Die neue InformationWeek:
IT in den Wolken: Partly cloudy

von Markus Bereszewski (markus.bereszewski@informationweek.de)

26.04.2010

Müssten wir ein Wort der Woche küren, so wäre es sicherlich »Aschewolke«. Natürlich hat das nicht wirklich viel mit Unternehmens-IT zu tun. Denke Sie!

Natürlich ist die eine oder andere Geschäftsreise des einen oder anderen IT-Verantwortlichen ausgefallen, aber das meinen wir gar nicht. Denn es dauerte nicht lange, da flatterten die IT-Meldungen zum Vulkanausbruch reihenweise auf den Schreibtisch beziehungsweise den Monitor. Video- und Webconferencing seinen das beste Mittel, um sich vor den Folgen von Vulkanausbrüchen zu schützen. Oder Online-Reisebüros, die kurzfristig Zusatzdienste von Call-Centern zubuchen, um den Ansturm ratloser Kunden abfangen zu können.

»Ausfallsichere Kommunikation mit Kunden, Mitarbeitern und Shareholdern ist für Unternehmen ganz sicher immer schon ein wichtiges Thema gewesen« lautet es da exemplarisch in einer Pressemitteilung zum Thema. Und richtig: Ich erinnere mich an zahllose Hauptversammlungen, wo die Vorstände ausführlich über ihre Rufweiterleitung und später dann auch darüber informieren mussten, warum sie nun Push- oder Pull-E-Mail bevorzugen.

Zudem bin ich gespannt, wann es den Presse- und Marketing-Abteilungen gelingt, den nächsten Evolutionsschritt der Kommunikation zu gehen. Der könnte etwa lauten: »Morgen soll es in der Region Ostwestfalen regnen. Geschäftsreisende, die nicht nass werden wollen, sollten beim Anbieter XY am besten die IT-as-a-Service-Web-Conferencing-Suite aus der Cloud nutzen«. Dann kämen zudem auch Anbieter von Vorhersage- und Geomarketing-Lösungen ins Spiel.

Cloud ist nicht gleich Cloud

Doch Zynismus beiseite: Mit derlei absurden Argumenten für Produkte oder Services zu werben, deren Nutzen weit über temporäre oder regionale Ereignisse hinaus reichen, ist schlicht intelligenzbeleidigend und damit aus Anbietersicht dumm. Speziell beim Titelthema unserer aktuellen Ausgabe, Cloud Computing, haben sich die Anbieter diesbezüglich in den letzten Monaten regelrecht ausgetobt. Verständlich, dass bei vielen Anwendern die Großwetterlage auf Gewitter umschlägt, wenn das Thema aufs Tapet kommt.

Doch Intransparenz des Marktes etwa in Bezug auf die Starken und Schwächen der zahlreichen Anbieter, sprich fehlende Positionierung der Hersteller spricht nicht gegen das Prinzip als solchem. Denn hinter all dem Getöse verbergen sich durchaus Chancen für Unternehmen, unter anderem die IT flexibler zu halten und – nicht unwichtig – aus Investitions- Betriebskosten zu machen! Wir haben daher versucht, wichtige Aspekte von Cloud Computing sachlich zu betrachten und dabei die neuesten Untersuchungen mit einzubeziehen. In den nächsten Ausgaben werden wir dann auch verstärkt aus der Praxis berichten, denn schließlich wird die Cloud teilweise ja schon genutzt.

Ab sofort ist die neue Ausgabe der InformationWeek mit dem Titel »Was brint Cloud Computing?« verfügbar.