Leistungsfähiges Werkzeug zur Fernsteuerung:
VNC-Enterprise-Edition im Test: bescheiden, aber solide
Die Remote-Control-Software »VNC Enterprise Edition« von RealVNC taugt nur für wenig mehr als die Fernsteuerung von Computern. Aber die wenigen Funktionen haben Vorbildcharakter.
Die schon seit vielen Jahren kostenlos erhältliche VNC-Basisversion hat viele Freunde, obwohl sie einige deutliche Einschränkungen besitzt. Sie unterstützt die jüngsten Betriebssysteme nicht, sie verschlüsselt nicht und sie kann Benutzer nicht mit deren natürlichen Passwörtern authentifizieren. Hier kommt die VNC-Enterprise-Edition vielleicht gerade recht. Sie ist für Anwender VNC nutzen wollen, aber nicht mit den Einschränkungen der Basis-Version leben können.
In den VNC-Display-Properties der VNC-Enterprise-Edition stellt der Administrator etwa die Option für das Display ein.
Die VNC-Enterprise-Edition ist nicht kostenlos erhältlich. Aber mit einem Preis von rund 11,50 Euro pro Host (beim Kauf von 100 Windows-Lizenzen) ist sie auch nicht besonders teuer. Wer bereit ist, diesen Preis zu zahlen, kommt in den Genuss vieler Erweiterungen. Das beginnt bereits bei der Plattform-Unterstützung: Zu den schon von der Free-Edition unterstützten Betriebssystemen gesellen sich Windows-Vista, Windows-Server-2008 sowie Mac-OSX (x86 und PPC).
Allerdings muss der Administrator für den Einsatz auf Computern mit Betriebssystemen wie Solaris, Aix und Mac-OS-X spezifische VNC-Enterprise-Versionen herunterladen. Die Enterprise-Edition kommt mit Werkzeugen, welche die Konfiguration und Verteilung der Software in Netzwerken erleichtern. Leider unterstützen diese Deployment-Tools nur Windows-Plattformen.
Pluspunkt Sicherheit
Ein unschlagbares Argument für die Enterprise-Edition ist die höhere Sicherheit: Das Programm arbeitet mit 2048-Bit-RSA-Server-Authentifikation, 128-Bit-AES-Sitzungsverschlüsselung und Tamper-Proofing. Ein großer Vorteil dieser kostenpflichtigen Version ist die Unterstützung Nutzer-Passwörter. Die Benutzer authentifizieren sich beim Zugriff auf einen Host mit ihrem normalen Passwort, das sie sonst auch zur Anmeldung, beispielsweise im Windows-Netzwerk, verwenden.
Um diese Art der Authentifikation zu nutzen, selektiert der Administrator beim Host-Setup einfach die Benutzer oder Benutzergruppen, denen er den Zugriff gewähren möchte. Noch einfacher wird es für die Benutzer bei der Auswahl der Single-Sign-On-Option: In diesem Fall brauchen bereits authentifizierte Benutzer beim Verbindungsversuch überhaupt kein Passwort mehr eingeben.
Zu den Erweiterungen der Enterprise-Edition gehören etwa der Zugriff über Web-Browser, HTTP-Proxy-Support oder ein integriertes Adressbuch, in dem sich Verbindungen speichern lassen. Weiter gibt es Desktop-Scaling, Chat und Dateitransfer. Der Chat ist ganz brauchbar und enthält sogar eine Protokollierfunktion.
Der Dateitransfer bedarf hingegen dringend einer Überarbeitung, um ernst genommen zu werden. Momentan ist es lediglich möglich, Ordner und Dateien zu selektieren und zum Remote-Computer zu senden. Umgekehrt lassen sich auf dem Remote-Computer Dateien und Ordner für einen Abruf durch den steuernden Computer bereitzustellen. Ein Dateitransfer ist auch über die Zwischenablage möglich.
Die eigentlichen Remote-Control-Funktionen
Zur Fernsteuerung selbst: Nach der Auswahl des Zielsystems und der Authentifizierung erscheint der Remote-Desktop in der Voreinstellung in einem einfach navigierbaren Fenster. Die Bildschirmaktualisierung erfolgt sehr schnell. Von schleifenden Mauszeigern und anderen Störungen ist nichts zu sehen.
Häufig genutzte Funktionen wie das Booten des Remote-Computers oder das Speichern und Schließen von Verbindungen stehen dem Benutzer in einer Toolbar zur Verfügung. Wahlweise kann der Benutzer mit der F8-Taste ein Menü öffnen und die gerade erwähnten sowie weitere Funktionen darin auswählen.
Beim Zugriff über Browser erscheint ein nahezu identisches Remote-Desktop-Fenster. Es enthält allerdings keine Toolbar und lässt einige Funktionen wie den Dateitransfer vermissen.
VNC-Enterprise-Edition ist ein leistungsfähiges Werkzeug für Nutzer, denen es vor allem auf eine einwandfrei funktionierende Computer-Fernsteuerung ankommt.
Steckbrief
Produkt: VNCEnterprise Edition for Windows 4.4
Hersteller: RealVNC
Charakteristik: Remote-Control-Software
Preis: rund 11,50 Euro pro Host (beim Kauf von 100 Windows-Lizenzen), rund 33 Euro für eine einzelne Lizenz
Web: www.realvnc.com [1]
Plusminus
+ Einfache Installation und Konfiguration
+ Gute Performance bei hoher Qualität
+ Sicherheitsfeatures
– Dateitransfer
[1] http://www.realvnc.com
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