Pakete für den Mittelstand:
SAP kooperiert mit HP und IBM
Vor einem Monat hat SAP angekündigt, ihre Mittelstandslösung »All in One« auf Servern von HP und IBM auszuliefern. Die Verträge sind zwar noch nicht endgültig unterzeichnet, aber das Interesse bei Kunden und Partnern ist bereits groß.
Auf den ersten Blick liegt es nahe, komplett konfigurierte ERP-Lösungen auszuliefern. In der Vergangenheit scheiterten aber einige Anläufe: »Das Problem lag nicht in der Technik, sondern bei der Abbildung von Prozessen«, erklärt Thomas Lechner, Director SME Business-Development bei SAP [1]. Mit dem Fast-Start-Programm sieht sich nun SAP gerüstet, kleineren mittelständischen Firmen eine Lösung auf der Basis von All-in-One anzubieten.
Das Programm stellt verschiedene Software-Tools und Best-Practices zur Konfiguration der Kundenwünsche bereit. Es verknüpft »SAP Business All-in-One«, die Datenbank »SAP MaxDB« oder IBM-DB2 sowie das Betriebssystem »Suse Linux Enterprise Server« von Novell.
»Der untere Mittelstand hat meist keine IT-Abteilung, sondern lediglich ein oder zwei Mitarbeiter, die die gesamte IT abdecken müssen«, beschreibt Lechner das Problem. Weil zwei bis drei Tage Installationszeit bei einer vorbereiteten Lösung entfallen, sparen die Kunden Zeit und Geld.
SAP und IBM [2] evaluieren derzeit drei Angebote, die auf Power-Systems, »System x« und »BladeCenter« von IBM basieren. Die Angebotsoptionen für System x und Blade-Center umfassen SAP-Business All-in-One auf Suse-Linux-Enterprise-Server. Anwender haben die Wahl zwischen der Datenbank DB2 oder Max-DB. Die Partner planen darüber hinaus, die IBM-I-Install-Option auch für das Fast-Start-Programm von SAP bereitzustellen. Hierbei wird ein Server IBM-Power-Systems mit installiertem SAP-Business All-in-One, der Datenbank DB2 sowie Betriebssystem I, ehemals OS/400, erhältlich sein.
Auf der Seite von HP [3] sind Lösungen auf deren »BladeSystem« und »ProLiant Server«-Technologie geplant. Das »HP BladeSystem c3000« mit SAP-Business All-in-One verbindet Serverleistung mit Funktionen für Netzwerk und Datenspeicherung sowie der Sicherung von Unternehmensdaten. HPs »Insight Control«-Software automatisiert die Systemüberwachung über eine zentrale Instanz.
Reseller benötigen keine tief geschulten Kräfte
»Ein großer Vorteil der neuen Komplettsysteme ist, dass die Reseller oder Distributoren keine besonders geschulten Kräfte für die Installation benötigen. 30 Minuten reichen dem Administrator dafür normalerweise aus«, erklärt Lechner. So können IBM- und HP-Vertriebspartner gemeinsam mit dem SAP-VAR (Value-Added-Reseller) auf einfache Weise vollständige SAP-Systeme verkaufen. Lechner sieht die Chance, dass Systemhäuser mit dem All-in-One-Komplettpaket den unteren Mittelstand zu adressieren, und dadurch ihren Umsatz deutlich steigern können.
Der Vertragsabschluss ist offiziell noch nicht erfolgt, auch die Installationsstrategie ist noch offen. »Ob die Fachhändler, die Distributoren oder lokale OEMs die Installation vornehmen werden, steht noch nicht fest. Alle Verfahren haben Vor- und Nachteile«, betont Lechner. Ausdrücklich würdigt Lechner auch die Mitarbeit von Novell an dem Bundle. Er betont aber die Wahlfreiheit des Kunden: »Wenn ein Kunde ein Microsoft-System oder eine andere Datenbank wünscht, ist das kein Problem. Das ist allerdings nicht Bestandteil des Pakets.«
[1] http://www.sap.com/germany/index.epx
[2] http://www.ibm.com/de/de/
[3] http://welcome.hp.com/country/de/de/welcome.html
- 1. Seite: SAP kooperiert mit HP und IBM
- 2. Seite: SAP kooperiert mit HP und IBM (Fortsetzung)
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