Cloud-Applikationen nach Best-Practices bauen:
CA-World-Interview: Cloud-Computing ist nicht Virtualisierung

von Werner Veith (werner.veith@networkcomputing.de)

19.05.2010

Nicht Ressourcen, sondern Applikationen machen Cloud-Computing aus. Im Interview beschreibt David Hodgson, verantwortlich für die Cloud-Produkte bei CA, wie der Paradigmenwechsel Applikationen in der Cloud-Welt mobil machen kann.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)

Mittlerweile ist das Thema Virtualisierung in den Unternehmen angekommen. Doch die Umwälzung in der IT-Welt ist damit noch nicht zu Ende. Cloud-Computing schickt sich an, die IT-Welt nochmals umzukrempeln. Dabei ist Cloud-Computing nicht einfach eine Erweiterung von Virtualisierung. Warum das so ist, erläutert David Hodgson, Senior-Vice-President Cloud-Product-Linie bei CA Technologies im Interview. »Cloud-Computing fokussiert mehr auf die Anwendung.« Bei Virtualisierung sei es zuerst darum gegangen, Server mehr effizient zu machen.

David Hodgson, Senior-Vice-President Cloud-Product-Line bei CA Technologies: »Bei Cloud-Computing steht die Applikationen und das Geschäftsmodell im Vordergrund.«

Cloud-Computing wolle aber Applikationen skalierbar machen. Diese ständen zudem On-Demand zur Verfügung stehen. »Es geht nicht mehr um die Hardware.« Stattdessen bezahlten Unternehmen nur noch für die tatsächlich genutzte Anwendungszeit. Bei Cloud-Computing stehe nun das Business-Modell im Vordergrund.

Hodgson gibt zu, dass Cloud-Computing erst am Anfang stehe. »CA will hier aber die Führung übernehmen.« Eine Änderung in der Verbreitung erwartet Hodgson, wenn im nächsten Zug die großen Unternehmen auf den Cloud-Zug aufspringen würden.

Mit der »Cloud Computing Suite [1]« wolle CA Unternehmen die notwendigen Tools für die Verwaltung zur Verfügung stellen. In den nächsten 18 Monaten kämen die verschiedenen Teile der Suite dann auf den Markt. Dabei richte sich die Lösungen vor allem an Unternehmen, die Anwendungen sowohl intern als auch in Public-Clouds einsetzten.

Dabei bestätigt Hodgson, dass dem Umzug von Applikationen zwischen verschiedenen Cloud-Computing-Anbietern oder dem eigenem Unternehmen eine große Rolle zukomme. »Mit Cloud-Compose hat CA aber das richtige Tool dafür.« Basis dafür sei »AppLogic« von 3Tera. CA hat das Unternehmen gekauft.

Noch Zukunft: Cloud-Apps nach Best-Practices bauen

Compose stelle ein objektorientiertes Composite-Modell zur Verfügung, mit dem sich alles definieren lasse, was für den Betrieb der Applikation notwendig sei. »Elemente dafür sind dann etwa Load-Balancer, Datenbanken oder auch entsprechende Sicherheitsapplikationen.«

Dann denkt Hodgson etwas in die Zukunft: »Es ist denkbar, dass ein Beratungsunternehmen wie Accenture ein Composite-Modell definiert, dass die Best-Practices für den Betrieb von SAP-Applikationen berücksichtigt.« Dies sei möglich, weil Cloud-Computing vollständig von der darunter liegenden Hardware abstrahiere.

Derzeit befinde sich Compose aber noch in Entwicklung, so Hodgson. »Im Moment unterstützt es nur Xen als Hypervisor.« Es sollten aber Schritt die anderen Lösungen wie von Vmware oder Microsoft dazu kommen. Dann sei schon ein großer Schritt in Richtung flexibler Wechsel getan.

»Auch Oracle hat mich hier auf der CA-World deswegen angesprochen«, ergänzt Hodgson. Das Verschieben von Applikationen gebe es schon bei CA. So könnten Unternehmen Applikationen im Rechenzentrum von CA aufsetzen und sie dann später ins Unternehmen verschieben.

[1] http://www.networkcomputing.de/netzwerk/datacenter-infrastruktur/artikel-83122.html

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