwischen auch dazu, dass es sich lediglich um die SB-Variante handelt. Von den damit verbundenen Einschränkungen erfährt der Kunde jedoch meist nichts und wird teils sogar auf falsche Fährten gelockt.
Kein Support und keine Box
Mit dem beschriebenen Umweg können die Onlinehändler also faktisch den offiziellen Verkaufstermin umgehen und Windows 7 bereits eine Woche früher anbieten, als geplant. Auch wenn Microsoft selbst dies nicht weiter zu stören schient, hat die Sache für die Kunden auch einen kleinen Haken: Zwar sind die System-Builder-Versionen vollwertige Lizenzen – allerdings fehlen einige Extras.
Während die vollen Versionen etwa einen 90-tägigen Support beinhalten, gibt es bei Problemen mit den jetzt verkauften Versionen keinerlei kostenlose Hilfe bei Problemen. »System-Builder-Versionen sind zwar vollwertige Windows 7-Lizenzen, umfassen aber keine Support-Angebote oder sonstige Dienstleistungen«, bestätigt Microsoft gegenüber InformationWeek.
Bekommen Kunden der Vollversion außerdem sowohl die 32-, als auch die 64-Bit Version des Betriebssystems geliefert, muss man sich bei SB bereits beim Kauf für eine Variante entscheiden. Ebenso ist die originale Verpackung mit dem Handbuch nicht mit dabei, auch wenn viele Händler diese derzeit noch irreführend als Bild neben ihren Angeboten präsentieren.
Entscheidender Vorteil von Windows-7-System-Builder ist für die Kunden dafür der Preis: Während eine Vollversion von Windows 7 Professional etwa 310 Euro kosten soll, gibt die entsprechende SB momentan schon ab 115 Euro. Damit bekommt Microsoft durch die Vorab-Verkäufe enorme Konkurrenz aus dem eigenen Hause. Bei den versierten Kunden wird das SB-Angebot auch dementsprechend dankend angenommen. So bestätigt etwa Notebooksbilliger unserer Schwester-Redaktion, dass die gesamte »nicht unerheblich« Tranche an SB-Lizenzen »noch wesentlich schneller als gedacht ausverkauft« war.
Für die Händler ist neben dem reinen Verkaufserlös natürlich insbesondere der Marketing-Effekt wichtig: Nachdem die ersten Vorab-Angebote raus waren, blieb kaum einem etwas anderes übrig, als seinen Kunden auch jetzt schon die SB-Versionen anzubieten.
Mit freundlicher Genehmigung von InformationWeek [2]
[1] http://www.microsoft.com/de/de/default.aspx
[2] http://www.informationweek.de/
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