Mobility-Trend: Markt für mobile Gesundheits-Apps boomt

Technische Medizinlösungen werden in steigendem Maße als Apps angeboten. Bis 2017 soll der Markt 26 Milliarden US-Dollar schwer werden.

Arztsuche-App: »Verbraucher nutzen Smartphones zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung«. (Screenshot: Kassenärztliche Bundesvereinigung)

Der Markt für sogenannte mHealth Dienstleistungen hat die Phase der Kommerzialisierung erreicht. In vier Jahren werden die Umsätze hier 26 Milliarden US-Dollar erreichen. Die Zahl stammt aus dem neuen Bericht »Global Mobile Health Market Report 2013-2017« des Berliner Beratungsunternehmens Research2guidance.

»Unsere Ergebnisse zeigen, dass die lang erwartete mobile Revolution im Gesundheitswesen beginnt. Sowohl Anbieter im Gesundheitswesen als auch Verbraucher nutzen Smartphones zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung« erläutert Ralf-Gordon Jahns, Research Director bei Research2guidance.

Führende Mobile Health Anbieter in den USA erreichen bereits mehr als drei Millionen kostenlose Downloads und 300.000 bezahlte Downloads auf der iOS-Plattform. Die Reichweiten auf anderen Plattformen und in anderen Ländern sind nicht direkt vergleichbar, aber auch bei Android & Co. zeigt sich grundsätzlich ein wachsendes Geschäftspotenzial für mobile Gesundheits-Apps.

Nicht nur Verbraucher nutzen Smartphones, um ihre Gesundheit zu verbessern, sondern auch medizinisches Fachpersonal verwenden Medizin-Apps für ihre Tätigkeit. Eine beachtliche Anzahl der mHealth Anwendungen (15 Prozent) sind speziell für medizinisches Fachpersonal konzipiert. Dazu gehören beispielsweise die Bereiche Weiterbildung, Fernüberwachung und Healthcare-Management-Anwendungen.

Derzeit gibt es Research2guidance zufolge 97.000 mobile Gesundheits-Applikationen in den führenden App-Stores, wovon 42 Prozent kostenpflichtig sind. Mit einem zunehmenden Anteil an traditionellen Gesundheitsdienstleistern, die in den Markt eintreten, werden auch weitere Geschäftsmodelle Einzug halten – etwa die Integration von Gesundheits-Dienstleistungen, Sensor-Geräte, Werbung oder der Verkauf von Medikamenten.

»In dem wachsenden Markt für mobile Gesundheit wird in fünf Jahren der Umsatz an App-Downloads nur noch 9 Prozent betragen«, erklärt Patrick Houck, Analyst bei Research2guidance. »Ein Anteil von 84 Prozent des Umsatzes für den Markt an mobile Health Apps wird aus Einnahmen von angrenzenden Produkten und Dienstleistungen, wie zum Beispiel Sensoren, stammen«.

Der »Global Mobile Health Market Report 2013-2017« von Research2guidance ist ein Bericht, der sich an traditionelle Gesundheits-Unternehmen, Spezialisten, Mobilfunkbetreiber und andere Akteure in diesem Markt richtet.