Praxischeck: Managed Server:
Amazon-Cloud als günstige Alternative zu Dienstleistern
Kann die Cloud Dienstleister wirklich ersetzen? Benchmarking-Spezialist Metri hat sich die Angebote von Amazon genauer angeschaut und mit klassischen IT-Dienstleistern verglichen. Das überraschend deutliche Fazit: »Amazon ist eine kostengünstige Alternative – zumindest für Entwicklungs- und Testzwecke«.
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Bis zu 70 Prozent lassen sich in der Cloud einsparen. (Bild: Karen Roach, Fotolia.com)
Seit 2002 bietet Metri [1] in den wichtigsten europäischen Märkten Benchmark-, Sourcing- und Governance Services an und zählt inzwischen über 150 international renommierte Unternehmen wie Shell, PHILIPS, Accenture und RWE zu seinen Kunden.
In einer kürzlich durchgeführten Umfrage gaben 80 Prozent der Kunden des Unternehmens an, dass sie zumindest »interessiert« oder auch »sehr interessiert« sind, Teile ihrer Infrastruktur in die »Cloud« auszulagern. Somit stellt sich die Frage, wie die Cloud-Services im Vergleich zu den etablierten Dienstleistungs-Angeboten zu bewerten sind und ob es bei Faktoren wie Performance und Kosten große Unterschiede gibt.
Metri verglich dazu intensiv die Kosten der Cloud-Lösungen von Amazon [2] mit den Preisen ähnlicher Angebote traditioneller IT-Dienstleister und kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis: Bei vergleichbarer Qualität lassen sich mit Amazon die Kosten für einen Test-Server um etwa 50 Prozent reduzieren. Darüber hinaus bearbeitete man im Kundenauftrag die Frage, ob die Amazon Private Cloud damit eine ernst zu nehmende Alternative zu den traditionellen IT-Lieferanten ist. Hierzu verglich man die Amazon Private Cloud, die über eine VPN-Leitung Rechenleistung in Form von virtuellen Maschine liefert, mit den Managed Server-Angeboten von anerkannten Dienstleistern.
Bis zu 70 Prozent eingespart
Im ersten Schritt wurden Komplexität, Dienstleistungen und Service Level Agreements definiert. Das heißt, mit faktenbasierten Faktoren werden die Parameter Komplexität und Servicequalität an das definierte Leistungsniveau angeglichen. Erst dann lassen sich die Angebote miteinander vergleichen.
Im folgenden Benchmarking-Prozess stellte sich heraus, dass für einen realistischen Vergleich der beiden Szenarien unbedingt auch die beiden Faktoren »Flexibilität« und »Assurance« (Betriebssicherheit) eine große Rolle spielen müssen.
Das Ergebnis
Bei vergleichbarer Qualität, Komplexität und vergleichbaren Dienstleistungen lassen sich mit Cloud-basierten Lösungen die Kosten für Managed Server um die Hälfte reduzieren – in Einzelfällen sogar um bis zu 70 Prozent.
So kostet beispielsweise ein gemanagter Server mittlerer Größe, wie er für Test- und Entwicklungszwecke genutzt wird, mit einem Standard Service Level bei einem IT-Dienstleister rund €350 im Monat. Einen vergleichbaren Server stellt Amazon - bei einer Vertragslaufzeit von drei Jahren – schon für wenig mehr als €240 zur Verfügung. Dieser Preis enthält bereits die Kosten für eine Breitband-Internetverbindung und geht davon aus, dass die volle Serverkapazität über den gesamten Monat rund um die Uhr hinweg genutzt wird. Da die durchgängige Nutzung gerade für Test- und Entwicklungsserver unwahrscheinlich ist, werden die tatsächlichen Kosten sogar noch unterhalb von €240 liegen.
Flexibilität versus Assurance
Trotz dieses klaren Kostenvorteils empfiehlt Metri den Wechsel zu Amazon jedoch ur für »nicht-unternehmenskritische« Bereiche, etwa zum Testen und für Backup und Disaster Recovery Entwicklung, da Amazon nicht die Betriebs- und Budgetsicherheit von dem verglichenen IT-Dienstleister biete. Beispielsweise behält sich Amazon vor, die Preise und Konditionen ihrer Cloud-Services jederzeit zu verändern.
»Für Großunternehmen, die langfristige Zuverlässigkeit und Preissicherheit von ihren Lieferanten einfordern, ist dies schlichtweg inakzeptabel«, meint Don Rekko, Geschäftsführer von METRI in Deutschland. »Neben den Sicherheitsbedenken ist diese fehlende Planungssicherheit für unsere Kunden ein echtes Hindernis für die Nutzung von Cloud-Services. Auch wenn Amazon ebenso wie Microsoft mit Azure schon heute garantieren, dass die Daten ihrer Kunden wie gesetzlich vorgeschrieben in Rechenzentren in der EU bleiben. Wenn ein Kunde das höhere Risiko akzeptieren kann und zudem eine höhere Flexibilität wünscht als traditionelle Outsourcer sie bieten, dann empfiehlt METRI ihren Kunden die Nutzung von Cloud-Lösungen.« Das Sicherheitsrisiko ließe sich signifikant reduzieren, indem die Cloud-Nutzer das Internet mit dedizierten Netzwerkverbindungen umgehen – wobei dies jedoch mit erheblichen Zusatzkosten verbunden wäre.
Doch auch in diesem Bereich bietet die Cloud einiges Sparpotential: Nach den Erkenntnissen von Metri werden in Großunternehmen bis zu 25 Prozent der Rechenkapazität für »nicht-unternehmenskritische« Dienste wie Entwicklungs- und Testserver benötigt. Allein durch die Verlagerung dieser Anwendungen könnte ein Unternehmen die Kosten für ihre IT-Server Infrastruktur um 10 bis 15 Prozent reduzieren – ohne Qualitätseinbußen.
Und Amazon ist nicht die einzige Cloud-Alternative. Neben Amazon drängen zunehmend auch Hostingunternehmen mit vergleichbaren Cloud-Angeboten auf den Markt. Don Rekko kann sich deshalb vorstellen, dass Solution Provider mit Amazon Partnerschaften schließen, um höhere Service Level Agreements und zusätzliche Dienste zu bieten. Durch Skaleneffekte, Standardisierung, sowie Online-Buchung und -Administration kann Amazon Infrastrukturdienste eine Größenordnung günstiger als IT-Dienstleister anbieten.
[1] http://www.metrigroup.com/du/index.html
[2] http://aws.amazon.com/
- 1. Seite: Amazon-Cloud als günstige Alternative zu Dienstleistern
- 2. Seite: Bis zu 70 Prozent eingespart
- 3. Seite: Flexibilität versus Assurance
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