Die Installation des Vista-Service-Packs:
Service-Pack 1 für Windows-Vista verzögert sich

von Werner Veith (werner.veith@networkcomputing.de)

27.02.2008

Weil nicht alle Dritt-Hersteller bisher ihre problematischen Treiber für das Service-Pack 1 (SP1) aktualisiert haben, verzögert Microsoft die allgemeine Verteilung. SP1 umfasst Änderungen bei Sicherheit, Leistung, Verwaltung, Anwendungen und dem Kernel.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 2)

Derzeit kann es passieren, dass Treiber von Drittherstellern nach der Installation nicht funktionieren. Dies solle sich durch ein erneutes Installieren der Treiber beseitigen lassen, so der Hersteller. Die eigentliche Installation laufe aber trotzdem durch. Damit der normalen Anwender mit solchen Problemen nicht konfrontiert wird, wartet Microsoft [1] mit der allgemeinen Freigabe. Dadurch sollen Hersteller die Gelegenheit haben, die Probleme zu beseitigen. Dies nannte Microsoft als offiziellen Grund. Windows-Vista-Systeme [2], die das SP1 bereits besitzen, sollen nachträglich aktualisierte Treiber per Windows-Update bekommen. Wichtig, denn seit dem 4. Februar liefert Microsft SP1 an Hard- und Software-Hersteller aus.

Desktop von Windows-Vista

Es gibt derzeit einige Programme im Sicherheitsbereich wie Virenscanner, die nicht mit SP1 laufen. Hier verweist Microsoft den Nutzer lediglich an den jeweiligen Hersteller.

Das Update erfordert bis zwischen 2500 und 5450 MByte freien Speicherplatz bei 32 Bit, und zwischen 4100 und 7850 MByte bei 64 Bit. Bis auf circa 800 MByte wird der Speicherplatz wieder freigegeben. Per File-Removal-Tool (»Vsp1cln.exe«) lassen sich auch diese entfernen. Dann entfällt aber die Möglichkeit, SP1 zu deinstallieren.

Vor der eigentlichen Installation müssen noch zwei Updates (»KB938371 [3]« und »KB937287 [4]«) erfolgen. Drei sind es, wenn auf dem Rechner auf Bitlocker (»KB935509 [5]«) eingesetzt wird. Ein Blocker-Tool kann die Installation bis zu 12 Monate hinauszögern. Spätestens dann wird SP1 bei entsprechender Einstellung automatisch installiert. Außerdem empfiehlt Microsoft, das Bios des Rechners vor dem Update zu aktualisieren. Das kann etwa wichtig für das Funktionieren der Hibernate-Funktion sein.

Die Installation erfolgt in zwei Phasen: In der ersten kann der Anwender noch mit dem System arbeiten. Danach startet der Rechner neu und in der zweiten Phase wird die Installation während des Bootvorgangs fortgesetzt. Letztere dauert nach Microsoft in der Regel zwischen 20 und 40 Minuten. In dieser Zeit ist der Rechner blockiert. Vor Installation erzeugt SP1 einen Wiederherstellungspunkt. Kann das System bei einer Unterbrechung in der zweiten Phase danach nicht weitermachen, lässt es sich auf den Wiederherstellungspunkt zurücksetzen.

Windows-Update-Logo

Für das SP1 gibt es drei Verteilungswege: Windows-Update, Stand-alone- und integrierte Installation. Bei Windows-Update beträgt die Downloadgröße circa 65 MByte für 32-Bit und 125 MByte für 64-Bit. Das hängt davon ab, was auf dem Computer bereits vorhanden ist.

Für die Stand-alone-Installation gibt es ein erstes Paket mit 5 Sprachen, unter anderem mit Deutsch. Ein zweites mit allen 32 Sprachen soll später folgen. Bei diesem Ansatz sind die vorbereitenden Updates bereits im Paket enthalten. Eine unbeaufsichtigte Installation (Auto-Attendant) ist möglich. Das Paket lässt sich mit Deployment-Tools wie »Systems Management Server 2003« (SMS) oder »System Center Configuration Manager 2007« (SCCM) verteilen.

Bei der integrierten Installation ist das SP1 in Vista integriert. Das ist etwa für Neuinstallation von PCs ohne Betriebssystem interessant. Eine Slipstream-Installation ist laut Microsoft technisch nicht möglich.

SP1 gleicht den Kernel von Vista an den Windows-Server 2008 (WS 2008) an. Als ein Effekt soll der WS 2008 als Datei-Server deutlich schneller sein. Microsoft empfiehlt auch die Treiber der Netzwerkkarten im Server zu aktualisieren. Dies könne sonst ein Grund sein, dass sich der versprochene Performance-Gewinn nicht ausschöpfen lasse, so der Hersteller.

Windows-Vista Business

Weiter bringt SP1 für Vista die Version 6.1 von RDP (Remote-Desktop-Protocol). Diese ist notwendig für den Start von »RemoteApps« auf dem Windows-Server 2008. Remote-Apps entsprechen Pubished-Applications bei Citrix. Außerdem lassen sich RDP-Programme für den Start von Remote-Apps signieren. Das soll eine sicherere Verteilung gewährleisten. Dank »TS Easy Print« muss für das lokale Drucken in einer Terminal-Server-Sitzung auf dem Windows-Server 2008 dort kein Druckertreiber installiert sein.

Bitlocker verschlüsselt jetzt neben der Startpartition (Windows-Partition) auch andere Laufwerke. Für Remote-Access kommt das VPN-Tunnel-Protokoll SSTP (Secure-Sockets-Tunnel-Protocol). Es basiert auf SSL und entspricht Https. Dies soll Probleme umgehen, wenn beispielsweise in Hotels oder Cafes Router nicht mehrere VPN-Tunnels weiterleiten können.

Das Kopieren und Entpacken von Dateien soll deutlich schneller sein. Das

Aufwachen von Offline-PC, die sonst Mitglied in einer Domäne sind, nimmt, so Microsoft, weniger Zeit in Anspruch. Eine Netzwerk-Diagnose will Anwendern bei den häufigsten Problemen mit Dateien im Netz helfen. »GPEdit« wird Standard für Vista und die GPMC (Group-Policy-Management-Console) deinstalliert. Die aktuelle Version der GPMC steht aber auf der Website von Microsoft bereit.

Weiter will Microsoft mit SP1 die Stabilität und Kompatibilität verbessern. Dazu gehören etwa Treiber für neuere Grafikkarten oder die Arbeit mit externen Monitoren bei Laptops. Außerdem enthält das SP1 alle bisherigen Updates für Vista.

[1] http://www.microsoft.com/de/de/default.aspx
[2] http://www.microsoft.com/windows/products/windowsvista/default.mspx
[3] http://support.microsoft.com/kb/938371
[4] http://support.microsoft.com/kb/937287
[5] http://support.microsoft.com/kb/935509

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