IT-Firmen: Oracle und Sun:
Oracle-Chef-Ellison: »Wir stellen ein, nicht aus«
Einen neuen Kurs hat Oracle-Chef Larry Ellison dem Unternehmen verordnet, inklusive der Neuerwerbung Sun Microsystems. Die Firma will nun Hard- und Software aus einer Hand anbieten. Zu diesem Zweck werden 2000 Entwickler und Vertriebsleute neu eingestellt.
In ein Unternehmen, welches das »Hardware-Geschäft ernst nimmt«, will Chief Executive Officer Larry Ellison den Software-Riesen Oracle [1] verwandeln. Das gab der Manager im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt, auf der er die Strategie der Firma nach Genehmigung des Kaufs von Sun Microsystems erläuterte.
Will aus Oracle ein IT-Powerhouse machen: CEO Larry Ellison
Vor allem im Server-Geschäft will Oracle laut Ellison zulegen. Entgegen den Erwartungen wird er daher nicht die Axt an Suns Personaldecke anlegen, sondern im Gegenteil rund 2000 Entwickler und Vertriebsleute neu einstellen. »Wir werden Sun nicht durch Kürzungen profitabel machen«, so das Bekenntnis des Oracle-CEOs.
Damit vollzieht Ellison gewissermaßen einen Salto rückwärts: Noch vor drei Jahren hatte er geäußert, die Zukunft der IT, und damit auch von Oracle, liege in Software. Nun setzt er auf eine Kombination aus Hard- und Software sowie IT-Services.
Anwendungen und Hardware aus einer Hand
Das Unternehmen will künftig als »One-Stop-Shop« auftreten, das unter anderem Ausrüstung für Datacenter, wie Speichersysteme und Server, und die dazu gehörige Datenbank- und Anwendungssoftware liefert. Wie das genau aussehen soll, ließ Ellison noch offen, etwa im Rahmen von IT as a Service (ITaaS) oder Software as a Service (SaaS). Vermutlich wird Oracle beide Konzepte anbieten.
Fest steht, dass die Low-End-Server auf Basis von x86-Prozessoren keine Rolle im Produktportfolio mehr spielen werden. Oracle-Sun werde sich auf Hochleistungssysteme auf Basis von Suns »Sparc«-Prozessor konzentrieren.
Als Vorbild nannte Ellison Apple. Dieser Firma sei es gelungen, bei iPod und iPhone Hard- und Software in perfekter Manier miteinander zu verbinden. Nicht zu vergessen Online-Services wie iTunes und den App Store von Apple. Vergleichbares will der Oracle-Chef nun auch mithilfe von Sun im Bereich professionelle IT schaffen.
Mit diesem Ansatz sieht sich Ellison gegenüber Konkurrenten im Vorteil: »IBM hat keine Anwendungen, SAP keine Infrastruktur-Software und Microsoft keine Hardware.«
Sun-Manager verlassen das Unternehmen
Die Transformation von Oracle und Sun zu einer »Sunracle« werden allerdings Top-Manager von Sun nicht miterleben. Wie zu erwarten war, verlässt CEO Jonathan Schwartz das Unternehmen.
Sparc-Server, wie der T5440, bleiben im Produktportfolio, x86-Systeme nicht.
Auch ein Urgestein von Sun, der frühere CEO und derzeitige Chairman Scott McNealy, gibt seinen Posten auf. Sun habe Fehler gemacht, so McNealy in seiner Abschieds-E-Mail an die Mitarbeiter.
Aber das Unternehmen sei auch höchst innovativ gewesen und habe »weder gelogen noch betrogen noch irgendwelche Gesetze gebrochen«, so der langjährige Sun-»Evangelist«.
Was Schwartz und McNealy künftig tun werden, ist noch nicht bekannt. Schwartz will Gerüchten zufolge ins Capital-Venture-Geschäft einsteigen.
[1] http://www.oracle.de/
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