Virtualisierung:
Microsoft bringt 2009 Lösung für Desktop-Virtualisierung

von Bernd Reder (bernd.reder@networkcomputing.de)

28.05.2008

In der ersten Hälfte des kommenden Jahres wird Microsoft eine Software vorstellen, mit der sich Desktop-Systeme virtualisieren lassen. Die Basis bildet die Technik der Firma Kidaro, die von Microsoft übernommen wurde.

Den Trend hin zu virtualisierten IT-Umgebungen will Microsoft [1] verständlicher Weise nicht verpassen. Als Ergänzung zu Techniken wie Hyper-V (Server-Virtualisierung) oder Softgrid für das Virtualisieren von Anwendungen will der Hersteller im kommenden Jahr eine Lösung für Desktop-Systeme herausbringen.

Microsoft Strategie und Produktpalette im Bereich Virtualisierung

Das Know-how stammt von der US-Firma Kidaro. Dieses Unternehmen hat Microsoft im März dieses Jahres übernommen.

Kidaros Software will Microsoft in der ersten Hälfte 2009 unter dem Namen »Microsoft Enterprise Desktop Virtualization« auf den Markt bringen. Damit schließt das Unternehmen eine Lücke in seinem Virtualisierungsportfolio.

Bislang beschränkt sich das Angebot in Bereich virtuelle Desktops auf »Virtual PC« und »Windows Vista Enterprise Centralized Desktop«. Im Falle von Vista handelt sich es sich jedoch schlichtweg um ein Lizenzmodell für Virtual Machines auf Basis des Betriebssystems von Microsoft.

Einen guten Überblick über die entsprechenden Produkte des Unternehmens gibt übrigens die Web-Seite Virtualization Solutions [2]. Microsoft wird die Kidaro-Software mit seinem Desktop Optimization Pack [3] (MDOP) kombinieren.

Starke Konkurrenz

Ab dem kommenden Jahr wird Microsoft somit den Kampf gegen Firmen wie Citrix [4], Vmware [5] und Sun Microsystems [6] aufnehmen. Citrix hat mit Xensource einen Virtualisierungsspezialisten übernommen und ein Paket für das Virtualisieren von Arbeitsplatzsystemen geschnürt.

Xen Desktop [7] trennt Betriebssystem, Anwendungen und Benutzereinstellungen – ein laut Citrix neuer Ansatz im Bereich Virtualisierung. Außerdem soll dank des Einsatzes des ICA-Protokolls der Zugriff auf die Arbeitsplatzumgebungen beschleunigt werden, die auf einem zentralen Server liegen.

Vmware bietet derzeit die wohl größte und ausgereifteste Palette von entsprechenden Produkten [8]. Dazu gehören neben Virtual Desktop Infrastructure (VDI) die Programme Vmware Ace, Vmware Workstation, Vmware Fusion für Mac-Rechner und Vmware Player.

Dagegen muss Sun seine Kompetenz im Bereich Desktop-Virtualisierung erst noch unter Beweis stellen. Mitte März stellte Sun die zweite Version ihrer Virtual Desktop Infrastructure Software [9] vor. Einen Monat zuvor übernahm Sun mit der deutschen Firma Innotek (»Virtual Box«) einen Anbieter einer Open-Source-Virtualisierungssoftware.

[1] http://www.microsoft.de/
[2] http://www.microsoft.com/virtualization/solutions.mspx
[3] http://www.microsoft.com/germany/windows/products/windowsvista/editions/mdop.mspx
[4] http://www.citrix.com
[5] http://www.vmware.com
[6] http://www.sun.com
[7] http://www.citrix.de/produkte/schnellsuche/xendesktop/
[8] http://www.vmware.com/de/products/desktop_virtualization.html
[9] http://www.sun.com/software/vdi/index.jsp