Einführung: Dienste für Fernzugriff und Fernsteuerung:
Fernzugriff auf Rechner: Habe Browser, möchte arbeiten
Der Remote-Zugriff auf Computer im Büro oder zu Hause wird seit einiger Zeit als Service offeriert. Network Computing testete, ob diese Dienste tatsächlich das Zeug dazu haben, traditionelle Remote-Access-/-Control-Produkte zu ersetzen. Hier zunächst eine Einführung in das Thema Fernzugriff auf Rechner über Online-Services
Die Zeiten sind vorbei, in denen »arbeiten« bedeutete, die Stunden zwischen 8.00 und 17.00 Uhr in einem Büro zu verbringen. Heute sind Geschäftsleute den größten Teil des Tages draußen beim Kunden oder bei Geschäftspartnern. Sie arbeiten unterwegs im Zug, im Flugzeug, in Hotelzimmern, in Flughafen-Lounges, im Heimbüro.
Die Fähigkeit, per Remote-Access oder Remote-Control vom Büro eines Kunden, vom Flughafen oder vom Heimbüro aus auf Büro-PCs zugreifen zu können, erhöht die Produktivität der Mitarbeiter und sorgt für effizientere Geschäftsprozesse.
Der Remote-Zugriff auf einen PC ist kein neues Konzept, in der einen oder anderen Form existiert er schon sehr lange.
Produkte wie PCAnywhere, Laplink oder VNC sind schon seit fast zwei Jahrzehnten verfügbar. Klar, diese Produkte funktionieren, aber oft verlangen sie vom Nutzer, Kompromisse einzugehen. Und einige dieser Programme haben den Ruf, sich nur schwer installieren und anwenden zu lassen.
Breitbandverbindungen machen Remote-Access möglich
Ein Grund, weshalb der Remote-Zugriff auf Daten und Anwendungen heute praktikabel ist, sind erschwingliche Breitbandverbindungen. Remote-Access unterscheidet sich heute aus Sicht des Nutzers kaum noch von der Arbeit am Büro-Computer unterscheidet.
Der klassische Ansatz: Mit Software wie Laplink Gold von Laplink können Nutzer Rechner fernsteuern.
Aber selbst mit schnellen Internet-Verbindungen hat der Zugriff mit traditioneller Remote-Access-/-Control-Software noch seine Schwächen. So ist es nicht immer einfach, die Remote-Access-Software so einzustellen, dass sie durch Firewalls hindurch zuverlässig funktioniert. Und wenn sich IP-Adressen periodisch ändern, was nicht selten vorkommt, erfordert das Auffinden des Remote-Computers mitunter zusätzlichen Konfigurationsaufwand.
Remote-Zugriff ganz einfach
Im Lauf der letzten paar Jahre hat sich die Remote- Access-Technik allerdings stark verbessert. Und es hat sogar einige Innovationen gegeben.
Die bemerkenswerteste ist vielleicht das Auftauchen von Remote- Access-Diensten, die Web-Techniken nutzen. Statt spezielle Remote-Access-Software kaufen und auf mehreren Systemen zu installieren und konfigurieren, lädt der Nutzer einfach eine Agentenapplikation auf den Computer herunter, auf den er zugreifen möchte. Diese Applikation stellt ein Service-Provider zur Verfügung.
Das Programm erlaubt dem Benutzer, den Computer über einen Web- Browser von überall dort aus zu steuern, wo ein Internetzugang via Browser zur Verfügung steht. Auf diese Art und Weise kann der User vom Heimbüro auf Daten zugreifen, aber auch von einem Internet- Café oder einem Rechner im Hotel aus.
Service-Provider stellt Server zur Verfügung
Der Service-Provider pflegt einen Server im Internet, der als Vermittler arbeitet und die Verbindung zwischen den beiden Computern herstellt. Diese Remote-Access-Dienste verlangen – falls überhaupt – nur geringe Änderungen an der Firewall-Konfiguration.
Da das Agentenprogramm eine kontinuierliche Verbindung zum Server unterhält, werden eingehende Remote-Access-Anfragen als vertrauenswürdiger Verkehr eingestuft. Das funktioniert ähnlich wie Skype oder Instant-Messaging, bei denen der IM-Client ebenfalls permanent mit einem IM-Server verbunden ist.
Wer eine Software-Firewall einsetzt, muss das Agentenprogramm möglicherweise in die Liste der vertrauten Applikationen eintragen, damit es ausgeführt werden darf. Aber dies dürfte in den meisten Fällen alles sein, was der Benutzer konfigurieren muss.
Dienste wie iRemote PC von Athivision ermöglichenden Zugriff auf eigene Rechner über einen Web-Dienst.
Die Nutzung eines solchen Remote-Access-Dienstes löst das Problem mit variablen IP-Adressen. Da der Benutzer nicht mehr direkt auf seinen Computer zugreift, sondern indirekt über die Web-Site des Providers, ist es nicht notwendig, die IP-Adresse des Computers zu kennen. Das Agentenprogramm informiert den Server, wenn sich die IP-Adresse ändert. Somit sind die Computer stets erreichbar.
Nachteile von Remote-Access-Services
Leider hat auch diese Form des Remote-Zugriffs Nachteile. Bei den oben erwähnten »alten« Remote-Access-/-Control-Produkten fallen für den Nutzer nach dem Kauf keine Kosten mehr an, von Pflege- und Wartungsgebühren einmal abgesehen.
Für die Nutzung eines Remote-Access-Dienstes sind jedoch monatliche oder jährliche Gebühren zu zahlen. Der eine oder andere Dienst steht zwar auch kostenlos zur Verfügung, aber mit zum Teil deutlich eingeschränkter Funktionalität.
Die Gebühren für einen professionell nutzbaren Dienst können sich im Laufe der Zeit zu einem beachtlichen Betrag summieren. Jeder Nutzer muss abwägen, ob dieser Preis Vorteile wie Bequemlichkeit und Zuverlässigkeit aufwiegt.
Funktionen weitgehend gleich
Egal, ob der Remote-Zugriff über spezielle Software oder eine Web-Site durchgeführt wird, die Grundfunktionen sind weitgehend dieselben: Fernsteuerung, Programmausführung, Dateitransfer, Remote-Drucken et cetera.
Einige Diensteanbieter ermöglichen Online-Präsentationen mit mehreren Teilnehmern und offerieren sogar Remote-Zugriff auf Dateien, E-Mail-Nachrichten, Kalender und Kontaktlisten über PDAs und Mobiltelefone. Die Kommunikation mit dem Remote-Computer erfolgt über verschlüsselte Verbindungen, und der Zugriff auf das System ist in der Regel durch ein Passwort geschützt.
Renommierte Anbieter wählen
Trotz dieser Sicherheitsvorkehrungen lassen sich Sicherheitsbedenken wohl nicht vollständig ausräumen. Deshalb sollte der Nutzer bei der Wahl des Providers besonders sorgfältig vorgehen. Unter den Anbietern befinden sich glücklicherweise renommierte Unternehmen wie Cisco und Citrix.
Die meisten Anbieter solcher Remote-Access-Dienste offerieren abgestufte Services, beispielsweise für einen einzelnen Nutzer und einen Remote-PC, für vier, fünf Nutzer mit jeweils vier bis fünf Remote-PCs, für Heimanwender und Unternehmen, mit oder ohne Benutzermanagement.
Je nach bestelltem Service variieren die Nutzungsgebühren. Erfreulicherweise bieten alle von uns getesteten Provider kostenlose Test-Accounts. Mit ihrer Hilfe lassen sich die Angebote nach Herzenslust prüfen und vergleichen.
Woran es bei sehr vielen Diensten noch hapert, ist eine zentrale Benutzerverwaltung und Konfiguration. Daran wird deutlich, dass viele Anbieter bei der Entwicklung ihrer Lösungen nicht den professionellen Nutzer im Auge hatten.
Für gelegentliche Zugriffe eines einzelnen Benutzers auf seinen PC im Heimbüro eignet sich dagegen jeder von Network Computing getestete Dienst. Möchte eine Organisation aber 20 oder 30 Angestellte remote auf mehrere Computer zugreifen lassen, ist die Auswahl der Services allerdings stark eingeschränkt.
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