Test: Tools für Application-Performance-Management:
Leistungsschub für Applikationen
APM-Tools wollen nicht nur den Status quo der Programm-Performance in Berichten und Zahlen fixieren, sondern durch Trendanalysen auch auf künftige Probleme hinweisen. Die Real-World Labs testeten neun dieser Werkzeuge.
(Fortsetzung des Artikels von Seite 6)
Zur Teilnahme an diesem Test lud Network Computing bereits vor mehr als einem Jahr viele Hersteller ein, von denen schließlich neun die Herausforderung annahmen und nach und nach entsprechende Produkte zur Verfügung stellten.
Die APM-Angebote von Compuware, Indicative, NetIQ, NetQoS und Nimsoft wurden im Lauf des vergangenen Jahres getestet – die Ergebnisse veröffentlichte Network Computing bereits im November 2007 (Sie finden die Beiträge unter "Verwandte Artikel" unten).
Mit den anschließend untersuchten Produkten von BMC, Network General, Symantec und Quest Software schließt Network Computing den Vergleichstest nun ab.
Quest Software Foglight
Viele APM-Hersteller behaupten, mit ihren APM-Produkten einen holistischen Weg eingeschlagen zu haben – Quest Software [1] redet nicht nur davon, sondern hat dies mit Foglight tatsächlich realisiert.
Das Produkt kombiniert Netzwerk-Paket-Captures, synthetische Transaktionen und tief reichende Analysen mit intelligenten Agenten. Foglight setzt sich zusammen aus Foglight-Experience-Monitor (FxM), Foglight-Experience-Viewer (FxV) und einer neuen Implementation des Foglight-Server-Produkts. Diese Combo offeriert Ansichten von Geschäftsdiensten bis hin zu Traces tiefer Schichten, die vermutlich nur Anwendungsentwickler lieben werden.
Die größte Stärke des Produkts ist dessen Fähigkeit, viele verschiedene Datentypen zu sammeln und aussagekräftig zu präsentieren. Die Regel-Engine von Foglight verarbeitet tatsächlich Tausende Parameter und erzeugt damit eine Grundlinie. Alarme generiert das Programm, wenn Schwellenwerte überschritten oder Regeln erzeugt werden. Diese Alarme sendet Foglight mit vielen Methoden, darunter SNMP-Traps, oder sammelt sie in Dashboards.
Benutzersitzungen exakt analysieren
Foglight-Dashboards sind sehr leicht zu erzeugen und für die Modellierung von Geschäfts- und Serviceansichten hoher Schichten einzustellen. Diese Ansichten identifizieren Probleme bei deren Auftauchen klar und deutlich.
Per Drill-Down gelangt der Administrator zu Statistiken tieferer Schichten, die sehr nützlich fürs Troubleshooting sind. FxV offeriert für Web-Applikationen die Wiedergabe von Benutzersitzungen, Klick für Klick. Diese Funktion ist für die Diagnose von Problemen unglaublich wertvoll, denn sie illustriert die exakte Reihenfolge der Ereignisse, die zu dem Performanceeinbruch führten.
Alle diese Daten haben natürlich ihren Preis, der in diesem Fall in Form von Komplexität zu zahlen ist. Foglight ist nicht so Plug-and-Play wie einige der anderen Werkzeuge. Aber die meisten Organisationen sollten mit der Applikation klar kommen, sofern sie einen effizienten Einführungsplan haben.
Daten strukturieren
Die virtuell uneingeschränkte Flexibilität und schiere Masse der gesammelten Daten kann überwältigend sein. Um hier zu helfen, nutzt der Foglight-Server Modelle, die Dienste und Applikationen repräsentieren. Diese Modelle sind der Schlüssel zur Flexibilität und Kraft des Systems, denn sie gruppieren Abhängigkeiten und weisen sie allen gesammelten Parametern zu.
Administratoren benötigen schon ein Paar Hände und Kenntnisse, um die zu modellierenden Dienste und Applikationen zu selektieren und sie dann in Komponententeilstücke zu zerlegen. Nutzbare Parameter zeigt das Programm gemeinsam mit deren Abhängigkeiten bei der Erzeugung eines Modells. Kenntnisse jeder einzelnen Komponente sind erforderlich, aber viele Standardparameter und -schwellenwerte stehen als Ausgangspunkte zur Verfügung.
Unter Berücksichtigung der Tiefe der gesammelten Parameter lassen sich Modelle mit Foglight einfacher implementieren, als mit den meisten anderen APM-Produkten.
Ein tief reichendes APM geht nicht ohne Agenten. Die Produkte, die Agenten nutzen, lieferten im Test detailliertere Statistiken über Daten und Prozesse auf Applikationsebene.
Quests Foglight-Cartridges sind verteilbare applikationsspezifische Einheiten, die Monitoring-Agenten, Parameter, Datenbank-Modifikations-Scripts und Regeln umfassen – Komponenten, welche die Intelligenz besitzen, die für ein Monitoring vitaler Applikationen und Datenbanken notwendig ist.
Eine große Auswahl von Cartridges lädt das Programm automatisch, und Foglight unterstützt die meisten führenden Geschäftsapplikationen, darunter Java .NET, SAP, Oracle-E-Business-Suite, Peoplesoft, Siebel, Oracle-Database, MS-SQL-Server, IBM-DB2, Sybase und Websphere-MQ.
Die Agentenkonfiguration lässt sich über Vorlagen zuweisen. Das macht es einfach, eine Sammlung von Agenten zu verwalten. Mehr Gruppierung und mehr Gruppenfunktionen wären schön – im Augenblick ist lediglich eine Konfiguration Agent für Agent möglich. Einen großen Teil der Arbeit kann der Administrator über ein Befehlszeilen-Utility erledigen. Das ist nützlich für die Durchführung sich wiederholender Aufgaben.
Falls Agenten unerwünscht sind
Viele Organisationen scheuen die Installation und Pflege von Agenten. Für wirklich applikationsspezifische Daten sind sie aber notwendig. Glücklicherweise geht Quest sehr feinfühlig vor.
Selbst wenn wirklich kein einziger zusätzlicher Agent installiert werden darf, bietet Quest noch Einblicke in kritische Applikationen, allerdings keine sehr tiefen. Ein um ein Internet-Explorer-Browser-Objekt gewickelter Recorder erzeugt synthetische Transaktionen.
Das vereinfacht die Angelegenheit. Und da es dem Administrator möglich ist, jeden Schritt der Transaktion zu modifizieren, kann er Problemen einfach auf den Grund gehen und sie lösen.
Quest offeriert auch eine Appliance, die sich darauf konzentriert, Applikationspakete im Netzwerk zu sammeln. Die Einführung dieser Appliance war sehr einfach; sie verlangte die Konfiguration der Netzwerkeinstellungen in einem typischen Linux-Textmenü.
Network General Sniffer InfiniStream und Virtualizer
Die Sniffer-Infinistream-, Application-Intelligence- und Visualizer-Appliances sind Network Generals [2] Vorschlag zur Lösung von Applikations-Performance-Problemen. Während der Test lief, wurde Network General von NetScout [3] Systems gekauft.
Während NetScout sich auf Echtzeit-Monitoring und -Troubleshooting konzentriert, ist Network General deutlich stärker bei der nachträglichen Analyse von Ereignissen, weil die Appliances sich bei der Datensammlung auf Pakete stützen. Andere Hersteller ergänzen Paketanalysen allerdings mit synthetischen Transaktionen, um ihren Kunden mehr Optionen zu bieten.
Mit Appliances und kontinuierlicher Sammlung über lange Zeiträume hinweg beobachtet Network General die Daten einer vollständigen Transaktion oder Serie von Transaktionen. Für die weitere Analyse geht es dann tiefer hinunter, beispielsweise bis zur Applikation. Dort angelangt, kann der Administrator eine rückblickende Einschätzung vornehmen und versuchen, Probleme zukünftig zu vermeiden.
Network Generals APM-System besteht also aus verschiedenen lose integrierten Appliances. Die hauptsächliche Datensammlung erledigt die Sniffer-Infinistream-Appliance. Sie fängt auf Paketebene detaillierte Performanceparameter ein.
Die Application-Intelligence-Appliance zeigt dann, wie kritische Applikationen über das Netzwerk hinweg arbeiten. Die Visualizer-Appliance stellt schließlich die Netzwerk- und Applikationsperformance aus der Netzwerkperspektive dar. Dazu offeriert sie anpassbare Dashboards und Drill-Down-Analysen.
Nicht getestet wurde die Netvigil-Appliance, die dem Management der Performance von Geschäftsdiensten dient.
Sniff, sniff
Im Kern versteht Network Generals Sniffer Netzwerk- und Transportschichtprotokolle. Dies umfasst auch detaillierte Header- und Trailer-Informationen, beispielsweise IP-Adressen, Ports, Längen, TTL, TCP-Handshakes, Paketfragmentierungen und -zusammensetzungen.
Das sind zwar nützliche Informationen, die dabei helfen, Netzwerkkapazitäts-, Auslastungs-, Latenz- und Paketverlustproblemen auf die Spur zu kommen, für die Lösung von Applikationsproblemen, die nichts mit dem Netzwerk zu tun haben, sind sie jedoch weniger geeignet.
Ein Beispiel: Nehmen wir eine Applikation zur Verwaltung von Dokumenten, die HTTP nutzt, um bestimmte Dokumente anzufordern und Benutzer-IDs, Passwörter und andere Daten zu senden. Ohne Network Generals Application-Intelligence-Modul kann die Infinistream-Appliance den Inhalt der Pakete nicht bis zu dem Grad interpretieren, der notwendig ist, um ein applikationsspezifisches Problem zu finden.
Appliance nimmt Pakete unter die Lupe
Die Application-Intelligence-Box ist eine Standalone-Appliance, die gemeinsam mit Sniffer-Infinistream installiert werden kann. Indem der Administrator das Appliance-Intelligence-Modul auf der Paket-Capture-Engine einschaltet, erhält er tiefer reichende Protokoll- und Applikationsanalysen. Die Appliance entdeckt Applikationen anhand von Paketfluss-Signaturen.
Für Performancemessungen sieht sich dieses Modul sowohl Client- als auch Serververkehr an, um festzustellen, wer das Netzwerk benutzt. Außerdem bietet es Zeitintervalle, die dabei helfen, zu identifizieren, wann Probleme und Abweichungen von der Norm auftauchen.
Die Appliance sammelt Informationen über die Quelle, das Ziel, die Applikation, die Zeit und die Schnittstelle konvergierender Flüsse. Damit ist es IT-Managern möglich, Daten zu analysieren, nachdem ein Problem entdeckt wurde.
Die Expert-Analysis-Komponente unterstützt mehr als 400 Protokolle und Schwellenwertinformationen. Beeindruckend ist die Art und Weise, wie Network General Netzwerkverkehr mit definierten Einheiten, beispielsweise Services, Applikationen, Sitzungen, Verbindungen und Konversationen, überlagert.
Mit Schwellenwertinformationen bewaffnet, entdeckt das Produkt Verletzungen, präsentiert sie in Form von Symptomen und liefert schließlich durch Interpolation dieser Symptome eine Fehlerdiagnose.
Visualisieren wir das
Die Visualizer-Appliance offeriert verschiedene Gesichtspunkte zur Analyse und Beobachtung der Kommunikation einer gegebenen Applikation. Sie bietet historische Analysen, Baselining und Ansichten längerfristiger Trends.
Eine topologische Ansicht verdeutlicht die Server-Client-Kommunikation. Dabei verfolgen kontextsensitive Pop-Ups die Anzahl der Kommunikationen zwischen den gegebenen Client-Server-Paaren und die Menge der übertragenen Daten.
Nach und nach, kombiniert mit eingebauten Algorithmen, helfen diese Daten der Appliance, kritische Einheiten zu identifizieren. Zu diesen Einheiten zählen beispielsweise Server und Applikationen, aber auch die Kern-Netzwerkinfrastruktur, die einen signifikanten Einfluss auf die Performance der Applikationen hat.
Visualizer enthält lernende Algorithmen, welche die Liste identifizierter kritischer Einheiten aktualisieren und Baseline-Daten erneuern. Diese Aktualisierung und Erneuerung findet in festen, wöchentlichen Intervallen statt. In sehr dynamischen Umgebungen kann dies eine Einschränkung sein.
Beim tiefen Einstieg in die Informationen erreichen Administratoren eine Stufe, auf der sie die Transportschicht untersuchen wollen, um Netzwerk-Header-Informationen zu analysieren. Diese Daten existieren im Sniffer, nicht jedoch in der Visualizer-Appliance.
Eigentlich sollte es möglich sein, direkt vom Sniffer aus zu diesen Daten zu springen, aber als dies getestet wurde, erschien die Meldung, dass dieses Feature noch nicht implementiert ist. Das war enttäuschend, denn die Wechselbeziehung zwischen Netzwerk- und Applikationsdaten ist wichtig für das Troubleshooting von Performanceproblemen.
BMC ProactiveNet
Proactivenet von BMC Software [4] bildet gemeinsam mit dem dazu gehörenden, gut bekannten SLA-Berichtswerkzeug ein Frühwarnsystem für Gerätefehler, indem es Algorithmen für gespeicherte Datenpunkte anwendet. Das Produkt gilt zwar nicht generell als Spieler auf dem APM-Feld, aber es meldet IT-Managern sich abzeichnende Probleme.
Seine Schlüsse zieht es aus dem Vergleich mit früherem Verhalten. Proactivenet glänzt als ein intelligentes Werkzeug zur Herstellung von Wechselbeziehungen, während andere Produkte sich vor allem auf die Datensammlung konzentrieren. Für Organisationen, deren Umgebung die Sammlung von Netzwerkapplikationsverkehr oder synthetische Transaktionen verlangt, ist das Produkt nicht sehr gut geeignet.
Proactivenet offeriert Agenten, die für die Sammlung von Informationen verteilt werden können. Alternativ lassen sich die ESM-Adapter des Produkts nutzen, um Daten aus CA, BMC-Performance-Manager oder NetIQ zu ziehen.
Agenten sind außerdem verfügbar für viele Applikationskomponenten, beispielsweise Weblogic und Websphere, sowie für Infrastrukturkomponenten wie Oracle, MS-SQL, Unix, Aix, IIS, Apache und viele andere.
Dateneingabe
Das Produkt erforscht die Umgebung nicht automatisch; Agenten oder ein ESM-Adapter sind grundsätzlich erforderlich, um das System mit Daten zu füllen. Der Haken ist, dass für Applikationen, für die Proactivenet nicht von vornherein einen Monitor bietet, ein benutzerdefinierter Monitor zu erzeugen ist.
Dieser Monitor erfragt vom Zielserver intensiv alle verfügbaren Parameter. Die zu beobachtenden Parameter sind zu selektieren und mit Namen zu versehen. Zur Beschleunigung dieses Prozesses bietet das Produkt zwar eine Vorlagenfunktionalität, aber in einer großen Enterprise-Umgebung kann es trotzdem noch recht lange dauern.
Proactivenet enthält Vorlagen für Oracle, Websphere, Weblogic und benutzerdefinierte Monitore. Die Erzeugung benutzerdefinierter Monitore verlangt einige Design- und Parameterdefinitionen.
Beziehungen von Geräten definieren
Sobald das Setup erledigt ist, sind Beziehungen innerhalb von Geräten oder Geräteklassen herzustellen. Diese Beziehungen sind wie die Geräte vom Administrator selbst zu definieren. Sind die darunter liegenden Infrastrukturkomponenten spezifiziert und gruppiert, entscheiden die Beziehungen, welche Alarme unterdrückt und welchen Pfaden die Ursachenanalysen folgen werden.
Die Fähigkeit zur Erzeugung von Servicegruppierungen ist zwar kraftvoll, aber nicht so flexibel, wie mancher Administrator es sich wünscht. Beispielsweise wird das Feld für die Gerätebeschreibung mit der Standorteigenschaft gefüllt. Alle Geräte mit demselben Beschreibungsfeld werden unter dem Standorteigenschaftsnamen gruppiert.
Die Ansichten können aber keine mehrfachen Eigenschaften kombinieren, obwohl diese Fähigkeit für sehr komplexe Serviceberichte nützlich wäre. Auch Berichte lassen sich nicht unter der Eigenschaft gruppieren. Da es dem Administrator nicht möglich ist, für Instanzen mehrfachen Eigenschaften zu definieren, ist es auch nicht möglich, Instanzen unter mehrfachen Eigenschaften zu gruppieren.
Es geht um den Service
Sobald SLAs konfiguriert und Beziehungen hergestellt sind, stehen Kapazitäts-Trend-Berichte zur Verfügung, die auf sich abzeichnende SLA-Verletzungen hinweisen. Dies ist ein wirklich gutes Feature – es ist nett, eine frühe Warnung zu erhalten, um dann tatsächlich etwas gegen ein sich anbahnendes Problem tun zu können.
Sowohl der Proactivenet-Server als auch seine Agenten besitzen native Failover-Fähigkeiten, was in großen Umgebungen zweifellos wichtig ist. Das Produkt ist außerdem in der Lage, SNMP-Traps weiterzuleiten.
Warnungen in Echtzeit
In der Testumgebung entdeckten Proactivenets Agenten Applikationsperformanceprobleme, die auf hohe CPU-Nutzung zurückzuführen waren. Die Agenten übermittelten die Informationen zur Konsole, die daraufhin eine SLA-Verletzung meldete. Solche Warnungen in Echtzeit werden Organisationen helfen, Ausfälle zu verhindern.
Proactivenet sendet Alerts für Probleme, welche die Applikationsperformance beeinträchtigen oder SLAs verletzen, via E-Mail oder Pager. Wer nicht aufgeweckt werden möchte, konfiguriert einfach Trigger mit korrigierenden Aktionen für Alarme, die spezifischen Kriterien entsprechen.
Verringert sich die Antwortzeit einer Applikation, sucht Proactivenet von der Norm abweichende Ereignisse, um die Ursache des Problems zu bestimmen.
Ereignisse in Echtzeit bewertet
Noch besser: Das Produkt bewertet und gruppiert Ereignisse in Echtzeit, um die Infrastrukturkomponenten zu identifizieren, die für die Verschlechterung der Performance eine Applikation verantwortlich sind. Diese Beziehungen lassen sich über Applikations-Infrastrukturkomponenten hinweg mit bis zu sechs Attributen pro Diagramm visualisieren.
Diese Diagramme erleichtern es, Trendvariationen, Abweichungen und andere komplexe Beziehungen zu erkennen. Das Resultat: die schnellere Identifizierung und Lösung von Performanceproblemen.
Symantec / Precise Software Solutions i3-Suite
Im Februar 2008, als das Produkt bereits getestet war, verkaufte Symantec ihr APM-Geschäft. Es wird nun von der wiederauferstandenen Firma Precise Software Solutions [5]betrieben.
Die i3-Suite besitzt alle Features, die für ein wirkliches End-to-End-Applikations-Performance-Management notwendig sind. »i3« bezieht sich auf ein Trio von Applikationen: Inform, Insight und Indepth.
Informs Alert- und Foresight-Komponenten bieten vorhersagende Analysen und frühe Warnungen vor Performanceproblemen.
Dashboard zeigt Analyseresultate
Insight ist eine Dashboard-Ansicht, die aktuelle Performance- und Systembeziehungen darstellt. Indepth bietet Agenten, die auf Geräten zu installieren sind, die J2EE-, .NET-, SAP-, Oracle-, MS-SQL-Server- und Sybase-Applikationen ausführen. Getestet wurden noch zwei weitere Komponenten, das Application-Service-Dashboard und Inform-Insight.
Das Überwinden einiger Installations- und Konfigurationshürden belohnt i3 mit einer beeindruckenden Problemlösungsintelligenz. Das Produkt nutzt in der Web-Komponente eine dynamische Instrumentierung, die Client-seitige Daten ohne Client-seitige Softwareinstallation bietet. Bewundernswert auch die Ursachenanalyse, die Ereignisfilterung und die flexiblen Berichtsoptionen.
Wird lediglich ein Werkzeug für synthetische Transaktionen benötigt, dann hat bereits Inform-Insight alle Fähigkeiten, beliebige Web-Applikationen oder Java-Transaktionen aufzuzeichnen und zu testen. Das Studio zur Erzeugung von Transaktionen ist unglaublich leicht zu benutzen.
Separate Datenbank für Performance-Daten
Enttäuschend ist allerdings, dass Insight-Inquire für die Speicherung von Performancedaten eine separate Datenbank nutzt. Damit sind diese Informationen nicht direkt durch i3 verfügbar.
Das Application-Service-Dashboard (ASD) dient als Fenster zur i3-Welt. Es ist sehr flexible und bietet viele Anpassungsfähigkeiten für die Integration von i3-Komponenten und externen Datenquellen in ein Dashboard. Eine ASD-Instanz reicht, um mehrere i3-Installationen zu beobachten.
Da ASD eigene Benutzer- und Gruppenfunktionalität besitzt, ist es dem IT-Management möglich, den Zugriff auf spezifische Datenquellen oder individuelle Dashboard-Komponenten zu steuern.
Zum Kern des Übels
Die Drill-Down-Fähigkeiten von Insight erlauben eine Problemanalyse vom Alert bis zur Ursache. Dem Administrator bietet Inform/Alerts signifikante Optionen, mit denen er spezifizieren kann, welche Alerts per E-Mail wohin zu übertragen sind.
Im Test ließen sich außerdem sehr leicht die Schweregrade von Alerts und Alerts erzeugenden Monitoren modifizieren.
Inform/Alerts integriert eine SNMP-Trap-Weiterleitung. Log-Scraping erlaubt, SNMP-Traps auch für Applikationen zu erzeugen, die dieses Protokoll nicht unterstützen.
Inform/Insight produziert vorhersagende Analysen, aber auch anpassbare Standardberichte. Alle Berichte besitzen ein klares Layout und sind für verschiedene Zeiten, Instanzen oder Gruppen erzeugbar.
Erste Warnungen kurz nach Ende des Setup-Vorgangs
Nur wenige Minuten nach dem Setup zeigte die im Test genutzte SQL-Inform/Alerts-Instanz kritische Alerts. Die Alerts umfassten unter anderem Datenbanken, die nicht ordnungsgemäß gesichert wurden, und solche, bei denen der SQL-Server-Agent nicht richtig lief.
Innerhalb weniger Tage lieferten die Web-Alerts kritische Warnungen für eine große Anzahl von Verbindungen, die von einer einzelnen IP-Adresse ausgingen. Das deutete auf ein potenzielles Sicherheitsproblem hin.
ASD ist ein hoch anpassbares Dashboard, Es besitzt die Fähigkeit, Daten von Symantec und aus anderen Quellen zu integrieren – große Organisationen werden es hinzufügen wollen, um die wahren Werte zu erhalten. Es generiert Berichte über Technologiegruppen hinweg und lässt den Administrator Daten aus Insight-Enquire sehen.
Da es seine eigenen Benutzer- und Gruppenkonfigurationen besitzt, lässt sich der Zugriff auf Datenbanken und individuelle Dashboard-Teile einschränken, ohne dass Benutzer Zugriff auf i3 hat.
Relativ niedriger Preis
i3 ist unter den Angeboten der großen Enterprise-Hersteller eines der günstigsten. Der Preis basiert auf den Prozessoren der Managementstation. Für die Testkonfiguration wären lediglich 17 200 Dollar fällig gewesen.
Pro Prozessor und unterstützter Technik kostet das Produkt rund 2000 Dollar. Diese Preisgestaltung erlaubt Organisationen, APM zu betreiben, ohne als Minimuminvestition eine teure zentrale Managementstation kaufen zu müssen. ASD kommt kostenlos mit jedem i3-Bundle, Portlet-Packs kosten ungefähr 1000 Dollar pro User und Pack.
Auto-Discovery- und Remote-Monitoring-Fähigkeiten gibt es nicht. Für Organisationen, die weder ein gutes Systeminventar pflegen noch eine CMDB nutzen, könnte es schwierig werden. Damit ein i3-Monitoring stattfindet, muss auf den Zielservern ein i3-Listener-Agent installiert sein.
Agenten auf Zielservern notwendig
Agenten sind ferner notwendig, um Informationen über System- und Netzwerkaktivitäten zu erhalten. Vor dem Zugriff auf Inform-, Insight- oder Indepth-Daten müssen die Benutzer die Technik-Kategorie selektieren, beispielsweise J2EE oder SQL.
Es gibt keinen Weg, in i3 Alerts unterschiedlicher Techniken zu sehen, und Berichte über verschiedene Techniken hinweg abzurufen, ist ohne ASD kompliziert.
Die Besten der Besten
Network Computing testete Suites von BMC, Compuware, Indicative, NetIQ, NetQoS, Network General, Nimsoft, Quest Software und Symantec. Während des Tests meldeten sich weitere 23 Hersteller, die teilnehmen wollten, während ein paar, darunter CA, IBM und HP, entweder unsere Einladung ablehnten oder ihre Software nicht termingerecht zur Verfügung stellen konnten.
Network Computing wird versuchen, im Laufe des Jahres weitere APM-Produkte zu testen. Wir sind uns aber ziemlich sicher, dass die neun bereits getesteten Suites das gesamte Spektrum der Features repräsentieren.
In Sachen SLA-Management für APM war Nimsofts Nimbus ein klarer Sieger. Die flexible und robuste SLA-Berichts-Engine des Produkts erlaubt dem Benutzer, Service-Level-Agreements für Applikationen zu erzeugen, indem er Gruppen beobachteter Komponenten in einer umfassende Serviceansicht aufeinander abstimmt.
Berichte über die SLA-Performance sind in Nimbus sehr feinfühlig generierbar, beispielsweise während definierter Geschäftsstunden und außerhalb bestimmter Zeitabschnitte. Auch gestattet das Programm, eine bestimmte Komponente während eines spezifischen Zeitraums aus der Gruppe der Elemente, die unter ein SLA fallen, auszuschließen.
Paketanalyse für Ermittlung von Netzwerkproblemen
Produkte, die sich primär auf das Sammeln von Paketinformationen konzentrieren – dazu gehören Network General (nun NetScout) und NetQoS –, sind am besten geeignet fürs Troubleshooting von Performanceproblemen innerhalb des Netzwerks. Diese Appliances erlaubten den Abruf sehr diskreter Performancedaten auf Paketebene, womit sich die Natur eines Problems gut bestimmen ließ. Die Dashboards und Ansichten für Executives gehörten allerdings nicht zu den besten.
Ein Produkt, dass unbedingt auf die Liste der zu berücksichtigten Programme gehört, ist NetIQs Appmanager. Obwohl sich Appmanager auf Agenten stützt und Servicemodelle manuell zu konstruieren sind, leistet das Produkt gute Arbeit beim Darstellen von End-to-End-Applikationstransaktionen.
NetIQs Preis wird viele Organisationen ansprechen. In derselben Klasse gefiel auch Quests Foglight. Dieses Produkt zeigte eine gute Balance zwischen Datensammlung und Features. Foglight-Dashboards sind einfach zu erzeugen und zur Modellierung von Geschäfts- und Serviceansichten, die Probleme klar identifizieren, einzustellen.
Web-Services beobachten
Wer eine Lösung benötigt, die mit synthetischen Transaktionen Web-Services beobachtet, trifft mit Indicative eine gute Wahl. Die Top-Down-Geschäftsdienste des Produkts erlauben Organisationen, Performance als echten Dienst zu beobachten und zu verwalten. Es ist nicht erforderlich, Daten untereinander abzustimmen, um Serviceansichten zu erzeugen. Das Produkt ist an einem Nachmittag betriebsbereit gemacht, und die Pflege ist eine Kleinigkeit.
Für große Unternehmen, die Flexibilität und Skalierbarkeit wollen und dafür einige Komplexität in Kauf nehmen, ist Compuware interessant. Was die Datensammlung betrifft, ist dies das vollständigste System. Ein Servermanager unterstützt bis zu 1000 Agenten. Organisationen, denen das nicht reicht, fügen weitere Servermanager hinzu, ohne den zentralen Zugriff über die Vantageview-Konsole zu verlieren.
BMCs Proactivenet ist eine logische Entscheidung für Organisationen, die bereits BMC-Tools oder andere unterstützte Datensammlungs-Utilities besitzen und nun Intelligenz aus den Daten ziehen wollen. Am stärksten ist das Produkt darin, Ereignisse intelligent aufeinander abzustimmen.
Das ist sehr wertvoll für Unternehmen mit SLAs. Proactivenets Agenten ziehen sehr effizient umfangreiche Informationen Parameter aus Applikationen und Applikations-Infrastruktur-Komponenten.
Der Beitrag ist in Network Computing 6/2008, Seite 32 ff., erschienen.
[1] http://www.questsoftware.de/
[2] http://www.networkgeneral.com
[3] http://www.netscout.com
[4] http://www.bmc.com/de_DE/
[5] http://www.precise.com/
- 1. Seite: Leistungsschub für Applikationen
- 2. Seite: Falls Agenten unerwünscht sind
- 3. Seite: Falls Agenten unerwünscht sind (Fortsetzung)
- 4. Seite: Visualisieren wir das
- 5. Seite: Ereignisse in Echtzeit bewertet
- 6. Seite: Relativ niedriger Preis
- 7. Seite: Web-Services beobachten
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