Red Hat Enterprise Linux unterstützt neue Multicore-CPUs

von Bernd Reder (bernd.reder@networkcomputing.de)

31.03.2010

Die neuen Acht- und Zwölfkern-Prozessoren von AMD und Intel unterstützt die neue Version 5.5 von Red Hat Enterprise Linux (RHEL). Gleiches gilt für IBMs Power-7-CPUs. Auch in Sachen Virtualisierung hat die Linux-Distribution zugelegt.

Einen ganzen Schwung von neuen Mehrkernprozessoren haben AMD, Intel und IBM in jüngster Zeit vorgestellt. Dies war der Anlass für Red Hat [1], die Enterprise-Version seiner Linux-Distribution entsprechend anzupassen.

So unterstützt Red Hat Enterprise Linux 5.5 (RHEL) die »Magny-Cours«-Prozessoren von AMD [2]. Offiziell werden die CPUs mit 8 und 12 Kernen unter der Bezeichnung Opteron 6000 angeboten.

Auch mit Intels [3] neuen Flaggschiffen Xeon 5600 und 7500 (»Nehalem EX«), die bis zu acht Kerne auf einem Die vereinen, kommt die Linux-Version zurecht.

Ebenfalls auf acht Cores kommen die Power-7-Prozessoren, die IBM vorgestellt hat. Auch auf Servern mit diesen CPUs läuft RHEL 5.5.

Damit deckt die Linux-Distribution alle relevanten Server-Plattformen ab, von x86-Servern bis zu Power-Maschinen.

Zugriff auf 10-Gigabit-Ethernet

Eine weitere Neuerung in RHEL 5.5 ist die »Single-Root-I/O-Virtualisierung« (SR-IOV). Diese Funktion ermöglicht es virtualisierten Gastbetriebssystemen, PCI-Hardware-Ressourcen zu »sharen« und effizienter auf I/O-Geräte zuzugreifen. Das gilt speziell für Netzwerkadapter, inklusive 10-Gigabit-Ethernet-Anschlüssen.

Laut Red Hat ist es bei der neuen Distribution gelungen, den Overhead bei I/O-Operationen in virtualisierten Umgebungen auf weniger als 5 Prozent zu drücken. Dies ist speziell für I/O-lastige Anwendungen wie Datenbank-Applikationen, Fileserver und Online-Transaktionsprozesse wichtig.

Wie die Praxis zeigt, erweisen sich bei Virtualisierungsprojekten häufig Netzwerk-Interfaces und I/O-Schnittstellen aus Flaschenhals.

Apropos Virtualisierung: Auch in RHEL 5.5 ist, wie bereits in Version 5.4, der Hypervisor KVM (Kernel-based Virtual Machine) integriert. Er nutzt die Hardware-Virtualisierungsfunktionen, welche die aktuellen Prozessoren von AMD und Intel zur Verfügung stellen. Details zur neuen Beta-Version von KVM sind in diesem Beitrag [4] auf nwc.de zu finden.

Bessere Anbindung an Windows

Zuletzt noch ein Blick auf das Zusammenspiel von RHEL mit Windows 7: Laut Red Hat wurde bei RHEL 5.5 die Interoperabilität zwischen beiden Betriebssystemen verbessert. Auch die Integration in Microsofts Active Directory soll nun reibungsloser funktionieren.

Die Advanced Edition von RHEL 5.x unterstützt auch Server-Cluster.

So lassen sich User- und User-Gruppen einfacher mappen. Zudem wurden »Haken« beim plattformübergreifenden Management der Dateisysteme beseitigt.

RHEL 5.5 steht in zwei Versionen zur Verfügung: Die Standard-Ausgabe unterstützt Server mit bis zu zwei CPUs und vier Gastbetriebssystemen. Sie läuft auf x86- und Itanium-Systemen, außerdem auf IBM-Power- und IBM-System-z-Maschinen.

Die Advanced Platform ist für x86-Prozessoren (32 und 64 Bit) und Itanium-CPUs vorgesehen. Sie unterstützt eine unbegrenzte Zahl von Prozessor-Sockeln und bis zu 16 Rechnerknoten für den Aufbau von hochverfügbaren Umgebungen.

[1] http://www.redhat.com/
[2] http://www.amd.com/
[3] http://www.intel.de/
[4] http://www.networkcomputing.de/netzwerk/datacenter-infrastruktur/artikel-81645.html