Zum Windows-7-Start:
Windows 7 begeht sieben Sünden: Kampagne gegen Microsoft

von Werner Veith (werner.veith@networkcomputing.de)

27.08.2009

Unter dem Titel »Windows 7 Sins« startet die Free Software Foundation (FSF) eine Kampagne gegen Microsoft und proprietäre Software. Sieben Beispiele listet die FSF auf, wie Microsoft mit Hilfe einer Mischung von Copyrights, Verträgen und Patenten Missbrauch betreiben soll.

Der Free Software Foundation [1] (FSF) ist gegen proprietäre Software. Anwender dürfen diese nicht verändern oder verteilen. Insbesondere Microsoft ist der Vereinigung ein Dorn im Auge. Sie wirft dem Software-Hersteller vor, dass er sich mit einer Kombination von Copyrights, Verträgen und Patenten die rechtliche Kontrolle über die Nutzer sichere. Anlässlich des offiziellen Starts von Windows 7 wollen sie Microsoft mit Hilfe der Kampagne »Windows 7 Sins [2]« an den Pranger stellen. Dazu listen sie sieben Vergehen auf, die Microsoft in ihren Augen begangen hat. Im Rahmen dieser Aktion verschickte FSF auch Briefe an fast alle Fortune-500-Unternehmen. Mit Hilfe von Spenden sollen weitere Briefe auf den Weg gebracht werden.

In der Kampagne »Windows 7 Sins« listet die Free Software Foundation (FSF) sieben Beispiele auf, wie Microsoft ihre Marktmacht missbrauche.

Die Vorwürfe an Microsoft lauten: Einflussnahme auf den Bildungsbereich, Verletzen der Privatsphäre, Monopolverhalten, Update-Zwang auf neuere Windows-Versionen, Einsatz von DRM (Digital-Rights-Management) und Beeinträchtigung der Anwendersicherheit. Für FSF ist klar, dass Microsoft große Summen einsetze, um Einfluss auf Bildungsbehörden zu bekommen.

Nach Ansicht der FSF verletzt Microsoft die Privatsphäre mit Software wie »Windows Genuine Advantage«, die die Festplatte des Anwenders inspiziert. In der Lizenzvereinbarung müsse der Nutzer akzeptieren, dass Microsoft das Recht habe, dies ohne Ankündigung zu tun.

Nahezu jeder PC kommt mit einem bereits installierten Windows. Eine Wahl hat der Nutzer nicht. Nach der FSF diktiere Microsoft Hardware-Herstellern entsprechend die Bedingungen. Außerdem zwingt Microsoft aus Sicht der FSF die Nutzer zu Upgrades auf neuere Betriebssysstem-Versionen, in dem sie den Support für ältere einstelle.

Weiter versucht Microsoft für die FSF die Standardisierung von freien Dokument-Formaten zu verhindern. Denn Standards wie das Open-Document-Format bedrohten die Kontrolle, die Microsoft durch die proprietären Word-Formate habe. Außerdem wirft die FSF dem Software-Hersteller geheime Absprachen mit großen Media-Unternehmen, um Einschränkungen in das Betriebssystem einzubauen, um Medien zu kopieren beziehungsweise abzuspielen.

Schließlich gibt es bei Windows eine lange Geschichte mit Sicherheitslücken. Weil die Software aber nicht öffentlich verfügbar ist, kann nur Microsoft selbst dafür Patches anbieten. Allerdings wirft die FSF Microsoft vor, dass sich dabei ihre Interessen nicht mit denen der Nutzer decke.

Nicht besonders gut findet die FSF auch die Praxis von Microsoft, für ein Betriebssystem unterschiedliche Versionen zu liefern, bei denen die Funktionen je nach Ausgabe künstlich beschränkt sind. Kaufe der Nutzer eine teurere Ausgabe würden die zusätzlichen Funktion quasi nur freigeschaltet.

[1] http://www.fsf.org/
[2] http://windows7sins.org/#7

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