Collaboration-Paket von IBM:
Mit »Foundations Start« in die Lotus-Welt einsteigen

von Bernd Reder (bernd.reder@networkcomputing.de)

04.06.2008

Und wieder einmal sind es kleine und mittelständische Firmen, die sich ein IT-Anbieter als Zielgruppe ausgesucht hat. Dieses Mal handelt es sich um IBM, das mit »Lotus Foundations« eine Messaging- und Collaboration-Lösung für »Kleine« vorstellt.

»Lotus Foundations Start [1]« ist laut IBM [2] die erste Ausgabe einer Reihe von Software-Appliances, die für Firmen mit fünf bis maximal 500 Mitarbeitern vorgesehen ist. Der Hersteller wird diese Produkte unter dem Namen »Blue Business Platform« vermarkten

E-Mail und Messaging von Lotus Foundations Start stammen von Lotus Notes/Domino.

Bei der Entwicklung der Produkte hat IBM nach eigenen Angaben Faktoren berücksichtigt, die in Unternehmen dieser Größenordnung (leider) häufig anzutreffen sind: zu wenige oder gar keine IT-Spezialisten vor Ort, kaum Möglichkeiten, sich um die Wartung von Rechnern und Software zu kümmern und ein schmales EDV-Budget.

Angeblich lässt sich Lotus Foundations Start in 30 Minuten aufsetzen. Die Software basiert auf Linux.

Zusammenarbeit mittels Notes/Domino

Einer der Hauptbestandteile ist, wie der Name bereits vermuten lässt, die Messaging- und Collaboration-Lösung »Lotus Notes/Domino«. Sie ist unter anderem für E-Mail, Gruppenkalender und das gemeinsame Bearbeiten von Dateien zuständig. Neben dem Notes-E-Mail-Client wird auch Microsoft [3] Outlook unterstützt.

Zusätzlich hat IBM in das Paket eine Datensicherungsfunktion gepackt. Sie lässt sich laut IBM auch von technisch wenig versierten Anwendern konfigurieren. Unterstützt werden unter anderem inkrementelle Backups.

Auch an die Sicherheit hat IBM gedacht: das Paket enthält einen Viren-, Spam- und Malware-Schutz. Dieser »sitzt« allerdings nur auf dem Server. Das heißt, der Anwender muss zusätzlich Antiviren-Programme auf den Clients installieren.

Außerdem ist eine VPN-Funktion integriert, die den Aufbau sicherer Verbindungen zwischen Außenstellen oder externen Mitarbeitern und dem Corporate Network erlaubt. Ebenfalls mit von der Partie ist eine Firewall.

Textvearbeitung von Lotus Symphony

Die Office-Tools, sprich Textverarbeitung, Tabellenkalkulation et cetera, steuert Lotus Symphony [4] bei. Dieses Softwarepaket bietet IBM allen Interessenten kostenlos zum Herunterladen an.

Der größte Konkurrent von IBMs Paket:der Small Business Server von Microsoft.

Die Server-Software von Lotus Foundations Start, inklusive Lizenzen für fünf User, kostet rund 950 Dollar. Für jeden weiteren Nutzer sind nochmals rund 150 Dollar fällig. Hinzu kommen die Kosten für die Hardware, also den Server und gegebenenfalls Storage- und Backup-Systeme.

Alternativen

Es bleibt abzuwarten, ob IBM mit seinem Paket Microsoft ausstechen kann. Auch der Software-Riese aus Redmond bietet Versionen von »Exchange« und »Sharepoint« an, die auf Firmen mittlerer Größe zugeschnitten sind. Zudem führt Microsoft den Small Business Server [5] ins Feld, der in der Premium-Version auch Sharepoint-Services und den ISA-Server (Security) umfasst.

Auch einige Anbieter aus der Open-Source-Szene haben Collaboration-Lösungen entwickelt. Dazu gehören beispielsweise Zarafa [6] und Postpath [7]. Beide basieren auf Linux, sind jedoch eher eine Alternative zu Exchange und Notes/Domino.

Breiter angelegt dagegen die Open Workgroup Suite [8] von Novell [9]. In ihr hat der Anbieter den Open Enterprise Server, Zenworks, Groupwise, die Desktop-Version von Suse Linux und Open Office »verbandelt«.

[1] http://www-306.ibm.com/software/lotus/products/foundations/start/
[2] http://www.ibm.de/
[3] http://www.microsoft.de/
[4] http://symphony.lotus.com/software/lotus/symphony/home.jspa
[5] http://www.microsoft.com/germany/kleinunternehmen/produkte/sbs/vorteile.mspx
[6] http://www.zarafa.com/
[7] http://www.postpath.com/
[8] http://www.novell.com/products/openworkgroupsuite/
[9] http://www.novell.com/

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