Online-Unternehmen:
Investor Icahn kauft sich bei Yahoo ein
Unruhige Zeiten könnten der Führungsmannschaft von Yahoo ins Haus stehen. Der Investor Carl Icahn hat fünf Millionen Aktien des Unternehmens gekauft. Angeblich will er nun die Ablösung des Managements von Yahoo in die Wege leiten.
Kurz nach der Abwehr des Übernahmeversuchs durch Microsoft [1] sieht sich Yahoo [2] mit einer neuen Herausforderung konfrontiert. Nach einem Bericht des Wall Street Journal [3] hat der Großinvestor Carl Icahn die Gunst der Stunde, besser gesagt den niedrigen Aktienkurs von Yahoo, genutzt. Er kaufte für rund 1,3 Milliarden Dollar rund fünf Millionen Aktien. Das entspricht 3,5 Prozent.
Könnte von Carl Icahn unter Druck ge-setzt werden: Yahoo-CEO Jerry Yang.
Nun will Icahn prüfen lassen, ob Aufsichtsrat und Management von Yahoo den Interessen der Aktionäre zuwider handelten, als sie die Offerte von Microsoft ablehnten. Angeblich erwägt der Investor einen Vorstoß mit dem Ziel, den Aufsichtsrat von Yahoo abwählen zu lassen.
Die Aktion ähnelt derjenigen, die Icahn bereits bei Motorola [4] durchführe. Durch beständigen Druck auf die Firmenleitung gelang es ihm, CEO Ed Zander zu Fall zu bringen und die Aufteilung des Unternehmens in mehrere Teilfirmen durchzusetzen (siehe Bericht [5]).
Im Fall von Yahoo könnten Icahn und andere Aktivisten darauf drängen, dass Yahoo erneut Verhandlungen mit Microsoft aufnimmt. Bei einem Verkauf von Yahoo könnten die Aktionäre mit einem respektablen finanziellen Gewinn rechnen.
Microsoft bot zuletzt 44,6 Milliarden Dollar für Yahoo. Pro Yahoo-Aktie stellte Microsoft 31 Dollar in Aussicht. Die Hälfte davon wollte der Softwarehersteller mit eigenen Anteilen begleichen. Würde Yahoo ein vergleichbares Angebot akzeptieren, bekäme Icahn für seine fünf Millionen Yahoo-Aktien rund 1,55 Milliarden Dollar.
[1] http://www.microsoft.de/
[2] http://www.yahoo.de/
[3] http://www.wsj.com/
[4] http://www.motorola.com/
[5] motorola-aus-eins-mach-zwei/
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