Schlag gegen internationale Raubkopierer-Bande:
Millionenschäden durch gefälschte Windows XP Software
In einer gemeinsamen Aktion haben deutsche und tschechische Ermittler 14 Objekte durchsucht und dabei kistenweise Beweismaterial gegen eine internationale Bande von Raubkopierern beschlagnahmt. Dabei wurden vier Personen festgenommen, die mit dem Verkauf illegaler Kopien von Windows XP im Internet über 40.000 Kunden betrogen haben sollen.
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Aufgrund der organisierten Struktur und besonderen Schwere, müssen die Verdächtigen im aktuellen Fall mit harten Strafen rechen. (Bild: Carsten Steps, Fotolia.com)
Erneut ist den Ermittlungsbehörden nach Hinweisen des Microsoft [1] Produktidentifikationsservices (PID-Service [2]) ein schwerer Schlag gegen einen internationalen Raubkopierer-Ring gelungen. Wie jetzt bekannt wurde, hat die Kriminalpolizei Görlitz gemeinsam mit den Landeskriminalämtern Berlin, Sachsen und Brandenburg sowie mit der tschechischen Kriminalpolizei vergangene Woche insgesamt 14 Wohn- und Geschäftsadressen durchsucht. Die insgesamt 88 eingesetzten Beamten konnten dabei unter anderem mehrere Tausend Raubkopien sicherstellen und vier Verdächtige festnehmen.
Den Festgenommenen wird nach bisherigem Ermittlungsstand vorgeworfen, in den vergangenen Jahren als organisierte Bande Raubkopien des Microsoft Betriebssystems Windows XP verkauft zu haben, meist über das Internet. Damit sollen sie über 40.000 Kunden betrogen haben, indem sie statt den bestellten Originalen gut gefälschte Raubkopien lieferten. Microsoft beziffert den durch diese Bandenaktivitäten entstanden Schaden im eignen Unternehmen auf etwa fünf Millionen Euro.
Um ihre illegalen Verkaufsaktivitäten zu verschleiern, hatten die vier jetzt verhafteten mutmaßlichen Hintermänner immer wieder neue Strohmänner benutzt, über die die Fälschungen auf Internethandelsplattformen zum Kauf anboten wurden. Neben Scheinadressen setzten sie dabei laut Kripo sogar mehrfach gefälschte Pässe ein. Somit müssen sie jetzt mit empfindlichen Haftstrafen im mehrjährigen Bereich rechnen. »Das Schadensausmaß ist in diesem Fall so groß, dass man diese Tätergruppe der organisierten Kriminalität zuordnen muss«, kommentiert auch Joachim Rosenögger, Spezialist für Pirateriebekämpfung bei Microsoft, die professionell organisierte Struktur Verdächtigen.
Vermehrte Meldungen über Windows-Fälschungen
Tausende Raubkopien waren noch im Lager der raubkopierer, als die Polizei eintraf. (Bild: Microsoft)
Wie bereits mehrfach in den vergangenen Monaten (Microsoft: Händler muss 500.000 Euro Schadenersatz zahlen [3]), waren die Ermittlungen gegen die Raubkopierer von Hinweisen durch Microsofts PID-Service ausgegangen, bei dem Kunden die Echtheit der von ihnen erworbenen Produkte überprüfen lassen können.
Bereits vor knapp eineinhalb Jahren waren dem PID-Service von geprellten Kunden auffällig viele Fälschungen von Windows XP-Sicherungskopien gemeldet worden. Daraufhin hatte Microsoft selbst zahlreiche Testkäufe durchgeführt und eigene Ermittlungen angestellt, die letztlich in einer Strafanzeige mündeten. »Einzig die Zusammenarbeit zwischen Hersteller, Internetdienstleister und Ermittlungsbehörden hilft, kriminelle Aktivitäten der Raubkopierer zu unterbinden und so - wie in diesem Fall - Tausende von arglosen Anwendern zu schützen«, lobt Rosenögger die gemeinsamen Anstrengungen, um den Fälscherring auszuheben.
Dieser des organisierten Handels mit Raubkopien im großen Stil zeigt deutlich, welche Schäden durch Softwarepiraterie entstehen können. Neben dem finanziellen Schaden für die 40.000 geprellten Käufer, Microsoft und den Staat (Steuerausfall), können solche illegalen Versionen zusätzlich auch Malware enthalten, die weitere Probleme verursacht. »Das Ausmaß dieses Falls zeigt, dass Softwarepiraterie ein sehr ernstes Problem darstellt, das Tausende von Arbeitsplätzen kostet und zu Produktivitätsverlusten führt«, fasst Rosenögger zusammen.
[1] http://www.microsoft.com/de/de/default.aspx
[2] http://http//www.microsoft.com/germany/piraterie/pidservice.mspx
[3] http://www.crn.de/channel/hersteller/artikel-81229.html
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