Application-Performance-Management (APM):
APM: Damit die Geschwindigkeit stimmt
Organisationen, die eine kontinuierliche Verschlechterung der Performance ihrer Anwendungen wahrnehmen, sollten es einmal mit einer Application-Performance-Management-Suite probieren.
Wer es jemals mit einen geschäftlichen Benutzer zu tun hatte, der sich über miserable Antwortzeiten beklagt, der weiß ein gutes APM zu schätzen.
Heutige Anwendungen sind so komplex, dass APM selbst für die kleinsten Unternehmen erforderlich ist. Aber auch die Auswahl des richtigen Systems ist ein schwieriges Unterfangen.
An Anbietern, die helfen wollen, mangelt es nicht – leicht lassen sich mehr als 100 Produkte aufzählen. Aber angesichts der unzähligen Methoden, Performance-Daten zu sammeln, kann sich ein holistisches APM noch immer zu einem Albtraum immenser Supportkosten, Sichtbarkeitslücken und Sperrigkeit entwickeln.
Und selbst wer die Datensammlung meistert, wird möglicherweise damit kämpfen müssen, die verschiedenen Data-Sets zu konsolidieren und aufeinander abzustimmen.
Neustart kommt teuer
Wer ein wenig mit Performance-Management gespielt hat, beispielsweise mit Produkten wie CAs [1]»eHealth« oder Hewlett-Packards [2] Openview-Performance-Manager, steht vor einem Dilemma: Soll er frisch mit einer speziellen APM-Suite beginnen oder ein System aus existierenden Tools zusammenschustern?
Wer sich für den frischen Start entscheidet, muss sich bereit machen, diese Entscheidung zu rechtfertigen. Und tief in die Tasche greifen – APM-Implementationen starten bei rund 80 000 Dollar, können aber leicht auch mehr als eine Million Dollar kosten.
Die Basis
Die meisten APM-Produkte sammeln Daten, indem sie entweder aktiv zusätzlichen Verkehr in die Installation einfügen oder passiv echte Benutzerdaten auslesen. Einige davon umfassen ein paar spezialisierte Elemente, aber nicht alle unterstützen jede Art des Monitorings:
- Synthetische Transaktions-Software, zu finden in den Angeboten von BMC, HP-Mercury, IBM-Tivoli oder Symantec, befindet sich an Schlüsselpositionen in der Infrastruktur. Dort generiert sie Verkehr, der eine Nutzung der Applikation simuliert, und berichtet über die Performanceresultate.
- Die Netzwerk-Probes von CAs Wily, NetIQs »AppManager« oder Quest Softwares Foglight sind als physische Geräte ans Netzwerk angeschlossen. Sie verfolgen und klassifizieren Applikationsverkehr, indem sie Web-App-Sitzungen oder TCP-Verkehr beobachten.
- Applikations-Server-Agenten werden breit unterstützt; sie befinden sich auf dem Applikations-Server und berichten über spezifische Messungen, um die Ursache von Performanceproblemen zu bestimmen. Nur Compuware und HP-Mercury offerieren Client-Agenten. Diese leben auf den Maschinen der Benutzer und beobachten unter Verwendung von APIs oder TCP-Sockets die Applikationsperformance.
- Systemagenten schauen tief in die Performance der Betriebssysteme und Server-Hardware. Sie berichten über Prozessor- und Platten-Performance und andere kritische Komponenten. BMC, Compuware, Quest und andere Hersteller nutzen solche Agenten.
- Die Applikations-Performance-Integration ist universal und stützt sich auf existierende Hardware-, System-, Applikations- und Netzwerk-Monitoring-Daten, um Applikations-Service-Level zu erzeugen. Diese helfen, die Ursache eines Problems zu finden.
Kaufen oder nicht kaufen
IT-Manager, die herausfinden möchten, ob sie die Kosten von APM rechtfertigen können, müssen die Auswirkungen schlechter Performance den hinzugefügten Managementbemühungen, den Einführungskosten und den Pflegegebühren gegenüber stellen. Sie müssen außerdem entscheiden, ob sie Applikations-Server-Agenten vertragen können. Diese sind notwendig, um an tiefe Applikations-Performance-Informationen zu gelangen.
Zu beachten ist, dass über vorübergehende Probleme viel zu häufig nicht berichtet wird, selbst wenn sie wirkliche Auswirkungen auf die Produktivität haben. Wer solche Probleme vermutet, sollte Hersteller wie BMC, Keynote oder Mercury besonders berücksichtigen, deren Produkte synthetisches Benutzer-Monitoring als Service bieten.
Die Lösung von Problemen verlangt ein Verständnis der Applikationskomplexität und der abhängigen Komponenten. Die CPU-Auslastung auf Systemebene, die Netzwerkperformance, die Datenbank-Latency, Client-Probleme und andere – alle diese Dinge können nachteilige Effekte für eine Applikation haben.
Viele Organisationen beobachten einiges davon, aber nur wenige haben Einblick in die komplexen Beziehungen. Und dieser ist nötig, um herauszufinden, welche Auswirkungen ein Problem an einer Stelle auf das gesamte System hat. Und hier kommt APM ins Spiel.
Die Teile des Puzzles
Unsere Vorstellung von einer holistischen APM-Installation ist eine Konfiguration, die in Harmonie mit dem Netzwerk darum herum funktioniert, in der alle Teile sich glatt zum großen Bild zusammenfügen.
Während einige Hersteller daran arbeiten, eine solche Installation tatsächlich zu realisieren, offerieren die meisten noch immer nur einzelne Stücke des Puzzles. Network Computing testete, wie gut die Suites Daten sammeln und ob die eingesetzten Agenten tatsächlich kritisch sind.
Die Anbieter von Produkten, die auf synthetischen Transaktionen beruhen, sagen, dass sie Performanceprobleme in Umgebungen entdeckten, wo die Installation von Agenten nicht sinnvoll ist. Als Alternative nutzen einige Hersteller Appliances, die ohne Agenten die Benutzerantwortzeiten beobachten und messen.
Sind Client-Agenten erforderlich, um tatsächlich quantifizieren zu können, wann ein Benutzer nicht akzeptable Performance erfährt? Wenn eine Organisation bereits die meisten Komponenten ihrer Applikationsinstallation beobachtet, lohnt sich die Implementation einer holistischen APM-Architektur dann trotzdem noch? Es ist nicht einfach, den Return-on-Investment zu bestimmen.
Organisationen können zwar APM-Stücke verschiedener Hersteller kombinieren, aber der Trend ist die Auswahl eines einzelnen Anbieters, der eine enge Integration garantiert. Die APM-Hersteller haben erkannt, dass dieser Weg den größten Wert bietet. Leider sind die Kosten dieses holistischen Wegs für viele Unternehmen nicht tragbar.
Somit benötigen sie nach wie vor individuelle Komponenten, die tiefere Einblicke in die Gesundheit der Applikationen bieten, als sie heute bekommen.
Spezialfälle
APM spielt eine Rolle beim Einzug der Virtualisierung in funktionierende Installationen. Bislang genießen nur wenige Unternehmen die Kraft und die Einsparungen, die virtuelle Data-Centers offerieren. Das ist so, weil IT-Manager zögern, kritische Geschäftsapplikationen ohne präventives Performance-Monitoring zu verändern. Organisationen, die den Status ihrer Applikationslandschaft nicht gut erfassen, fürchten Performance-Einbrüche durch die Virtualisierung.
Telekommunikations- und IT-Service-Provider sehen eine zunehmende Konsolidierung der Industrie. Sie suchen Wege, mehr Value-Added-Services zu offerieren. Das umfasst typischerweise die Applikations-Service-Infrastruktur und APM. Ohne ein Verständnis der Applikationsperformance ist es ihnen jedoch nicht möglich, ihren Kunden Service-Level-Agreements und Quality-Services zu bieten.
Angetrieben durch Regulierungen wie Sarbanes-Oxley sowie durch Standards wie Itil v3 oder ISO-2000 wandeln sich IT-Service-Provider zu CIO-Dashboards oder Geschäfts-Service-Management-Suites, die von APM abhängig sind. Jedes Dashboard verlangt ein Verständnis der Applikationen und der darunter liegenden Infrastruktur.
Fehlermanagement ist zwar noch immer wichtig, liegt aber längst nicht mehr im Brennpunkt, weil Organisationen danach streben, präventiv zu handeln und Fehler von vornherein zu verhindern.
Keine Einheitsgröße
Unternehmen bereiten sich auf die Auswahl eines APM-Partners vor, indem sie ein solides Verständnis entwickeln, wie ihre Applikationen arbeiten. Beispielsweise offerieren viele Anbieter J2EE oder .Net-Apps, bieten aber keine Agentenunterstützung für generelle Web-Applikationsplattformen.
Checkliste
Andere sammeln Paket-Level-Daten von Switches und ermöglichen damit ein Echtzeit-Benutzer-Monitoring, erlauben aber nach Feierabend keine Tests, weil sie synthetischen Transaktionen nicht können. Es ist gut, den APM-Anbietern folgende Fragen zu stellen
•Wie sammelt das Produkt Server-Hardware-, Betriebssystem-, Applikations- und Netzwerk-Performance-Informationen?
•Wie entdeckt es die Ursache eines Performanceproblems über die Applikations-, System- und Netzwerkschichten hinweg?
•Benötigt es proprietäre Agenten und führt es synthetische Transaktionen aus?
•Ist es Hardware oder Software?
•Welche Applikationen kann es beobachten?
•Wird es mit existierenden Management-Tools zusammenarbeiten?
•Welche Art historischer Performance-Berichte ist verfügbar?
•Entwickelt es eine Basis für die existierende Umgebung und meldet dann Abweichungen davon?
[1] http://www.ca.com
[2] http://www.hp.com/de
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