Windows 7 auf Linux-Arbeitsstationen testen:
Praxistipp: Wie man ein lokal installiertes Linux über LAN booten kann
Viele Anwender installieren derzeit zu Testzwecken den Release Candidate von Windows 7 auf einer Arbeitsstation, parallel zu anderen Betriebssystemen. Wer Linux verwendet, trifft dabei auf das übliche Problem: Das Windows-Setup überschreibt den Grub-Bootloader. Mit einem Kniff lässt sich die Boot-Partition auf einfache Weise wiederherstellen.
Auch Linux-User sind neugierige Leute und sehen gerne einmal über den Tellerrand hinaus. Das gilt auch für andere Betriebssysteme, etwa das mit vielen Vorschusslorbeeren bedachte Microsoft [1] Windows 7 beziehungsweise den Release Candidate des Windows-Vista-Nachfolgers.
Wer auf separaten Festplatten einer Linux-Workstation den Windows-7-RC installieren möchte (Dual-Boot-Konfiguration), sieht sich mit einer unangenehmen Eigenschaft von Windows konfrontiert: Das Betriebssystem überschreibt schlichtweg den Linux-Bootloader Grub.
In Linux-Foren wie ubuntu.org häufein sich Postings von Linux-Usern, die Probleme einer Parallel-Installation von Windows 7 haben.
Da sich das nicht verhindern lässt, muss der Anwender nach der Windows-7-Installation das Grub-Setup wieder herstellen. Das geschieht in der Regel mit irgendeiner Linux-Live-CD. Das kostet Zeit und verursacht viel Kommandozeilen-Gefummel.
Der Anwender muss seine Root- und Boot-Partition korrekt einbinden und das Grub-install-Script mit den passenden Parametern für diese Mounts starten. Es gibt aber einen eleganten Trick, um das Ganze zu vereinfachen.
Lösung mittels PXE-Boot-Server
Anwender, welche ohnehin einen PXE-Boot-Server im LAN betreiben, müssen lediglich das aktuelle Kernel-Image und die Initiale RAM-Disk des Linux-Setups von der Arbeitsstation auf den PXE-Server in /var/lib/tftpboot (Debian/Ubuntu) oder /tftpboot (Redhat) kopieren.
Dann legen Sie einen passenden Eintrag in der tftpboot/pxelinux.cfg/default an. Die nötigen Parameter entnimmt der Verwalter dabei einfach der /boot/grub/menu.lst der Arbeitsstation. Die Syntax des PXE-Menüs weicht dabei geringfügig vom Grub-Menü ab. Ein Beispiel:
Aus dem menu.lst-Eintrag:
title Ubuntu 9.04, kernel 2.6.28-11-generic
uuid ((uuid der partition mit /boot-Dateisystem))
kernel /vmlinuz-2.6.28-11-generic root=UUID=((uuid der root-Partitiont)) ro quiet splash
initrd /initrd.img-2.6.28-11-generic
quiet
Wird der PXE-Boot-Eintrag in default:
label t43p
kernel vmlinuz-2.6.28-11-generic
append root=UUID=((uuid der root-Partition)) ro initrd=initrd.img-2.6.28-11-generic
Wenn der PC nun vom LAN startet, kann der Anwender den Kernel via PXE booten. Da sich der Rest der Konfigurationsdateien nicht verändert hat, bindet das Linux ganz regulär die lokale Platte ein und fährt normal hoch.
Jetzt kann der Anwender in aller Ruhe Windows 7 einrichten und den Grub-Bootloader überschreiben lassen. Nach Abschluss der Installation genügt es, den PC einmal via LAN zu starten und auf der Kommandozeile als root »grub-install ‹disk device›« ohne manuelle Mounts oder zusätzliche Parameter zu starten. Das stellt die Grub-Installation wieder her.
Jetzt muss der Anwender nur noch in die Grub-Konfiguration den Link zum Windows-7-Setup einfügen und kann dann wieder bequem alle Systeme über das Grub-Boot-Menü anwählen.
[1] http://www.microsoft.de/
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